Aachen - Neuer Tempel: Sikhs laden mit einem Volksfest zur Einweihung

Neuer Tempel: Sikhs laden mit einem Volksfest zur Einweihung

Von: nga
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Hand in Hand bei der Einweihun
Hand in Hand bei der Einweihung des Tempels am Grünen Weg: Die Aachener Sikh-Gemeinde ist für alle Interessierten offen. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Schuhe und Socken ausziehen, dann Hände waschen und ein Kopftuch umgebunden. So folgt man Jaswinder Singh in den neuen Sikh-Tempel des Gurdwara Singh Sabha Aachen auf dem Grünen Weg, der am Sonntag festlich eingeweiht wurde.

Gemeinsam betritt man den Raum, ausgelegt mit bunten Teppichen, Wandvorhängen, Goldschmuck und aufwändigen Verzierungen. Eigentlich genau so, wie sich ein durchschnittlicher Mitteleuropäer das klassische Indien vorstellt. Ehrfurchtsvoll verbeugt er sich vor dem Heiligtum im Zentrum, dem heiligen Buch der Sikh-Religion, und mischt sich dann wieder unter die Gäste.

Eigentlich kommt es einem mehr vor wie ein Volksfest. Es wird gemeinsam gegessen, Tee getrunken, gelacht und laut geredet. Nur während der eigentlichen Prozession und den Gebeten geht es etwas ruhiger zu. Schnell wird klar, dass es hier weit freier zugeht, als etwa in einem katholischen Gottesdienst. Ausgelassen leben Erwachsene, Kinder, Frauen und Männer ihre Kultur und ihre Religion.

„Unsere Religion ist sehr frei”, erklärt Singh, „hier tut man alles freiwillig, eigentlich gibt es nicht viele Vorschriften”. Und wenn das Gemeindemitglied „alles” sagt, dann meint er auch alles. Der Aachener Sikh-Tempel wird nämlich nur durch freiwillige Spenden der etwa 200 Mitglieder finanziert. „Jeder gibt, was er kann”, betont Singh. Auch das gemeinsame Essen für alle Mitglieder wird täglich neu über Spenden finanziert. „Wir sind überzeugt, dass das funktioniert”, betont er und lächelt zuversichtlich. Aber nicht nur Mitglieder sind hier willkommen.

Traditionell darf jeder teilnehmen, der möchte, auch wenn er nur zum gemeinsamen Essen kommt. Egal ob Moslem, Christ, Jude oder aus welchem Land er kommt - hier wird jeder als Gast begrüßt und herzlich aufgenommen. Es ist eine Art Gemeinwesenarbeit. Wer nichts hat, bekommt hier etwas. Niemand soll bekehrt oder belehrt werden, es ist einfach ein freundschaftliches Miteinander.
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