Aachen - Neuer Tarifvertrag nach hartem Kampf

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Neuer Tarifvertrag nach hartem Kampf

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Neue Perspektiven nach anderthalb Jahren harter Verhandlungen: Bei den Tarifverträgen für die Aseag und ihre Tochter „Esbus“ sind jetzt die Ergebnisse bekanntgegeben worden. Unter anderem haben „Esbus“-Fahrer die Aussicht, zur Aseag wechseln zu können. Bei der Aseag gibt es zudem eine Jobgarantie. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Busse in Aachen fahren wieder weitgehend normal. Knapp über 20 Fahrten mussten am Dienstag ausfallen. Kein Vergleich mit dem, was sich in den vergangenen Wochen abgespielt hatte. Bis zu 180 Fahrten wurden zwangsweise täglich gestrichen.

Als Grund wurde seitens der Aseag immer der hohe Krankenstand angeführt. Doch hinter vorgehaltener Hand war von Busfahreren auch zu hören, dass dieser hohe Krankenstand durchaus auch etwas mit der Motivation zu tun haben könnte – wie auch OB Marcel Philipp gegenüber der AZ mutmaßte. Denn erstens ist das Personal seit Jahren extrem knapp bemessen – was wiederum nicht unmaßgeblich mit dem von der Politik auferlegten Sparzwang bei der städtischen Tochter zu tun hat.

Dieser Sparzwang führte andererseits auch noch dazu, dass neue Busfahrer bei der Aseag-Tochter „Eschweiler Bus- und Servicegesellschaft“ angestellt werden – und dort zu schlechteren Konditionen arbeiten als ihre direkt bei der Aseag angestellten Kollegen. „Die Busfahrer haben die Schnauze voll“, sagte ein Fahrer gegenüber unserer Zeitung. Jetzt soll einiges besser werden, denn wie berichtet ist endlich ist ein neuer Tarifvertrag für die „Esbus“-Leute unterschrieben. Am Dienstag nannte die Aseag Details, nachdem alle Tarifparteien das Werk unterzeichnet haben.

Langfristig soll der Vertrag prinzipiell die Konditionen sichern, die bei „Esbus“ seit 2011 gelten. Seither verdienen die Busfahrer dort etwas mehr als jene bei privaten Anbietern. Dieser höhere Satz soll beibehalten werden, wie die Aseag-Chefetage am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Betriebsrat mitteilte. Mit anderen Worten: Es gibt nicht mehr, aber auch nicht weniger Geld.

Wichtig sind bei diesem Abschluss jedoch noch ganz andere Dinge. So fehlte es bei den „Esbus“-Fahrern bislang an einer betrieblichen Altersversorgung. Dazu gibt es jetzt folgendes Ergebnis: „Esbus“-Mitarbeiter werden nach nach einem „definierten Zeitraum“, wie es heißt“, zur Aseag wechseln. Konkret: Immer, wenn bei der Aseag die Marke von 330 Fahrern unterschritten wird, rückt ein „Esbus“-Fahrer auf. Vorläufig kann das allerdings noch etwas dauern. Denn bei der Aseag sind derzeit 407 Mitarbeiter im Fahrdienst, wie Unternehmenssprecherin Anne Linden auf Nachfrage sagte. Bei „Esbus“ sind es derzeit 46 – naturgemäß mit steigender Tendenz.

Eine weitere Verbesserung sieht der Vertrag vor. Bislang ist die Pause zwischen zwei Fahrten – sie kann je nach Fahrplan auch schon einmal 20 Minuten betragen – bei der Aseag Arbeitszeit, bei „Esbus“ jedoch nicht. Das wird laut Linden geändert. Über generelle Pausenregelungen, die bei der Mutter und ihrer Tochter ebenfalls unterschiedlich sind, werden zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung verhandelt. Dies sei nicht Bestandteil des Tarifvertrags.

Auch für die Aseag selbst wurde verhandelt. Im Ergebnis wird dort der „Tarifvertrag Nahverkehr“ gleich bis 2022 verlängert. Überdies gibt es eine Jobgarantie – offiziell „Beschäftigungssicherungsvereinbarung“. Dies sichere „den Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen“, sagt Betriebsratsvorsitzender Karl-Heinz Goldin. Zudem blieben „die Besitzstände für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiet gewahrt“.

Aseag-Chef Michael Carmincke meint dazu: „Die bestehende Belegschaft langfristig abzusichern, neuen Beschäftigten eine Perspektive bei einem kommunalen Arbeitgeber zu ermöglichen und unseren Beitrag vor dem Hintergrund einer angespannten Haushaltslage bei Stadt und Gemeinden zu leisten – das waren die Ziele unserer Gespräche. In diesem Sinne haben wir nach harten Ver-handlungen nun eine Einigung erzielt.“

Eineinhalb Jahre haben diese Verhandlungen gedauert, was zuletzt auch im immer größer werdenden Unmut endete. Vorstand Michael Carmincke sieht in dem Tarifergebnis für die Beschäftigten „Sicherheit in den nächsten Jahren“.

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