Neuer Spielraum für das Theater

Von: Peter Motz
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Eine echte Theater-Inszenierung hat das SPD-Trio in der neuen Spielzeit „wegen der vielen Wahlkampftermine” noch nicht besuchen können.

Aber das Theater läuft ja nicht weg. Oder doch? Die Landtagsabgeordneten und NRW-Kulturausschussmitglieder Karl Schultheis und Liesel Koschorrek (Düren) sowie Sibylle Reuß, hiesige kulturpolitische Sprecherin der SPD, machen sich jedenfalls Sorgen - um die Finanzierung. Und ärgern tun sie sich auch: über die schwarz-gelbe Landesregierung allgemein und speziell über Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff.

„Zu viel Gerede”

Der Kulturstaatssekretär der CDU hatte im Theater Aachen kürzlich referiert und unserer Zeitung ein Interview gegeben. „Zu viel Gerede”, befinden die SPD-Politiker und fordern Taten. „In der Analyse stimmen wir ja überein. Aber jetzt muss etwas passieren”, sagt Schultheis und erwartet „konkrete Vorschläge”, wie die „Infrastruktur der Theater gesichert und weiterentwickelt werden kann”.

Die Kommunen sind chronisch pleite, Aachen droht ein Haushaltssicherungskonzept: Wie sichert man also den Etat? Schultheis sieht verschiedene Möglichkeiten, etwa das Stadttheater zum „Theater der Region” zu machen. Konkret könne das vereinfacht so aussehen: Das Theater bespiele das Umland, etwa Düren, und erhalte im Gegenzug Geld von den benachbarten Kommunen, die dabei vom Land finanziell unterstützt würden. Denkbar seien auch ein Nothilfeplan für die Theater - wie vom Bühnenverein angeregt - oder mehr Spielräume bei der kommunalen Haushaltsgestaltung hinsichtlich „freiwilliger Ausgaben”, zu denen der Theater-Zuschuss zähle.

In jedem Falle müsse sich das Land mehr engagieren - in Aachen beteilige sich das Land mit 450.000 Euro am Gesamtzuschuss in Höhe von 15,5 Millionen Euro, so Schultheis. Die SPD begrüße zwar die jetzige Verdoppelung des Landes-Kulturetats. Das Geld fließe aber größtenteils in Projektförderung und sei so nachhaltiger Sicherung der Theaterlandschaft nicht dienlich. Zudem träten CDU und FDP in einem Kommissionsbericht, der im NRW-Kulturausschuss „nicht einmal diskutiert” worden sei, für die Umwandlung von Stadttheatern in Staatstheater ein. Dies führe zu einer „Ausdünnung” der hierzulande weitgehend kommunalen Theaterlandschaft.

„Wir wollen Planungssicherheit für die Stadttheater”, sagt Sibylle Reuß. „Hierzu wird die SPD bald ein konkretes Konzept vorlegen”, stellt Liesel Koschorrek in Aussicht - im Theater Aachen. Zur dortigen Erörterung der Theaterzukunft nicht hinzu gebeten hat die SPD den Hausherrn, sprich den Intendanten. „Wir stehen in ständigen Gesprächen”, sagt Schultheis.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert