Neuer Skatepark liegt noch in weiter Ferne

Von: Stefan Herrmann
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Alles andere als rasant: Die Verwaltung sieht erst in drei, vier Jahren intern die Kapazitäten, Vorplanungen für einen möglichen Skatepark in Aachens Süden zu machen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Konstantin und seine Clique wünschen sich eine Skate-Anlage im Kaiser-Friedrich-Park. Dafür haben der Zehnjährige und seine Freunde Unterschriften bei Gleichaltrigen gesammelt, 150 an der Zahl. Damit marschierten sie dann zum Oberbürgermeister Marcel Philipp und trugen ihm ihr Anliegen vor.

Und der versprach, dass die Angelegenheit ganz offiziell behandelt werden soll. Das bedeutete dann: Das Thema wurde zunächst Anfang Dezember im Bürgerforum vorgestellt. Konstantin und Co. kamen top vorbereitet zum politischen Ausschuss. Sie klappten den Laptop auf und erklärten anhand einer Power-Point-Präsentation, warum sie meinen, dass an den Hangeweiher unbedingt eine Halfpipe hin müsse.

Wieder gab es das Versprechen, dass der Wunsch der Kinder weiter verfolgt werde – und zwar im nächsten Kinder- und Jugendausschuss (KJA) sowie in der zuständigen Bezirksvertretung Aachen-Mitte. So drehten sich die Verwaltungsmühlen ein weiteres Mal und spuckten schließlich – auch so ist der ganz normale Lauf der Dinge im politischen Prozess – eine Vorlage aus, die nun im KJA den Politikern vorgelegt wurde.

Und jene Politiker zeigten sich so gar nicht einverstanden mit dem, was da als Beschlussvorschlag reingeschrieben worden ist. Denn die Stadt findet die Idee, eine weitere Skate-Anlage zu errichten, generell zwar super. Ein Problem gebe es aber: Man habe schlichtweg keine Zeit und Kapazität, erste Planungen für das Projekt voranzutreiben. Zudem sei derzeit auch kein Geld im städtischen Haushalt für eine entsprechende Anlage vorgesehen.

Wer jetzt allerdings vermutet, dass Konstantin und seine Freunde einfach ein paar Wochen, vielleicht ein paar Monate warten müssen, bevor wieder Schwung in die Sache kommt und die Verwaltung meint, genügend Zeit und Kapazität zu haben, um sich der Sache wieder anzunehmen, der irrt. Denn der zuständige Fachbereich Umwelt teilte mit, dass besagte „zeitliche Kapazitäten der vorhandenen Planer mit den bestehenden Planungen für die nächsten drei bis vier Jahre gebunden“ seien.

Drei bis vier Jahre, bis erste Vorplanungen stattfinden können? Denn eine Skate-Anlage stünde dann noch lange nicht, um mit dem Board darin rumzukurven. „So nicht!“, befanden daher die Jugendpolitiker am Dienstag und entschieden, dass die Verwaltung doch bitte noch einmal genau prüfen soll, ob nicht doch genügend Kapazität vorhanden ist, um zu ermitteln, ob und an welchem Standort ein Skatepark möglicherweise gebaut werden könnte.

Auch solle noch einmal nachgerechnet werden, ob nicht doch städtische Gelder dafür locker gemacht werden können, um zumindest einen Teil der Anlage zu finanzieren. Die Jugendpolitiker zeigten deutlich, dass sie die jungen Leute nicht so lange auf eine Anlage warten lassen wollen. „Das Wichtigste ist, dass die Kinder, die sich so engagiert zeigen, einen Erfolg sehen“, meinte Jonas Paul (Grüne).

Patrick Deloie (SPD) befürchtete unterdessen, dass man „für großen Verdruss sorgen würde, wenn man das Thema nun vier Jahre in die Warteschleife schiebt“. Dabei betonten die Ausschussmitglieder, dass über den besten Standort noch diskutiert werden müsse. Den sehen die Grünen zum Beispiel eher auf dem Gelände des alten Klinikums als im Kaiserl-Friedrich-Park. Die Grünen regten zudem an, die Planungen gegebenenfalls extern machen zu lassen, falls die Verwaltung weiterhin keine Kapazitäten habe.

Das ändert natürlich noch nichts an den leeren Kassen. Aber auch da möchten die Politiker lieber nach konstruktiven Lösungen suchen. Die Bezirksvertretung Mitte, die sich am Mittwoch ebenfalls mit dem Skatepark beschäftigte, hatte bereits im Vorfeld Signale ausgesendet, das Projekt aus ihren Töpfen unterstützen zu wollen. Darüber hinaus hofft man auf Sponsoren. Hilde Scheidt (Grüne) schlug vor, die Kinder dabei aktiv einzubeziehen.

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