Neuer Schweinegrippe-Impfstoff liegt bleischwer in den Regalen

Von: Matthias Hinrichs
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Kaum gefragt: Rund 19 Tonnen Impfstoff gegen Schweinegrippe liegen in den Regalen der Apotheker. Allerdings ist das Serum lange haltbar und kann auch bei leichter Veränderung des Virus weiter eingesetzt werden.

Aachen. Nicht nur verschärfte polizeiliche Maßnahmen treiben die örtliche Drogenszene derzeit buchstäblich um. Für Beunruhigung sorgt die Meldung über den Tod eines 42-jährigen Heroinabhängigen, der an den Folgen einer Milzbrand-Infektion gestorben ist . Zurzeit wird der Fall im Berliner Robert-Koch-Institut untersucht. Das Ergebnis wird in den nächsten Tagen erwartet.

Dann soll feststehen, ob es einen Zusammenhang zu jüngsten Todesfällen in Schottland gibt. Dort ist der äußerst selten auftretende Erreger bei 16 Abhängigen diagnostiziert worden, die ihn über verseuchtes Heroin injiziert haben. Seither sind acht Junkies an den Folgen gestorben.

Denkbar sei aber ebenso, dass die gefährlichen Bakterien über eine verschmutzte Nadel in den Körper des Aacheners gelangt seien, sagte Dr. Verena Bochat, Leiterin der Abteilung Infektionsschutz im Gesundheitsamt der Städteregion. So oder so sei eine Gefährdung der „Normalbevölkerung” so gut wie ausgeschlossen.

Für die vergleichsweise nach wie vor harmlose Schweinegrippe gilt das keineswegs. Zurzeit gehen täglich immerhin zwischen drei und sechs positive Laborbefunde in Sachen „Neue Influenza” bei den Behörden ein. Dennoch bleiben die Apotheker zusehends auf ihren Impfdosen sitzen - rund 19 Tonnen liegen schwer in den Regalen. Eine Mutation des Virus wurde bislang nicht diagnostiziert.

„Wir können aber davon ausgehen, dass auch die normale Grippe in den nächsten Wochen verstärkt auftritt”, sagte Bochat. „Der Impfstoff gegen die Neue Influenza ist im Übrigen lange haltbar - selbst wenn sich das Virus noch leicht verändern sollte, könnte er in einem Jahr noch eingesetzt werden.” Daher sei davon auszugehen, dass die Depots in jedem Fall aufgebraucht würden.

Mit Argusaugen blicken die Experten dagegen zurzeit auf die anhaltende Verbreitung des sogenannten Q-Fiebers (Coxiellose) in den Niederlanden, das ebenfalls grippeähnliche Symptome aufweist und dort in jüngerer Zeit vor allem durch Ziegen übertragen worden ist.

„Allerdings ist bislang vor allem die Grenzregion am Niederrhein betroffen”, berichtet Bochat. Für den Raum Aachen habe das Veterinäramt bislang keine Fälle gemeldet. „Wir werden die Zusammenarbeit insbesondere mit den Behörden im Raum Kleve und Viersen jetzt aber verstärken.”
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