Neuer Recyclinghof: Nur Kälte ist nicht willkommen

Von: Peter Schopp
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Schrott ist ihr Metier: Hans Nüsser, Franz-Josef Wermersbach (v.l.) und Heinrich Richter (r.) haben immer eine Hand und ein Ohr frei für Kunden wie Hagen Götzke (2.v.r.). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein guter Laden zieht immer – im Falle des Recyclinghofes Eilendorf an der Kellershaustraße 10 stimmt dieser Satz auch im Wortsinn. „Im Winter ist es schon recht frisch“, sind sich Heinrich Richter, Hans Nüsser und Franz-Josef Warmersbach einig. Das ist aber auch der einzige negative Aspekt, den die drei städtischen Angestellten ansprechen.

Ansonsten schreiben Heinz-Willi Clairding, stellvertretender Bereichsleiter Abfallwirtschaft bei der Stadt, und seine Mitarbeiterinnen Anne Janotta und Manuela Staaks mit dem Recyclinghof eine absolute Erfolgsgeschichte.

Seit einem Jahr ist das neue Gebäude für den Publikumsverkehr freigegeben, und seitdem „brummt“ der Laden. Vor allem an Samstagen und montagmorgens, wenn am Wochenende die Keller und Speicher in Aachener Haushalten aufgeräumt werden. „Dann muss man auch schon einmal im Stau stehen“, weiß Janotta.

Als der vorherige Recyclinghof zu klein wurde, war man bei der Stadt um eine schnelle und gute Lösung bemüht. Das Gebäude habe bereits existiert, so dass es nur noch habe umgebaut werden müssen, erklärt Clairding. Und preist die angenehmen Entsorgungswege: „Hier fährt man mit dem Wagen quasi vor den Container und wirft alles hinein.“

So wie Hagen Goetzke. Er ist im Moment mit einer Wohnungsauflösung beschäftigt und weiß das städtische Angebot zu schätzen. „Auf dem alten Gelände war schnell alles dicht, da ist es hier deutlich einfacher, seinen alten Plunder abzugeben“, erinnert er an vergangene Zeiten.

Die Besucher fahren auf eine Rampe und werfen Holz, Metall, Bauschutt, gelbe Säcke, Papier, Grünschnitt und Sperrgut in die entsprechenden Container. Sind diese voll, werden sie von den Mitarbeitern ausgetauscht, ohne den Publikumsverkehr zu blockieren. Auch das ist ein Fortschritt. Die Zahlen sprechen ebenfalls für sich. 2014 verwertete man auf dem alten Gelände 665 Tonnen Papier, von Januar bis Oktober 2015 waren es bereits 920 Tonnen. Nur ein Beispiel für die hohe Akzeptanz der Einrichtung.

Mit dem Anlaufpunkt Kellershaustraße entfiel seinerzeit die Abgabestelle in der Lilienthalstraße. Deshalb nehmen in Eilendorf die Mitarbeiter auch Schadstoffe wie Lacke und Öle an, entsorgen kleinteiligen Elektroschrott, sammeln alte CDs ebenso wie Korken und Batterien und helfen bei Fragen rund um den Müll.

Aus diesem Grund werden die sechs Mitarbeiter auch immer wieder geschult. Die gesammelten Wertstoffe werden anschließend an Unternehmen zur Weiterverarbeitung verkauft.

Die Verantwortlichen würden gerne auch im Norden der Stadt eine solche Einrichtung schaffen, scheitern aber bisher an den Vorgaben. „Wir müssen einen großen Abstand zur Wohnbebauung halten wegen des zu erwartenden Verkehrsaufkommens und des zu erwartenden Lärms.

Außerdem steht irgendwo auch immer die Kostenfrage im Raum“, erklärt Clairding. Das ficht die Herren Richter, Nüsser, Warmersbach und ihre Kollegen aber nicht an. Sie kümmern sich weiter freundlich, aber bestimmt um die Wertstoffe in Eilendorf. Und wenn dann wieder die Sonne scheint, ist auch der einzige kleine Makel an der Kellershau-straße ausgeräumt.

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