Neuer Masterplan fordert 10.000 neue Bäume in der Stadt

Von: Robert Esser
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Bäume sollen Schule machen: Wie im AM-Pocketpark an der Franzstraße sollen in den kommenden Jahren tausende neue Bäume wachsen.

Aachen. Bis 2030 sollen in der Innenstadt 10.000 Bäume mehr als jetzt stehen - das wären dann rund 90.000. Aber das ist nur ein winziger Bestandteil des „Masterplans Aachen 2030”, den die Verwaltung am Dienstag nach zweijähriger Abstimmung mit Politik, Hochschule und Bürgerschaft im Rathaus vorgestellt hat.

Der Masterplan steckt für zehn Handlungsfelder Rahmenbedingungen ab - etwa in den Bereichen Wohnen, Wirtschaft, Mobilität und Klimawandel. Das ist zuweilen etwas sperrig und fachspezifisch, dennoch aufschlussreich. Denn vieles wird - auch dank des Einflusses der Initiative Aachen mit Vorstandsvorsitzender Professor Gisela Engeln-Müllges und FH-Professor Christoph Hebel - überraschend konkret formuliert ( http://www.aachen.de/aachen2030 ).

In der vorläufigen Printausgabe, die in den kommenden Jahren mit weiteren Inhalten gefüllt und ständig aktualisiert werden soll, arbeitet man die erwünschten Entwicklungen auf 84 Seiten ab. Und dank „einer sensationellen Leistung der Verwaltung” (FDP-Ratsherr Daniel George) gibt es nun eine überraschend anschauliche Handlungsgrundlage für künftige Entscheidungen: Oberbürgermeister Marcel Philipp betonte, dass man nach dem Ratsvotum am 19. Dezember für Jahrzehnte Planungssicherheit erhalte, wenn der Masterplan in einen neuen Flächennutzungsplan gegossen wird. Denn der alte ist mit 75 Änderungsregelungen mittlerweile eine Art Flickenteppich.

Wo sollen künftig Gewerbegebiete, wo Wohngebiete in welcher Preislage aus dem Boden wachsen? Wo werden bestehende Parkanlagen wie Finger Richtung Stadtkern fortgeführt? Welche Antworten gibt die Stadt auf den demographischen Wandel, der die Bevölkerung der Kaiserstadt von knapp 250.000 bis 2030 auf 233.000 deutlich ältere Bürger schrumpfen lassen wird? Wie und wo soll die Vernetzung von Campusbahn (so sie denn kommt) und dem Rest des Verkehrs funktionieren? Fragen, Herausforderungen und mögliche Auswege fasste Stadtplaner Ajo Hinzen mit seinem BKR-Team und der Stadtverwaltung in die vorliegende Form. Einzelne Antworten verrieten am Dienstagnachmittag schon, wo die Reise hinführen könnte.

Stichwort Verkehrsplanung: Da erklärte die Chefin des Planungsamtes, Christiane Melcher, dass sie 2030 mit völlig anderen Verkehrsmitteln auf Aachens Straßen rechne - wobei Fahrräder in Sachen Klimaschutz ausdrücklich weiter erwünscht sind. Aber: Das umstrittene Shared-Space-Modell für den Templergraben, wo bald Fußgänger, Radler und Autofahrer gleichberechtigt in Schrittgeschwindigkeit unterwegs sein werden, kann sich die Planungsamtschefin noch auf vielen anderen Straßen der Aachener Innenstadt vorstellen.

Natürlich ist das Zukunftsmusik. Dissonanzen erwartet der grüne Ratsherr Michael Rau noch in den Ausschussberatungen. Andreas Müller (Linke) wünscht sich die Realisierung von mehr preiswertem Wohnraum. Auch SPD-Ratsherr Norbert Plum fordert einen Schwerpunkt auf öffentlich gefördertem Wohnungsbau. CDU-Ratsfrau Maike Schlick erhofft sich durch bessere Verknüpfung von Hochschul-, Wirtschafts- und Wohnthemen eine längere Bindung hier lebender Menschen an Aachen. „Stadtplanung passt eben nicht auf einen Bierdeckel, deswegen ist ein Masterplan komplex - aber enorm lesenswert”, resümierte Hebel. Mitwirkung ist weiter erwünscht.
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