Neuer Magnet für Forum bleibt ein heißes Eisen

Von: Matthias Hinrichs
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Große Lettern weisen den Weg Richtung Eingang: Dort erwartet die Besucher des Ludwig Forums laut neuem Konzept ein großer Vorraum mit Kasse, Sitzgelegenheiten und Shop. Animation: Feld 72/Höhler + Parnter
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Tristesse am Portal zur Jülicher Straße: Das Banner soll durch große Leuchtbuchstaben ersetzt werden. Gleich hinter dem Eingang links soll künftig eine große Plakatfläche die Blicke auf sich ziehen. Foto: Jaspers

Aachen. Seit langem mit Spannung erwartet – und immer noch heiß umstritten: Zumindest im Hinblick auf den heftig kritisierten Finanzrahmen – 300.000 Euro im Ganzen – legt das brandneue Konzept zur Umgestaltung des Eingangsbereichs zum Ludwig Forum (fast) eine Punktlandung hin.

Auf exakt 298.884,07 Euro beziffern die Planer die Kosten des ambitionierten Entwurfs, der „die Besucher auf den richtigen Weg leiten“ will in Sachen zeitgenössische Kunst an der Jülicher Straße, wie es im Vorwort zur Projektbeschreibung heißt. Jetzt zeichnet sich zumindest ab, dass die Politik ihm mehrheitlich folgt.

Vor wenigen Tagen ist das 45-seitige Papier, welches das Wiener Architekturbüro Feld 72 mit den Aachener Kollegen vom Büro Höhler + Partner erarbeitet hat, auf die Tische der Ratsfraktionen geflattert. Großer Wurf mit Magnetwirkung oder allzu kostspielige Gesichtspflege ohne nachhaltigen Effekt? Heute soll sich im Kulturausschuss entscheiden, ob die druckfrische Visitenkarte des Kulturhorts in Kürze im Rat quasi unterschrieben wird. Während die CDU am Montag auf AZ-Anfrage ihre Zustimmung signalisierte, gehen die Grünen dezidiert auf Distanz. Die SPD beriet noch über Wohl und Wehe der Maßnahme im ewigen Spannungsfeld zwischen Haushaltsdesaster und Kulturförderung. „Wir tragen das Konzept im Prinzip mit“, sagte Fraktionssprecher Claus Haase am Abend – „allerdings mit der Maßgabe, dass doch noch eine preiswertere Umsetzung geprüft wird.“

Ob der Entwurf den Spagat zwischen Denkmalschutz und Attraktivierung des Entrees zur alten Schirmfabrik erfolgreich bewältigt, dürfte dabei freilich ebenso zur Debatte gestellt werden. So soll das Torportal Richtung Innenhof mit einem großformatigen, schlicht gehaltenen Leuchtschriftzug „Eingang“ gekennzeichnet werden. Auf einer großformatigen Info-Wand können sich die Besucher übers aktuelle Ausstellungsprogramm informieren, bevor sie sich nach rechts wenden und den neu gestalteten Kassen- und Café-Bereich betreten. Der Name des Museums wird in 100 Zentimeter hohen Lettern auf der Terrasse im Innenhof ins Blickfeld gerückt, die zugleich den Weg Richtung Vorraum markieren.

Dort schaut man direkt auf eine weitere Präsentationswand und kann sich wiederum nach rechts zur Kasse begeben, wo eine Museumskraft zudem Snacks sowie Kaffee und Getränke reicht. Der gut 200 Quadratmeter große neue Eingangsbereich inklusive Museumsshop ist geprägt durch kantige Möbelelemente, die sich variabel gestalten lassen und damit flexible Präsentationsflächen für die Verkaufsartikel bieten sollen. Zudem werden separate Lagerflächen geschaffen.

Damit, betonte CDU-Ratsfrau Dr. Margrethe Schmeer am Montag auf Anfrage, sei der Forderung nach einer „multifunktionalen Lösung“ im Bereich des ehemaligen „Parapluie“ durchaus Rechnung getragen. Zumal das Konzept neue Möglichkeiten zur Vermietung für Veranstaltungen biete. „Wir wollen da jetzt in jedem Fall mitziehen“, so Schmeer. Grünen-Ratsherr Hermann Josef Pilgram winkt indessen ab. „Besonders funktional kommt uns das Ganze nicht vor. Das Verhältnis zwischen Kosten und Ertrag erscheint uns denn doch sehr problematisch; wir glauben nicht, dass mit dieser Lösung wirklich wesentlich mehr Besucher das Forum ansteuern.“ Statt dessen müssten neue Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausstellungen – und auch das pädagogische Programm des Hauses – noch effektiver und zielgerichtet zu vermitteln.

Die Debatte ist also neu eröffnet. Heute (ab 17 Uhr im Verwaltungsgebäude Mozartstraße) soll sie im Kulturausschuss – vorbehaltlich der endgültigen Entscheidung im Rat – beendet werden.

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