Neuer Chef des Aachen Tourist Service spart nicht mit Lob für PR-Strategen

Von: Matthias Hinrichs
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Neuer ats-Chef Matthias Glotz, an Aachen Tourist Service, Elisenbrunnen (mh)

Aachen. Der Sprung ins gar nicht so kalte Wasser der Kur- und Badestadt, das bekennt er gern, ist ihm in mehrfacher Hinsicht leichter gefallen als Björn Jansen, seinem neuen „Kollegen“ in den Carolus Thermen.

Denn bei seinen „undercover“-Exkursionen rund um Dom und Rathaus musste Matthias Glotz sein gewohntes Outfit, anders als der Ex-Bürgermeister, nicht gleich mit Schwimmhose und Handtuch tauschen. Und: In der Tat ist das Gesicht des 51-Jährigen dem gemeinen Aachener in der Regel ohnehin unbekannt – noch. „In jüngerer Vergangenheit habe ich mich manchmal ,inkognito‘ einer Touristenführung angeschlossen, um mir ein Bild zu machen“, verrät Glotz mit schelmischem Lächeln. Allerdings hat der frisch gebackene Geschäftsführer des Aachen Tourist Service (ats) die Stadt – und einige ihrer Menschen – nicht erst bei gelegentlichen anonymen Stippvisiten im Vorfeld seines Amtsantritts am 1. Oktober ausgiebig „beschnuppert“.

Was er auch und vor allem seinem (und Jansens) Vorgänger Werner Schlösser zu verdanken hat. „Wir kennen uns schon seit zehn Jahren und haben uns seither oft intensiv ausgetauscht“, sagt Glotz. Schließlich ist der gebürtige Gelsenkirchener – offizielle Aachen-Premiere hin oder her – alles andere als ein Anfänger in Sachen Tourismus und PR, hat das weite „Geschäftsfeld“ auf vielen Ebenen beackert, zuletzt unter anderem als Leiter der Bochum Marketing GmbH. Deren Geschicke hat Matthias Glotz von 2005 bis 2011 gelenkt, bevor er drei Jahre lang die Geschäftsführung des Deutschen Marketing-Verbandes übernahm.

Da kommt das Lob aus berufenem Munde allemal eindrucksvoller herüber als der obligatorische Vorschuss-Lorbeer in eigener Sache: „Bei der Tourismus-Förderung genießt Aachen bundesweit einen sehr guten Ruf – einen viel besseren, als seine Bürger vielfach annehmen“, weiß Glotz. Und das sei eben auch und vor allem das Verdienst des bestens aufgestellten ats-Teams. „Werner Schlösser hat wirklich einen top-organisierten Service aufgebaut, und ich bin froh, dass er mir in der Übergangsphase weiter kollegial zur Seite stehen möchte.“

Dass die Kaiserstadt angesichts ihrer historischen Alleinstellungsmerkmale, exzellenter Hochschulen, einem „enorm breiten kulturellen Angebot“ und nicht zuletzt (zunehmend) attraktiver Einkaufslandschaft mit ihren Pfunden zu wuchern wisse, habe sie spätestens im Karlsjahr 2014 eindrucksvoll bewiesen. Dass in jüngerer Zeit etliche renommierte Hotelbetreiber mit teils sehr innovativen Konzepten den Talkessel neu entdeckt hätten, sei „ein klares Signal – es wäre ja schlimm, wenn sich kein Investor für Aachen interessierte“.

Mit wohlfeilen Rezepten für die Zukunft hält der Neue sich daher vorerst lieber zurück. „Momentan setze ich die Prioritäten im Zeichen der drei ,P‘: Personal, Politik und Produkt“, unterstreicht er. Will sagen: Natürlich gehe es erst einmal darum, die Menschen im neuen, gut 20-köpfigen Team sowie in den Entscheiderpositionen zwischen Rat, Verwaltung und Wirtschaft näher kennenzulernen (zu Eurogress-Chefin Kristina Wulf etwa hat er nach eigenem Bekunden schon einen guten Draht).

Dass die Marketing-Macher zuletzt vor allem auf große Events gesetzt hätten, sei nachvollziehbar und durchaus nach seinem Geschmack. „Natürlich geht auch das nur bedingt. Aber ich glaube an die Wirkung – und habe Spaß daran.“ Ob der von manchen geforderte Strategiewechsel durch gebündelte und zentral gesteuerte Aktionen – eine Art Stadtmarketing also, wie er selbst es in Bochum mit aufgebaut hat – letztlich zielführend sei, sei indes schwierig zu beurteilen. „Da sind sicher noch viele ergebnisoffene Gespräche zu führen“. Mit klarer Ablehnung steht er dagegen neuen Vorstößen in Sachen Bettensteuer gegenüber. „Der Wunsch ist verständlich. Aber das wäre kontraproduktiv.“

Eine Aufstockung des städtischen Förderetats für den Tourist-Service – wie jüngst von seinem Vorgänger angemahnt – hält Glotz freilich für wünschenswert. „Es ist richtig, dass man in dieser Hinsicht quasi Opfer des eigenen Erfolgs geworden ist“, sagt er. Aber auch wir müssen natürlich dem Umstand Rechnung tragen, dass die Stadt mit massiven Geldproblemen kämpft. Ich denke, alle, die von den Angeboten profitieren, müssen ihren Teil dazu tun.“ Als Ansprechpartner sei er da gern zur Stelle: „Ich bin überzeugt, dass wir ganzheitliche Ansätze brauchen, wenn wir die Stadt weiter nach vorn bringen wollen. In Sachen Marketing geht das gar nicht anders – und ich verstehe mich auf jeden Fall als Teamplayer.“

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