Aachen - Neuer CDU-Kreisvorstand: Deutliche Gewinner, eindeutige Verlierer

Neuer CDU-Kreisvorstand: Deutliche Gewinner, eindeutige Verlierer

Von: Albrecht Peltzer
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Die CDU hat gewählt (v.l.n.r.
Die CDU hat gewählt (v.l.n.r.): stellvertretende Parteivorsitzende Maike Schlick, Vorsitzender Armin Laschet, stellvertretender Parteivorsitzender Heinz Lindgens und Schatzmeister Arno Gerets. Es fehlt der stellvertretende Vorsitzende Rudolf Henke. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. An die Dreiviertelzuneigung hat sich Armin Laschet mittlerweile gewöhnt. Er gönnt sich nach der Wiederwahl zum Parteivorsitzenden einen genüsslichen Zug am Zigarillo und sagt: „76 Prozent sind okay, es hat meines Wissens noch keinen Kreisvorsitzenden gegeben, der 99 Prozent Zustimmung bekam.”

Immerhin 30 Delegierte sagten „Nein” zu Laschet. „Und ich kann sie alle mit Namen nennen.” Parteifreunde eben.

Unspektakulär war die mittlerweile sechste Wiederwahl des Parteivorsitzenden, Spannung gab es in den Kurparkterrassen nur auf der zweiten Ebene. Wer wird Laschets Stellvertreter? Drei Posten gibt es, sechs Bewerber gab es. Eine Geschichte von Gewinnern und Verlierern.

Zum Beispiel Maike Schlick. Die planungspolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion war die Siegerin des Abends. Von der Frauen-Union ins Rennen geschickt, schaffte sie auf Anhieb eine deutliche Mehrheit. 91 Delegierte machten sie zur stellvertretenden Parteivorsitzenden. Ihre erfrischende Vorstellung mag da ein Grund gewesen sein. Nervosität muss man nicht überspielen, sie wirkt sympathisch ehrlich. Sie stehe für eine moderne CDU, sagte Schlick. Und die sagte deutlich „Ja” zur der 42-Jährigen.

Wie ein Verlierer müsste sich hingegen Rudolf Henke gefühlt haben. Wenn er denn da gewesen wäre. Sein Flieger konnte in Südamerika wegen einer Vulkanaschewolke nicht starten. Irgendwie schien Henkes Abwesenheit dem einen oder anderen Christdemokraten nicht zu passen. Der bisherige Stellvertreter Laschets bekam gerade einmal 69 Stimmen, nur drei mehr als nötig gewesen waren. Ein ganz schwaches Resultat.

Ganz knapp an der 66-Stimmen-Hürde schrammte Heinz Lindgens vorbei. Erst in der zweiten Stichwahl konnte sich der Noch-Personaldezernent der Stadt gegen Michael Janßen durchsetzen. Lindgens setzte ganz auf die Aachen-Karte. „Ich bin Öcher von ganzem Herzen”, hatte er zuvor versichert. Er wolle der CDU jetzt als Stellvertreter viel von dem zurückgeben, was sie ihm in den vergangenen Jahrzehnten gegeben habe. 76 Stimmen für Lindgens, 42 für Janßen - letztlich war das dann deutlich in Gewinner und Verlierer aufgeteilt. Janßen nahms sportlich: „Ich bin wenigstens der erste Verlierer.”

Zu diesem Zeitpunkt am späten Montagabend waren zwei Kandidaten schon aus dem Rennen. Der eine ohne großen Wirbel, die zweite dann doch schon spektakulärer. Michael Kirsch hatte im ersten Wahlgang 35 und bei der ersten Stichwahl 24 Stimmen bekommen. Konsequenz: Zur zweiten Stichwahl trat der 51-Jährige spontan nicht mehr an.

Einen bemerkenswerten Absturz erlebte aber die bisherige Stellvertreterin Laschets, Claudia Cormann. Schon im ersten Wahlgang mit 34 Stimmen unter „ferner liefen” abgebucht, erhielt sie in der ersten Stichwahl ganz schlappe 17 Stimmen, zögernd gab sie ihren Verzicht auf die zweite Stichwahl bekannt. Und wurde am Ende quasi durchgereicht. Denn auch bei der Wahl der 16 Beisitzer fiel sie durch.

Apropos Gewinner und Verlierer. Die CDU kann Vorstandsmitglieder wohl mit überwältigender Mehrheit wählen. Schatzmeister Arno Gerets wurde im Amt bestätigt - mit 99 Prozent der Stimmen!

Jetzt ist gewählt, jetzt will die CDU an die inhaltliche Arbeit gehen. Der Parteitag hat es gezeigt: Die Basis fordert Gespräch und Diskussion. Vier Regionalkonferenzen soll es geben. Europa, Energie, Finanzen - Themen gibt es genug. Armin Laschet hatte in seinem Rechenschaftsbericht bereits angekündigt: „Wir müssen Politik wieder besser erklären.”

Der neue Kreisvorstand der CDU: Vorsitzender Armin Laschet, stellvertretende Parteivorsitzende Rudolf Henke, Maike Schlick und Heinz Lindgens, Kreisschatzmeister Arno Gerets.

Zu Beisitzern wurden gewählt: Ahmethicri Agirman, Heiner Berger, Holger Brantin, Maria Drews, Phillip Eischet, Georg Grooten, Michael Janßen, Michael Kirsch, Jutta Lehnen, Eyüp Özgün, Hildegard Pitz, Claudia Plum, Markus Schmidt-Ott, Ulla Thönnissen, Nina Wolff und Felix Vaßen.

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