Neuer Campus: Erster Arbeitsplatz für Mensch mit Behinderung

Von: Ines Kubat
Letzte Aktualisierung:
7765647.jpg
Hat mit seiner Arbeit überzeugt: Adam Ruczynski (rechts) mit Professor Volker Stich (Geschäftsführer FIR e.V.), Ulla Schmidt (Schirmherrin der Lebenshilfe), Ralf Vinzenz Bigge (Geschäftsführer EICe), Anna Gasch (Integrationsassistentin Lebenshilfe), Thomas Fonck (LVR), Anja Remer (Qualifizierungstrainerin), und Norbert Zimmermann (Geschäftsführer Lebenshilfe Werkstätten, von links). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Adam Ruczynksi arbeitet im Catering am neuen Campus Hörn: Bei Konferenzen bringt er Kaffee, und sorgt auch sonst für das leibliche Wohl der Besucher am Cluster Logistik der RWTH. Seit dem 1. April läuft der unbefristete Vertrag für seine Vollzeitstelle bei der Betreibergesellschaft, Enterprise Integration Center – kurz EIC.

Soweit mag all dies noch nicht für große Verwunderung sorgen. Allerdings muss man wissen, dass Ruczynski mit einer Behinderung lebt, und dass sein Beschäftigungsverhältnis die erste betriebsintegrierte Stelle auf dem neuen Campus ist.

Und darüber scheint er sichtlich gerührt: „Es erfüllt mich mit Stolz, diesen Job auf dem allgemeinen Arbeitsplatz zu erhalten“. Norbert Zimmermann, Geschäftsführer der Lebenshilfe in Aachen, ist froh, dass dort von Anfang an ein Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderung existiert. Und am Anfang steht das Großprojekt tatsächlich noch – was nicht zuletzt am Campus Boulevard deutlich wird: Irgendwann wird diese Straße von neuen Forschungsgebäuden gesäumt sein.

Die Leitung des Clusters Logistik hat das FIR, Forschungseinrichtung für Rationalisierung, übernommen. Unter dem Schirm der RWTH ist FIR als Verein organisiert, und dient als Brücke zwischen Forschung und Industrie. Das ist auch die Idee aller Cluster, derer insgesamt sechs am neuen Campus entstehen sollen: Dort werden sich Unternehmen und Institute aus Wissenschaft und Wirtschaft um gemeinsame Interessen scharen und in Projekten eng verzahnen.

Einige große Firmen haben bereits ihre Immatrikulationsunterlagen unterschrieben, um Teil des Clusters Logistik zu sein: Darunter neben Siemens oder der Aachener Spedition Hammer auch die Lebenshilfe Aachen. Da lag die Idee nahe, die Kooperation mit dem FIR auch anderweitig zu nutzen und einen behinderten Menschen im Cluster anzustellen.

Aber ganz selbstverständlich sei es eben dann doch nicht, in einem so innovativen Ideenzentrum die Inklusion zu fördern, lobte Ulla Schmidt die Bereitschaft der Geschäftsführer von EIC und FIT, Ralf Vinzenz Bigge und Volker Stich. Die SPD-Politikerin Schmidt ist die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe. Sie hofft, dass am Campus die das Leuchtturm-Projekt viele begeistert und zum Nachahmen anregt.

Also werden nach dem erfolgreichen Start die Inklusions-Plätze auf dem Campus weiter ausgebaut? „Das wäre wünschenswert“, so Zimmermann. Man müsse daher versuchen, Unternehmen als Partner zu finden. Allerdings sei auch zu prüfen, welche Arbeitsplätze für wen geeignet sein könnten, sind sich Zimmermann, Stich, Ralf Vinzen Bigge und Thomas Fonck, Projektkoordinator vom Landschaftsverband Rheinland einig. Letzterer trägt einen Teil der Finanzierung für betriebsintegrierte Arbeitsplätze in Nordrhein Westfalen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert