Aachen - Neuer Bildungsgang: Mit der Servicekraft werden Türen geöffnet

Neuer Bildungsgang: Mit der Servicekraft werden Türen geöffnet

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
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Es ist angerichtet: An der Käthe-Kollwitz-Schule wird im nächsten Schuljahr ein neuer Bildungsgang „Servicekraft“ angeboten. Foto: Schule

Aachen. Wenn es um das Hotel- und Gaststättengewerbe, um Ernährung und Hauswirtschaft geht, dann ist die Käthe-Kollwitz-Schule (KKS) seit vielen Jahren in aller Munde. Die Tradition führt sogar bis in das Jahr 1907 zurück. Und doch ist in dem Berufskolleg der Städteregion Aachen an der Bayernallee auch immer noch Raum für neue Bildungsgänge in diesem Sektor.

Seit ein paar Jahren gibt es in Nordrhein-Westfalen bereits die Berufsfachschule mit dem Abschluss Servicekraft, nun ist auch die Käthe-Kollwitz-Schule bei diesem Angebot auf den Geschmack gekommen. Im neuen Schuljahr wird es erstmals eine Klasse mit 26 bis 30 Schülern geben. Es ist insgesamt die erste in Aachen.

Ganz offiziell heißt dieser neue Bildungsgang „Berufsfachschule mit Berufsabschluss nach Landesrecht ‚staatlich geprüfte Servicekraft‘ und mittlerem Schulabschluss“. Das bedeutet, dass die Schüler nach zwei Jahren nicht nur eine Prüfung als Servicekraft ablegen, die haben bei entsprechenden Noten auch die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe in der Tasche. Es öffnen sich also nicht nur Türen in der Berufswelt.

KKS-Leiter Hans Pontzen spricht von einer „wichtigen Qualifikation“ für die neuen Schüler. Ihre Eingangsvoraussetzung ist der Hauptschulabschluss, der Abschluss „Servicekraft“ lässt sich mit dem der Kinderpfleger oder Sozialhelfer vergleichen. Vor allem die Unter-18-Jährigen haben im Hotel- und Gaststättenbetrieb aufgrund des Jugendschutzes bislang wenig Aussichten. „Mit dem Bildungsgang können sie wertvolle Vorkenntnisse erwerben“, sagt Pontzen.

Anschließen kann sich eine Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe, denkbar sind Anstellungen in Großküchen, Betriebskantinen, Krankenhäusern, aber auch im Lebensmittelhandwerk, also bei Bäckereien, Konditoreien oder Fleischereien. Denkbar ist auch, dass aus diesen Servicekräften einmal Köche werden.

Auf Praxiserfahrungen während der beiden Schuljahre legen die Bildungsgangleiterin und erste Klassenlehrerin, Birgit Küpper, und die Abteilungsleiterin Ernährung und Hauswirtschaft, Marlies Groß-Schmitz, großen Wert. Satte 16 Wochen werden bei Praktika in Ausbildungsbetrieben in Küchen, Hotels oder auch dem Lebensmittelhandwerk eingeräumt. Im ersten Schuljahr gibt es einen Großküchentag in der Käthe-Kollwitz-Schule – dann werden 70 Leute versorgt.

Mit dem von der Landesregierung angekündigten Wegfall des (einjährigen) Berufsgrundschuljahres in NRW hat die KKS bewusst frühzeitig nach Alternativen für die meist erst 16-Jährigen gesucht. Bis zum 22. Februar werden nun noch Anmeldungen – Interesse an Ernährung und dem Umgang mit Menschen wird vorausgesetzt – für den neuen Bildungsgang entgegen genommen.

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