Neuer Besitzer verordnet Kaiserbad große Sanierungskur

Von: Matthias Hinrichs
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Konzepte gesucht: Investor Gerd Sauren hat das Kaiserbad gekauft. Der Mietvertrag mit dem Restaurant Kaiserwetter wurde nicht verlängert. Foto: Jaspers
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Konzepte gesucht: Investor Gerd Sauren hat das Kaiserbad gekauft. Der Mietvertrag mit dem Restaurant Kaiserwetter wurde nicht verlängert. Foto: Jaspers

Aachen. Direkt über den heißen Quellen bleibt die Küche bald kalt. Nach ziemlich genau zehn Jahren sind die Tage des Restaurants Kaiserwetter am Hof gezählt. Das Lokal – bisher so etwas wie ein Ankermieter im Kaiserbad-Komplex zwischen Büchel und Hof – zieht voraussichtlich Mitte Oktober ins Kapuziner Karree um.

Inzwischen kündet ein großes Plakat vom anstehenden Ortswechsel. Weitere Infos über die genaueren Hintergründe waren dort trotz mehrfacher Nachfragen bislang nicht zu erhalten.

Am neuen Standort neben dem Cineplex, in dem unter anderem ein großes Praxiszentrum residiert, bezieht das Kaiserwetter eine rund 150 Quadratmeter große Fläche nebst 170 Quadratmeter großer Außenterrasse, bestätigte Elmar Schaumann, Centermanager im Kapuziner Karree, auf Anfrage. Bis Ende August war dort ein vietnamesisches Restaurant beheimatet.

Fakt ist ferner, dass das Kaiserbad bereits vor einigen Monaten den Besitzer gewechselt hat. Der bekannte Aachener Investor Gerd Sauren – auch einer der Hauptakteure bei der viel diskutierten Neugestaltung des benachbarten Altstadtquartiers Büchel – hat die prominente Immobilie im Juni aus der Insolvenzmasse des in Israel beheimateten Vorbesitzers erworben. „Leider haben wir keine Einigung über die Verlängerung des Mietvertrags mit dem ,Kaiserwetter‘ erzielen können“, bestätigte Sauren jetzt auf Anfrage.

Die Gründe seien vielfältig, mehr könne auch er dazu nicht sagen. Konkrete Konzepte im Hinblick auf die weitere Nutzung und Gestaltung des exponierten Gebäudes gebe es derzeit nicht, betont Sauren zudem. Deshalb habe er den verbliebenen Mietern vorerst nur befristete Verträge anbieten können. „Wir sammeln jetzt Ideen, wie es mit dem Kaiserbad weitergeht“, sagte er. „Schon jetzt gibt es dort reichlich Leerstand, und das Objekt ist alles in allem in einem miserablen Zustand.“

Jetzt müsse zunächst überlegt werden, wie man es wieder attraktiver gestalten und gründlich sanieren könne; mit einigen Mietern seien aber bereits neue, mittelfristige Verträge geschlossen worden. Neben sechs Privatwohnungen und dem großen Lokal inklusive Terrassen im Parterre beherbergt das Kaiserbad Büroflächen auf drei Etagen, zwei Geschäfte sowie das „Aachen-Fenster“.

Für Letzteres besitzt die Stadt im Zuge von Erbbauverträgen zur Sicherung des exponierten Grundstücks allerdings ein dauerhaftes Nutzungsrecht. Das gilt auch für den sogenannten „Platz des Wassers“ im rückwärtigen Teil des Gebäudes, der seit Jahr und Tag allerdings allenfalls ein städtebauliches Mauerblümchendasein fristet. Ob – und gegebenfalls wie – die Fläche, die bei der Errichtung des Neubaus als symbolträchtig gestaltete Installation zwecks Verweis auf die unmittelbar darunter liegende Kaiserquelle angelegt worden ist, aufgewertet werden könnte, ist ebenfalls offen. „In jedem Fall bleibt der Zugang zu den wichtigen heißen Quellen am Büchel für die Stadt dauerhaft gesichert“, betonte Stefan Herrmann vom Presseamt.

Die Schaffung des höchst markant gestalteten Kaiserbad-Komplexes, konzipiert vom renommierten Architekturbüro Kasper & Klever, war dereinst auch Ergebnis langwieriger politischer Diskussionen rund um die Neugestaltung des historisch und geologisch einzigartigen Standorts.

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