Kornelimünster - Neuer Anlauf gegen Blech- und Inde-Flut

Neuer Anlauf gegen Blech- und Inde-Flut

Von: Matthias Hinrichs
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Weg mit dem Blech im Schatten der Abtei? Die Stimmen, die eine Sperrung des Ortskerns von Kornelimünster fordern, werden wieder lauter. Jetzt ist geplant, die Bürger rund um Korneliusmarkt und Benediktusplatz direkt um ein Votum zu bitten. Foto: Michael Jaspers

Kornelimünster. Viel, sehr viel Wasser ist die Inde hinabgeflossen, seit die ersten Forderungen zur nachhaltigen Befreiung des historischen Ortskerns vom Autoverkehr laut wurden. Und spätestens, wenn sich das Flüsschen im Schatten des Abteigartens infolge der jüngsten Schneemassen mal wieder als reißender Strom aus dem Winterschlaf erheben sollte, dürfte die Diskussion über die Sicherheit der Anwohner im Herzen von Kornelimünster die Gemüter einmal mehr in Wallung bringen.

 Dass das eine mit dem anderen eine Menge zu tun hat, unterstreichen die Befürworter einer konsequenten Verbannung der Blechströme ebenfalls seit Jahrzehnten. Jetzt setzen sie zum nächsten Vorstoß an, um eine endgültige Sperrung von Benediktusplatz und Korneliusmarkt durchzusetzen. Durchaus denkbar, dass demnächst die Anlieger höchstselbst darüber entscheiden, ob die Zufahrten zum Herzen des gern als „Vorzeigestübchen“ gepriesenen Städtchens am Fuß der Voreifel konsequent abgeriegelt werden sollen. Die brandaktuelle Debatte um mobile Alternativen zwischen Brand und Klinikum lässt grüßen: Eine entsprechende Befragung, teilt die Verwaltung aus gegebenem Anlass mit, werde bereits konzipiert.

Am kommenden Dienstag, 5. März, wird sich das Bürgerforum des Rates nämlich einmal mehr mit einem umfassenden Antrag zur Verkehrsberuhigung in Kornelimünster befassen (ab 17 Uhr im Ratssaal). Das leidige Thema wird voraussichtlich abermals an die Bezirksvertretung verwiesen. „In der Tat haben wir das jetzt wieder verstärkt diskutiert“, erklärt Bezirksbürgermeister Eberhard Büchel. Ausgang in Sachen Schließung der Zufahrten: weiter offen. „Es wäre gut, wenn die Menschen selbst darüber entscheiden können, ob der Ortskern abgepollert wird und ob sie bereit sind, alternative Parkmöglichkeiten im Umfeld zu nutzen“, sagt Büchel.

An Letzteren mangele es keinesfalls, unterstreicht Alfred Kreiten, Verfasser der Eingabe und Inhaber des Café Napoleon. Während des Historischen Jahrmarkts hätten sich Parkflächen im Umfeld längst bewährt, weitere könnten ausgewiesen werden. Denn: „Es kann nicht angehen, dass der Ortskern auch in den offiziellen Verbotszonen noch immer und in wachsendem Maße rigoros zugeparkt wird“, wettert der Gastronom. „Feuerwehr- und Rettungswege werden gnadenlos blockiert, weil die Stadt offensichtlich nicht gewillt ist, konsequent Knöllchen zu schreiben.“ Von Abschleppmaßnahmen ganz zu schweigen: „Beim häufig wiederkehrenden Hochwasser ist die Feuerwehr oft stundenlang damit beschäftigt, falsch parkende Pkw aus dem Weg zu räumen, anstatt sich sofort um den Schutz der denkmalgeschützten Bürgerhäuser und der Abteikirche zu kümmern“, sagt Kreiten. Mit dramatischen Folgen: Feuerwehrleute hätten schon ihr Leben riskieren müssen, um Gehölze aus dem reißenden Fluss zu entfernen, weil Aufstellflächen nicht rechtzeitig freigeräumt werden konnten. „Und wenn es brennt, sind die Zufahrten zu den Häusern nicht erreichbar.“ So habe ein Nachbar, der sich vor rund anderthalb Jahren mit knapper Not vor einem Feuer habe retten können, jetzt beschlossen, „an einen sichereren Ort zu ziehen“. Ein Katastrophenschutzplan unter Beteiligung sachkundiger Bürger existiere noch immer nicht. Kurzum: „Wir beantragen als Sofortmaßnahme, die Einfahrt von der Indebrücke zum Korneliusmarkt, die Durchfahrt von der Korneliusstraße zum Benediktus-platz und die Zufahrt von der Klauserstraße komplett zu sperren. Diese Bereiche sollten nur noch zeitlich begrenzt für Lieferanten zugänglich sein.“

Kreiten ist sich im Klaren darüber, dass sein Engagement im Indestädtchen nicht nur mit Beifall bedacht wird. Mancher Geschäftsmann fürchte, dass mit dem Blechfluss im Ortskern auch seine Einnahmequellen versiegen könnten. „Es geht aber darum, Sicherheit zu schaffen und die Attraktivität dieses wunderschönen Ortskerns wieder zu erhöhen“, bekräftigt er. „Deshalb fände ich persönlich es besser, wenn die Politik Mut beweisen und diese Entscheidung selbst fällen würde.“

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