Aachen - Neuer Anlauf: Bilal-Moschee will wachsen

Neuer Anlauf: Bilal-Moschee will wachsen

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
6534841.jpg
Platzbedarf: Die Bilal-Moschee am Königshügel will wachsen, die benachbarten Tennisplätze müssten dafür weichen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es ist beileibe nicht der erste Anlauf zur Erweiterung der Bilal-Moschee am Königshügel, aber es sind wieder einmal die ersten Schritte: Donnerstag soll die Politik im städtischen Planungsausschuss zu diesem Zweck einen Bebauungsplan für das Areal an der Professor-Pirlet-Straße auf den Weg bringen.

Weichen müssten dem Ausbau des Islamischen Zentrums Aachen (IZA), das als Verein hinter der Moschee steht, dann die sechs benachbarten Tennisplätze der RWTH Aachen. Wo die Aachener Studierenden dann künftig die Schläger schwingen können, ist noch ungewiss: „Die Anlage neuer Plätze an einem Ersatzstandort ist derzeit noch in Klärung“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung für die Sitzung des Planungsausschusses.

„Erhebliche Raumnot“

„Wir stehen ganz am Anfang, und es ist noch überhaupt nichts in trockenen Tüchern“, sagt Idris Malik, Mitglied im Vorstand des IZA, auf AZ-Anfrage. Auch habe man noch keine konkreten Pläne, wie die Erweiterung aussehen soll. Was es allerdings wohl seit vielen Jahren in der Bilal-Moschee gebe, sei „eine erhebliche Raumnot“. So sei die Moschee 1964 für 70 Personen ausgelegt worden. Doch in das Gotteshaus, das als erste Moschee in Deutschland unter Denkmalschutz gestellt wurde, strömten mittlerweile Woche für Woche zu den Freitagsgebeten 800 bis 1000 Menschen, an hohen Feiertagen wie dem Opferfest sogar bis zu 2000. „Da stehen die Leute dann auch bei Regen draußen, das ist ein unwürdiger Zustand“, sagt Malik.

Neben der Erweiterung des Gebetsraums schwebt dem Verein auch ein Ausbau des Gemeindezentrums vor. Dabei geht es laut Malik um mehr Raum für kulturelle Veranstaltungen, für soziale Angebote wie ein Familienhilfswerk, aber auch um Themen wie Erziehung, Bildung und Schule. Der Hintergrund: Zum IZA gehört auch die Bilal-Schule, in der laut Vereins-Homepage rund 300 Schüler eingeschrieben sind und die ihre Aufgabe „in der Vermittlung der arabischen Sprache und der islamischen Erziehung der Kinder und Jugendlichen sieht“.

Wie die Erweiterung aussehen könne – ob man etwa Platz durch einen Anbau oder in einem zweiten Gebäude schafft –, sei noch offen und hänge auch von den Belangen des Denkmalschutzes ab, sagt Malik. Darüber wie auch über das Grundstück, das dem Land gehört, sowie über eine Lösung für die Tennisplätze müssten noch etliche Gespräche geführt werden. Zunächst einmal sei man nur froh, „dass die Stadt uns entgegengekommen“ ist mit der Aufstellung eines Bebauungsplans.

Die bisherigen Versuche, die Bilal-Moschee zu erweitern beziehungsweise an andere Stelle ein großes islamisches Zentrum zu bauen, sind vor vielen Jahren gescheitert. Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts schlugen Pläne für einen großen Neubau an der Krefelder Straße hohe Wellen, 1993 schließlich sagte der Stadtrat auch mit großer Mehrheit „Nein“ zu einer abgespeckten Version eines Islam-Zentrums. Hauptgrund für die Ablehnung war damals die Sorge, möglicherweise fundamentalistische Tendenzen zu unterstützen. Damals wie heute distanziert sich das IZA, das zeitweise auch vom Verfassungsschutz beobachtet wurde, von diesem Vorwurf. „Das IZA hat keine organisatorischen Verbindungen zur Muslimbruderschaft oder zu anderen Bewegungen“, heißt es auf der Hompage mit Blick auf den früheren IZA-Leiter Issam El-Attar, der Anfang der 60er Jahre Oppositionsführer in Syrien war, laut Verein seine Mitgliedschaft in der Muslimbruderschaft aber „bereits 1977“ aufgegeben hat.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert