Neuer Aachener Kunstverein versteigert 330 Kunstwerke

Von: Sarah Thelen
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Interessante Kunstwerke sind da, jetzt sind die Bieter gefragt: Brigitte Steiner (links) und Melanie Bono vom NAK hoffen auf einen hohen Ertrag bei der kommenden Auktion. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Melanie Bono und Brigitte Steiner haben in den vergangenen Wochen bereits zu Hauf Weihnachtsstimmung geschnuppert. Und zwar fern von Weihnachtsmärkten und Adventsfeiern. Direkt an ihrem Arbeitsplatz, mitten im Stadtpark.

Die Leiterin und die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Neuen Aachener Kunstvereins (NAK) haben zahlreiche Pakete und Päckchen ausgepackt, Bilder aufgehängt, Skulpturen drapiert und währenddessen die Jahresauktion 2009 des NAK vorbereitet.

„Das war wirklich sehr spannend, all die tollen Kunstwerke auszupacken und sich überraschen zu lassen, was wohl in den Päckchen steckte”, erzählt Bono. 330 Kunstwerke junger internationaler Künstler aus Düsseldorf, Köln und Berlin sind inzwischen in den Ausstellungsräumen des NAK angekommen.

230 Künstler beteiligen sich 2009 an der Auktion, mit deren Erlös der NAK das Kulturprogramm für das kommende Jahr finanziert. „Künstler oder Galeristen stellen uns Werke zu Verfügung, die wir versteigern. Mindestens 40 Prozent des Verkaufserlöses fließen an den NAK, der Rest bleibt beim Künstler”, erläutert Bono das Konzept hinter der Auktion.

Rund 100 Werke versteigert Auktionsleiter Professor Henrik Hanstein vom Kunsthaus Lempertz in Köln in einer lauten Auktion: „Das heißt, er bietet die Werke dem Publikum an und steigert wenn möglich den Steigerungswillen der Bieter. Wir hatten auch schon Leute dabei, die von außerhalb per Telefon mitgeboten haben. Das ist immer besonders spannend und verleiht Aachen einen kleinen Hauch von Welt”, freut sich Bono.

Die übrigen 230 Werke können Kunstsammler per schriftlichem Gebot in einer stillen Auktion erstehen. Und besonders hier lohnt es sich, eine der Führungen im Vorfeld besucht zu haben. Denn: „Teilweise liegen die Mindestgebote unter 30 Prozent des Schätzwertes. Da ist ein echter Schnapp leicht drin”, rät Bono.

Ein Werk von Andreas Diefendahl etwa startet bei einem Mindestgebot von einem Euro - Schätzwert 1800 Euro. „Diefendahl kritisiert in seiner Kunst das Konsumdenken. Und in einer Auktion, in der es eben ums Geld geht, ironisiert er diese Haltung durch das niedrige Mindestgebot.” Aber auch lohnenswerte Geldanlagen finden sich unter den Auktionsstücken: Eine Arbeit der Begründer der dokumentarischen Fotografieschule Bernd und Hilla Becher hat einen Schätzwert von 8000 Euro, Sammler haben die Chance, dieses Werk ab 4500 Euro zu ersteigern. „Hier kann man sich sicher sein, dass diese Fotografie nie mehr an Wert verlieren wird”, erläutert Bono.

Die NAK-Leiterin hofft auf eine erfolgreiche Versteigerung: „2008 kauften die Menschen sehr zurückhaltend. Wir hoffen, dass sich jetzt der angebliche Aufschwung nach der Wirtschaftskrise auch hier bemerkbar macht.”

Vor der Auktion am 12. Dezember führen Fachleute durch die Ausstellung und erläutern je themenspezifisch deren Wert und Hintergrund. Neben Fotografien, Skulpturen und Gemälden zählen zu den Auktionsstücken vor allem Zeichnungen und Aquarelle.

Führungen im Vorfeld der NAK-Jahresauktion

Samstag, 19 Uhr, mit Dr. Jan Hoet, Freier Ausstellungskurator;

Sonntag, 6. Dezember, 15 Uhr mit der Kunstkritikerin Renate Puvogel; Montag, 7. Dezember, 19 Uhr mit Dr. Gregor Jansen, Leitung des ZKM Museums für Neue Kunst, Karlsruhe;

Dienstag, 8. Dezember, 19 Uhr mit Susanne Titz, Direktorin des Museums Abteiberg in Mönchengladbach;

Mittwoch, 9. Dezember, 19 Uhr mit Dr. Brigitte Franzen, Direktorin des Ludwig Forums;

Donnerstag, 10. Dezember, 19 Uhr mit Daniel Hug, Direktor der Art Colgne, und Werner Dohmen, Vorstandsvorsitzender des NAK.

Die Jahresauktion selbst findet am Samstag, 12. Dezember, ab 19.30 Uhr beim NAK, Passstraße 29, statt. Einlass ist bereits um 18.30 Uhr.
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