Neuer Aachener Kunstverein: Das Schauspiel entdeckt Miniaturformat

Von: Sarah Schach
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Schauspielerische Miniaturen im NAK: Catharina Marquet, Mona Creutzer, Annette Schmidt und Jochen Deuticke (von links) vom Theater K. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Im Neuen Aachener Kunstverein findet ein ungewöhnliches Theaterereignis statt: Das Theater K zeigt das Stück „Miniaturen – 12 Akteure auf 2m2“. Dabei stehen jedem Akteur die Räume des NAK und jeweils fünf Minuten Spielzeit zur Verfügung.

Jeder der zehn Darsteller darf selbst gestalten, was er zeigt. In den vorbereiteten Sequenzen geht es um große Themen wie Liebe, Tod, Familie und Freiheit.

Schauspielerin Mona Creutzer: „Die jeweils vorgeschlagenen fünfminütigen Passagen der Darsteller lassen sich erstaunlich gut verbinden.“ Neben Schauspielern sind auch Musiker, Sänger und Tänzer dabei. Jeder bringt die eigene Kreativität und Inspiration ein. Während die Miniaturen durch die Räume des NAK wandeln, bleibt das Publikum nah dran und folgt den Darstellern auf ihren Wegen. Aufgrund der beengten Räume können pro Vorstellung jeweils nur 20 Zuschauer teilnehmen. Das Stück dauert eine Stunde und wird ausschließlich am Freitag, 13. und Samstag, 14. März jeweils drei Mal aufgeführt (um 19, 20 und 21 Uhr). Es gibt also insgesamt sechs Vorstellungen, die nicht wiederholt werden.

„Es handele sich um eine Versuchsanordnung“, meint Ben Kaufmann, künstlerischer Leiter des NAK. Die Räume befinden sich gerade im Umbau zwischen zwei Ausstellungen. Die Schauspieler wollen die noch stehenden „Reste“ der vergangenen Ausstellung mit in das Spiel einbeziehen. Ben Kaufmann spricht von einem „ganz speziellen Format“, das spontan für die Räume des NAKs angelegt sei.

Schauspielerin Anette Schmidt bezeichnet das Ganze eine „innovative Situation“, die nicht zuletzt aus der derzeitigen Heimatlosigkeit des Theater K resultiert. Man könnte meinen, dass das Ensemble aus der Not eine Tugend macht. Doch Anette Schmidt widerspricht und meint, dass es sich nicht um eine Notsituation handele, sondern um „ein Dazwischen“, das zu einem „inspirierenden Zustand“ führe.

Das Ensemble ist seit vergangenem Sommer heimatlos, nachdem es die Bastei als feste Spielstätte verließ. Zwar dient das Tuchwerk in der Soers als provisorische Spielstätte, dennoch sucht man sich laufend neue, provisorische Spielorte.

Das führt zu interessanten Kooperationen, wie diesmal mit dem NAK. „Aus dieser besonderen Situation entstehen besondere Ideen“, sagt Creutzer. Gleichzeitig fordere die Situation nicht nur vom Ensemble, sondern auch von seinen Zuschauern große Flexibilität ein. Doch das sei für beide Seiten äußerst positiv, denn so lernen alle Beteiligten neue Orte und Spielsituationen kennen, was das ganze interessant macht.

Der NAK hat seine Heimat an der Passstraße 29, Infos gibt es unter Telefon 503255.

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