Aachen - Neuenhofstraße: Die Baustelle dauert viel länger

Neuenhofstraße: Die Baustelle dauert viel länger

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Ampel reagiert verkehrsabhängig: Trotzdem gibt es auf der Neuenhofstraße länger Staus. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Wer auf der Neuenhofstraße staugeplagt im Internet nach Ursachen für den Zeitverlust sucht, macht zwei Fehler: Erstens ist der Gebrauch von Smartphones am Steuer verboten. Zweitens darf man online (noch) nicht auf das Baustelleninformationssystem der Stadt Aachen vertrauen.

Dieses erklärt nämlich am 11. April, dass die „Kabel- und Rohrverlegungsarbeiten“ auf der vielbefahrenen Automeile Richtung Eilendorf am 1. April 2016 beendet wurden. Was natürlich falsch ist. Richtig ist vielmehr, dass die Arbeiten statt drei Monate nunmehr rund fünf Monate dauern sollen – also bis Ende Mai 2016.

Für zehntausende Autofahrer und die anliegenden Autohäuser auf der Neuenhofstraße löst dies erhebliche Mehrbelastungen aus. Zu Stoßzeiten und im Berufsverkehr reichen kilometerlange Blechschlangen seit Mitte Januar über den Madrider Ring bis tief in den Eisenbahnweg. Denn mehrere hundert Meter der Baustelle sind nur einspurig für den Verkehr zu nutzen. Dies regelt eine Baustellenampel der neuen Generation. Und die denkt mit: Zwischen 15 und 55 Sekunden zeigt die Ampel wechselseitig Grün, ein Sensor zählt die an der Lichtzeichenanlage vorbeirollenden Fahrzeuge.

Zählt die Technik auf einer Baustellenseite weniger Autos, verlängert sie auf der anderen Seite automatisch die Grünphase – was clever ist und den Verkehrsfluss fördert. Leider kriechen selbst bei der längsmöglichen Grünphase von 55 Sekunden kaum mehr als 25 Pkw in einer Richtung an der Baustelle vorbei. Dies führt in verkehrsstarken Zeiten dazu, dass trotzdem lange Staus unumgänglich sind – zumal die benachbarte Debyestraße ebenfalls noch durch Straßenbaustellen durchlöchert ist.

Stawag-Sprecherin Angeli Bhattacharyya räumt ein, dass die Baustelle auf der Neuenhofstraße zunächst auf drei Monate angelegt war. Jedoch: „Schlechte Wetterbedingungen im Januar und Februar, die Verlegung von mehr Leerrohren als vorab geplant und die dadurch aufwendigere Oberflächenwiederherstellung haben den Zeitplan über den Haufen geworfen“, sagt sie.

Man gerate allein dadurch in einen sechswöchigen Verzug. Hauptgrund für die Tiefbaumaßnahme ist die Verlegung einer neuen Hauptstromtrasse zwischen den Umspannwerken Rothe Erde und Eilendorf. Bhattacharyya betont, dass man schon seit Wochen im engen Austausch mit den Anliegern stehe. „Von den Anwohnern, im Besonderen von den Autohäusern, gab es zu keinem Zeitpunkt Beschwerden“, erklärt sie.

Kontakt zu Betroffenen hält man derweil auch entlang einer zweiten, außergewöhnlich verkehrshemmenden Straßenbaustelle – auf der Krefelder Straße. Dort sollte von September 2015 bis März 2016 unterirdisch der Hauptkanal erneuert werden – was auch geschehen ist. Bloß: Der nun bis zum 13. Mai 2016 angesetzte zweite Bauabschnitt (Erneuerung der Hausanschlüsse) ändert nichts am einspurigen Zickzack-Kurs zwischen der Einmündung Albert-Servais-Allee und der Kreuzung Passstraße. Mindestens bis Mitte Mai ist demnach auch dort weiterhin regelmäßig mit langen Staus zu rechnen.

Warum es der Stadt Aachen nach wie vor nicht (immer) gelingt, die Baustellenphasen und Verkehrsbehinderungen aktuell im dafür eigens eingerichteten Baustelleninformationssystem der Stadt (www.aachen.de/baustellen) darzustellen, erklärt Axel Costard vom Presseamt: „Wir zählen pro Jahr 1800 Baustellen in Aachen – von der großen Kanalneubaumaßnahme bis zum Schlagloch. Da kann man unmöglich immer gleichzeitig alles im Blick behalten“, sagt er.

Man sei zudem darauf angewiesen, dass jeder mit Baumaßnahmen betraute Sachbearbeiter die entsprechenden Verkehrsanordnungen zuverlässig in das städtische Computersystem einpflege. Costard stellt spürbare Besserung in Aussicht: „Wir wollen künftig die großen Baumaßnahmen noch stärker im Blick behalten und Abweichungen im Zeitplan in engerer Absprache mit der Stawag früher kommunizieren.“ Was sicher kein Fehler wäre.

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