Neuen Asphalt weggebaggert

Von: Robert Esser
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Erst asphaltiert, jetzt weggebaggert: Aus Sicherheitsgründen habe man den Kronenberg erst breiter teeren müssen, bevor der neue Bürgersteig angelegt werden konnte, erklärt die Stadt. Foto: Robert Esser

Aachen. Es sieht aus wie ein Planungsfehler und Geldverschwendung, gehört aber angeblich zum Sicherheitskonzept: Wenige Wochen, nachdem die Asphalttragschicht an der Straßenbaustelle am Kronenberg aufgetragen wurde, wird diese nun teilweise wieder weggerissen.

Auf einer Strecke von mehreren hundert Metern - vom „Backenzahn” St. Hubertus bergauf entlang der linken Seite - tragen die Bautrupps einen rund anderthalb Meter breiten, frisch planierten Untergrundstreifen gerade ab. Denn dort fehlt noch der neue Bürgersteig.

Und der soll künftig mehr Platz bieten, während die Straße von 7,5 auf 6 Meter Breite zurückgebaut wird. „Das haben die wohl vergessen! Wie hier Steuergelder verschwendet werden, ist wirklich unglaublich”, klagt der Anwohner und Architekt Karl Schumacher.

Warum trotz der bekannten Straßen- und Bürgersteig-Planung genau da, wo demnächst der neue Bürgersteig entstehen soll, erst Straßenbelag erneuert wurde, der nun postwendend entfernt wird, erklärt die Stadt so: Laut der offiziellen „Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen” - kurz RSA - seien wegen des Bus- und Lkw-Verkehrs entlang der Baustelle Spurbreiten von 2,90 Metern, dazu sogenannte Aufstellungstreifen von zwei Mal 40 Zentimetern und ein „Schutzstreifen” mit einer Breite von 30 Zentimetern vorgeschrieben.

Und dies während der Bauzeit. Das heißt: Solange die Straßenbaustelle besteht, muss die Straße am Kronenberg - nach Angaben des städtischen Presseamts - aus Sicherheitsgründen 7,50 Meter breit sein. „Das ist eben Vorschrift”, hieß es Donnerstag auf Anfrage der AZ. Diese gelte ausnahmslos für alle Straßenbaustellen Aachens. Erst wenn die 1,9 Millionen Euro teure Baustelle am Kronenberg tatsächlich in diesem Sommer fertiggestellt sei, dürfe die Straße dann wieder schmaler sein.

Diese schwer nachvollziehbare Regel erscheint noch unlogischer, wenn man die aktuelle Situation am Kronenberg betrachtet. Denn derzeit rollen dort Autos, Busse und Lkw an der Baustelle vorbei, obwohl der - zu viel - asphaltierte Straßenteil schon wieder abgetragen wird.

Welche Vorschrift oder Richtlinie bei dieser „Sicherheitslücke” greift, konnte die Stadt am Donnerstag auch nach Rücksprache mit der entsprechenden Fachabteilung nicht klären.
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