Aachen - Neue Vortragsreihe im Klinikum: „Globale Gesundheit“ in den Blickpunkt rücken

Neue Vortragsreihe im Klinikum: „Globale Gesundheit“ in den Blickpunkt rücken

Von: Svenja Pesch
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Aachen. Über eine Milliarde Menschen haben gar keinen Zugang zu medizinischer Versorgung, zwei bis drei Milliarden keinen ungehinderten. Missstände, die gerade im westlichen Europa häufig keine Beachtung finden. Die Veranstaltungsreihe „Global Health – Globale Gesundheit im Diskurs“ informiert im Rahmen von Vorträgen über den Stellenwert der „Globalen Gesundheit“.

Organisiert vom Eine Welt Forum Aachen, GandHI Aachen (Globalisation and Health Initiative), „Mezis“ (Mein Essen zahl ich selbst – Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte) und UAEM (Universities Allied for Essential Medicines) sprechen die Akteure mit den Fachvorträgen ein breites Publikum an.

Sophia Barth von GandHI betont: „Unser Anliegen ist es, das Thema Globale Gesundheit in die Lehre der Uni zu bringen, denn viele Studierende wissen darüber zu wenig. Deshalb hoffen wir, dass wir Studenten dafür begeistern können, denn sie sind schließlich die Stellschrauben der Zukunft. Natürlich freuen wir uns auch über Interessierte abseits des medizinischen Sektors. Denn Vorwissen benötigt man nicht.“

Auftakt mit Film von Ai Weiwei

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe macht der Film „Human Flow“ am 17. April. Der chinesische Künstler Ai Weiwei begleitet filmisch die weltweite Flüchtlingsbewegung und fokussiert sich auf die Menschen und ihre Geschichten. Am 14. Mai referiert Dr. Thomas Böhm unter dem Titel „Krankenhaus statt Fabrik – Die Ökonomisierung des Gesundheitswesens?“ über Fallpauschalen und die Frage, wie sich Ärzte finanziell beeinflussen lassen.

Am 30. Mai berichtet Dr. Miriam Haverkamp über die medizinische Versorgung in den USA. „American Healthcare – ein System mit Risiken und Nebenwirkungen“ lautet der Titel ihres Vortrages. Kein Land der Welt gibt mehr Geld für sein Gesundheitssystem aus als die USA. Doch was es mit der umstrittenen Krankenversicherung auf sich hat und warum sich trotzdem so viele Menschen in den USA Gesundheit nicht leisten können, wird die Ärztin und Spezialistin für Infektionskrankheiten am Uniklinikum Aachen ausführlich beleuchten.

Dr. Christian Wagner-Ahlfs rundet mit seinem Thema „Öffentliche Forschung? Kommt gut an…“ die Vortragsreihe am 19. Juni ab. Universitäten leisten mit ihrer Forschung einen wesentlichen Beitrag zur globalen Gesundheitsversorgung. Patentierung der Forschungsergebnisse und Lizenzen an Unternehmen sorgen aber für Probleme. Wagner-Ahlfs diskutiert die Frage, wie eine Universität solche Probleme beim Umgang mit ihrer Forschung vermeiden kann.

Vielfältige Ursachen

„Die Gründe für eine derart hohe Zahl an Menschen, die keinen oder nur eingeschränkten Zugang zur medizinischen Versorgung haben, sind vielfältig. Armutsproblematiken, historische Gründe, wie Kriege oder Kolonialisierungen, oder auch eine reiche Machtelite, die soziale Grundrechte nicht verankert, tragen dazu bei, dass Globale Gesundheit nicht jeden erreicht. Umso wichtiger, Aufklärungsarbeit zu leisten und zu informieren“, resümiert Dr. Jan Salzmann von Mezis.

 

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