Aachen - Neue U3-Plätze möglichst schnell schaffen

Neue U3-Plätze möglichst schnell schaffen

Von: Sarah Sillius
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Aachen. Eigentlich sind sich die Vertreter der Fraktionen im Kinder- und Jugendausschuss gar nicht so uneinig. Aber das merken sie erst am Ende einer langen Diskussion, als sie endlich einen Kompromiss finden. Mit dem sollen nun möglichst schnell neue Plätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden.

Die Politiker wissen: Wenn der gesetzliche Anspruch auf einen U3-Platz erfüllt werden soll, muss mindestens eine Versorgungsquote von 35 Prozent abgedeckt werden. Dafür fehlen 371 Plätze. Wenn sie einer Elternbefragung Glauben schenken, fehlen bis Mitte 2013 sogar 900. Das entspricht einer Versorgungsquote von 44 Prozent. Weil die Zeit drängt, sind die Schwarz-Grünen an diesem Abend zuversichtlich, dass sie ihren Beschlussvorschlag schnell durchbringen werden.

Grundlage ihrer Überlegungen ist die 400 Seiten starke sozialraumbezogene Analyse zur Bedarfs- und Ausbauplanung für Kindertagesstätten. Schwarz-Grün will freie Räume in Schulen, Kirchen oder freien Trägern prüfen lassen, ebenso wie mögliche Neubauten an der Passstraße oder in Aachen-Nord (Eintrachtstraße oder Talstraße). Um weitere Plätze zu schaffen, will man auch mit freien Trägern und Elterninitiativen ins Gespräch kommen.

Besonders dringend werden Lösungen für die Bereiche Ostviertel/Rothe Erde und Innenstadt gesucht (wir berichteten). „Denkverbote gibt es nicht”, sagt Peter Tillmanns (CDU). Und Geld dürfe nur ein Randthema sein. „Wir sind an einem Punkt, an dem wir nicht mehr nur Ü3-Plätze in U3-Plätze umwandeln können”, sagt Hilde Scheidt (Grüne). „Wir müssen umbauen, anbauen und neu bauen.” Die im Haushalt vorgesehenen 2,5 Millionen Euro pro Jahr würden nicht ausreichen.

Martin Künzer (SPD) hat einen Gegen-Entwurf vorbereitet. Seine Kritik: Die Zielvorgabe des Landes von 35 Prozent fehlt im schwarz-grünen Papier, auch wenn diese Versorgungsquote vermutlich nicht ausreichen wird. Ebenso müsse die Deckelung beim Tagespflegeangebot aufgehoben werden. Bisher hatte Schwarz-Grün die Betreuungsmöglichkeiten bei Tagesmüttern auf maximal 400 Plätze festgelegt.

„Ihr Antrag kommt zu kurz”, wirft Künzer CDU und Grünen vor. „Es muss uns gelingen, konkrete Platzzahlen zu schaffen.” Es steht Vorschlag gegen Vorschlag - zum Ärger der Schwarz-Grünen. Scheidt: „Oppositionsarbeit heißt nicht, den Ausschuss vorzuführen. Wir haben dafür zu sorgen, dass der Ausbau endlich auf den Weg gebracht wird.” Ratlos sind auch die Vertreter der freien Träger. Ursula Braun-Kurzmann, Geschäftsführerin des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), bringt es auf den Punkt: „Am liebsten würde ich die Anträge zusammenpacken.”

Ausschussvorsitzende Ruth Wilms (CDU) nimmt den Wunsch auf. Sie berät sich mit den Ausschusssprechern der Fraktionen, es kommt zum Kompromiss, der einstimmig angenommen wird. Im überarbeiteten Beschlussvorschlag ist das Ziel aufgenommen, dass 35 Prozent der Aachener Kinder unter drei Jahren einen Platz erhalten sollen. Ebenso ist vorgesehen, das Angebot für Kindertagespflege flexibler zu gestalten.

Bis zur Sitzung am 29. November hat die Verwaltung eine Menge Arbeit vor sich. Jugenddezernent Wolfgang Rombey: „Wir müssen die Erwartungshaltung einschränken, dass wir bis dahin schon fertige Planungen vorlegen können.” Konkret werde es erst im Februar - einen Monat bevor die Kita-Plätze beim Land gemeldet werden.

„Kita-Portal” geht voraussichtlich später online

Die unendliche Geschichte des zentralen Anmeldeverfahrens geht in die nächste Runde. Eigentlich war geplant, dass ein „Kita-Portal” am 1. Januar 2012 online geht. Über die Internetseite sollen sich Eltern um einen Kita-Platz in einer Einrichtung bewerben können. Die Stadt erhofft dadurch eine verbesserte Kindergartenbedarfsplanung. An den Daten könnten sie ablesen, wie viele Kindergartenkinder in welchem Stadtviertel angemeldet werden.

Bislang hatten sich aber nur die städtischen Einrichtungen dazu bereiterklärt, teilzunehmen. In den letzten drei Wochen zeigten dann die freien Träger dann doch ihre Bereitschaft.

Eine Entwicklung, die die Verwaltung einerseits freut, die aber zu Verzögerungen führen wird, erklärt Manfred Ernst vom Fachbereich Kinder, Jugend und Schule. „Wir müssen die mitwirkenden Einrichtungen bis zum Ende des Jahres schulen, das werden wir nur bei den städtischen Einrichtungen schaffen.”

Es gilt alswahrscheinlich, dass das „Kita-Portal” erst einige Monate später als geplant an den Start geht.
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