Neue Radwege kosten Autofahrer Spuren

Von: Amien Idries
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Aachen. Er ist unsichtbar, aber viele sehen Rot. Wegen Feinstaub. Um seiner hohen Konzentration Herr zu werden, mussten viele Städte auf Anordnung der Bezirksregierung Umweltzonen einrichten.

Aachen wurde bislang „verschont”, weil es das Problem mit einem Luftreinhalteplan (LRP) in den Griff zu bekommen glaubt. Der LRP soll mehr Menschen auf den Drahtesel setzen. Deswegen gibt die Stadt jetzt Gas.

Bereits 2002 wurde der Maßnahmenplan Radverkehr angestoßen. Eine der Maßnahmen ist die Lückenschließung der Radwege sowohl am Graben- als auch am Alleenring. Die Ausschreibungen für die Gräben laufen, jetzt ist der Alleenring dran.

„Unser Ziel, aus Aachen eine fahrradfreundliche Stadt zu machen, hängt auch davon ab, wie sicher man sich auf dem Rad durch die Stadt bewegen kann”, erläutert Uwe Müller, Abteilungsleiter Verkehrsmanagement. Hier gebe es vor allem an der Junkerstraße und auf dem Ring vom Marschiertor über die Normaluhr bis zum Kaiserplatz erheblichen Nachholbedarf.

Die Pläne sehen vor, dass auf beiden Fahrbahnseiten - sofern nicht schon vorhanden - sogenannte Schutzstreifen angelegt werden. Das sind markierte Bahnen für Radfahrer, die Bestandteil der Straße sind und somit auch von Autofahrern überrollt werden können.

Im Einzelnen: An der Junkerstraße zwischen König- und Lochnerstraße soll zu dem bereits bergauf vorhandenen Schutzstreifen ein weiterer bergab hinzugefügt werden. Dem fiele bergauf eine Pkw-Fahrbahn zum Opfer. Auch auf der Lagerhausstraße (Höhe Marschiertor) soll eine Fahrbahn wegfallen. Hier müssten auf beiden Seiten Schutzstreifen für Zweiräder angelegt werden. „Das Fehlen der Pkw-Bahnen kann zum Teil dadurch kompensiert werden, dass die Schutzstreifen, wenn keine Radfahrer gefährdet werden, von den Autos genutzt werden können”, verdeutlichte Müller.

Zwischen Hauptbahnhof und Normaluhr sollen vier Pkw-Fahrbahnen bleiben. „Hier ist ein Wermutstropfen, dass die zehn Parkplätze gegenüber des Verwaltungsgebäudes wegfallen”, sagt Müller. Als Alternative bestünde die Möglichkeit, Plätze in der Hackländerstraße einzurichten.

An der Normaluhr sollen die aus Richtung Hauptbahnhof kommenden, linksabbiegenden Radler mit dem Pkw-Verkehr über den Verkehrsknotenpunkt geführt werden. Hier soll der nötige Platz durch eine Verkleinerung der Mittelinsel gewonnen werden. Vor allem Fahrradfahrer, die die Normaluhr Richtung Burtscheid überqueren, sollen von der neuen Verkehrsführung profitieren. Auch auf der Wilhelmstraße bis zum Kaiserplatz sieht die Verwaltung auf beiden Seiten einen Schutzstreifen vor. „Damit hätten wir auf dem Alleenring erstmals ein durchgängiges Radwegenetz”, erklärte Müller.

Dazu muss der Vorschlag aber zunächst den Mobilitätsausschuss passieren. Die Kosten schätzt die Verwaltung auf 400.000 Euro, von denen 70 Prozent aus Bundesmitteln fließen könnten. Wenn alles optimal läuft, könnte in der zweiten Hälfte des Jahres 2011 mit der Umsetzung begonnen werden. Dann wird übrigens auch entschieden, ob die Umweltzonen in Aachen eingeführt werden.
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