Neue Radwege: Auf dem inneren Grabenring schließt sich der Kreis

Von: Oliver Schmetz
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Aachen. Rund 290 Kilometer umfasst das Aachener Radverkehrsnetz mittlerweile. Ganz schön viel, möchte man meinen. Doch wer regelmäßig in die Pedale tritt, dem fallen eher die Lücken auf. Und so sind die wenigen Kilometer, die jetzt hinzukommen sollen, für Radfahrer ein vergleichsweise großer Schritt.

Denn wenn die Politik im Verkehrsausschuss am 23. April (17 Uhr, Verwaltungsgebäude Marschiertor) grünes Licht gibt, wird der innere Grabenring rundum zum fahrradfreundlichen Pflaster: Für Templergraben, Karlsgraben, Löhergraben, Alexianergraben und Kurhausstraße soll der Baubeschluss gefasst werden.

Damit sich der Kreis schließt, soll allerdings weniger gebaut, als vielmehr gepinselt werden. Denn bei den Maßnahmen, die das Aachener Planungsbüro Kaulen erarbeitet hat, handelt es sich um Markierungslösungen. Die haben laut Verwaltung gleich zwei Vorteile: Sie sind schnell umsetzbar und kostengünstig. Insgesamt sollen die neuen Radwege auf dem inneren Grabenring rund 210.000 Euro kosten.

Die Markierungen werden grundsätzlich als Schutzstreifen angebracht, die mindestens 1,25 Meter breit sind und vom Kfz-Verkehr überfahren werden können. Am Karlsgraben ist dafür im Abschnitt zwischen Königstraße und Lochnerstraße allerdings zu wenig Platz, weswegen die Planer vorschlagen, das Schrägparken auf der einen Straßenseite in Längsparken umzuwandeln.

„Vorgezogene Aufstellflächen”

Wo genügend Platz ist - mindestens sieben Meter Fahrbahnbreite -, sind zusätzliche Sicherheitsstreifen vorgesehen, die den Radlern sicheren Abstand zu parkenden Pkw verschaffen sollen. Eine weitere Variante ist das Anbringen von „richtigen” Radfahrstreifen. Diese erfordern aber eine Mindestfahrbahnbreite von 9,50 Meter - was nur in der Kurhausstraße der Fall ist.

An Ampelkreuzungen sehen die Planer vorgezogene Aufstellflächen für Radfahrer zum direkten Linksabbiegen vor. An einigen Stellen wird indirektes Linksabbiegen favorisiert: Dabei fahren die Zweiräder zunächst rechts neben dem geradeaus fahrenden Pkw-Verkehr über die Kreuzung, warten dann in eigenen Aufstellbereichen und überqueren schließlich die Fahrbahn parallel zu den Fußgängern.

Erstmals vorgestellt wurden diese Pläne Anfang März in der „Arbeitsgruppe Radverkehr”, der Vertreter von Verwaltung, Parteien, Polizei, Aseag, ADFC und VCD angehören. Dort war der Tenor laut Verwaltung „grundsätzlich positiv”, Anregungen seien geprüft und weitestgehend in die aktuelle Planung eingearbeitet worden.

Mit bald 290 Kilometern und ein paar Zerquetschten ist das Ende der Fahnenstange in Sachen Radwege aber noch nicht erreicht. Auf dem Alleenring, im Ostviertel und an manchen Hauptverkehrsstraßen macht der Arbeitskreis weitere Baustellen aus, doch fehlt dafür - zumindest in diesem Jahr - das Geld.
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