Aachen - Neue Parkzonen: Vorfahrt für Bewohner

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Neue Parkzonen: Vorfahrt für Bewohner

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
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Auf den Weg gebracht: Die Bewohnerparkzone Z rund um die Zollernstraße soll bald schon erweitert werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Anwohner sollen im Frankenberger Viertel und dem angrenzenden Steffensviertel Vorfahrt haben – wenn es um die raren Parkplätze an den Straßenrändern geht. Drei neue Bewohnerparkzonen sollen zwischen Wilhelmstraße und Bahnhof Rothe Erde schnellstmöglich eingerichtet werden.

 Dann gilt: Wer seinen Hauptwohnsitz mit einem an einer Adresse im Parkbereich zugelassenen Fahrzeug besitzt oder ein Firmenfahrzeug dort nutzt, kann einen Bewohnerparkausweis beantragen. Auch Studierende an einer Aachener Hochschule, die ein Fahrzeug von den Eltern nutzen, erhalten den Ausweis, wenn sie ihren Hauptwohnsitz im jeweiligen Viertel angemeldet haben. Dabei kostet so ein Ausweis 30 Euro und ist ein Jahr gültig. Etwa 12.000 Parkausweise liegen laut städtischem Presseamt hinter Aachener Windschutzscheiben.

Für das Frankenberger und das Steffensviertel bedeutet dies: 5711 Fahrzeuge sind in dem gesamten Bereich, in dem Bewohnerparken eingerichtet werden soll, zugelassen. Die Stadt geht davon aus, dass mindestens rund 1000 Ausweise beantragt werden. So werden 30.000 Euro eingenommen.

Kritiker verstummen lassen

Am kommenden Mittwoch, 10. April, wird die Bezirksvertretung Mitte das Thema diskutieren. Erstmals stand es im September 2011 auf der Tagesordnung. Doch nie lagen derart konkrete Zahlen vor. Letztlich sollen diese auch Kritiker verstummen lassen, denn die hatte es rund um Bismarckstraße und Oppenhoffallee immer wieder gegeben. Weil gerade abends, wenn das Bewohnerparken nicht gilt, die Suche nach Parkplätzen oftmals quälend lange dauert. Nach einer Alternative zum Bewohnerparken wurde in der Verwaltung aber nicht Ausschau gehalten. Stattdessen wird auf die Teilung des Viertels in Sachen Parkzonen gesetzt.

Die Zone Z (Zollernstraße) würde – die Zustimmung der Politik vorausgesetzt – bis zum Kaiserplatz und entlang des Adalbertsteinwegs bis zur Kongressstraße erweitert, Luisen- und Brabantstraße einschließen. Hier gibt es 2692 Bewohner, 2664 davon mit Hauptwohnsitz, und 1135 zugelassene Fahrzeuge. Und für die stehen 527 Parkplätze zur Verfügung, 35 davon mit eingeschränktem Halteverbot. Hinzu kommen laut einer städtischen Untersuchung 357 private Stellplätze und das Parkhaus Friedrichstraße mit 610 Parktaschen.

Die Zone V (Viktoriaallee) wird unter anderem Oppenhoffallee und Kongressstraße umfassen und dann entlang der Viktoriastraße und der Viktoriaallee bis zur Eisenbahnbrücke Erzbergerallee verlaufen sowie Neumarkt, Turpinstraße und Bismarckstraße einschließen. Hier leben 4942 Bewohner, davon 4879 mit Hauptwohnsitz. Zugelassen sind 2952 Fahrzeuge. Parkplätze wurden von der Stadt 1478 gezählt, davon 42 mit eingeschränktem Halteverbot. Hinzu kommen 818 private Stellplätze und 400 im Parkhaus des Justizzentrums.

Die Zone C (Beverstraße) schließt an V an und läuft entlang des Adalbertsteinwegs bis zum Bahnhof Rothe Erde. 4420 Bewohner, darunter 4365 mit Hauptwohnsitz, und 1624 zugelassene Fahrzeuge meldet die Stadt. Für die gibt es 851 Parkplätze – 25 mit eingeschränktem Halteverbot. Hinzu kommen 735 private Stellplätze und die Tiefgarage Goerdelerstraße/Kronprinzenstraße mit 110 Plätzen. Und für alle drei geplanten neuen Parkbereiche betont die Stadt in der Vorlage für die Politiker: „Die Umsetzung der Bewohnerparkzone würde zu einer Entspannung der Situation beitragen.“ Diese Erfahrung wurde auch schon andernorts gemacht.

Bislang 17 Zonen

17 verschiedene Bewohnerparkzonen gibt es bislang in Aachen. Wobei die Zone T (Thomashofstraße) am 1. September 2012 vergrößert wurde. Beschlossen ist bereits die Zone N (Nizzaallee), welche neben der Nizzaallee auch Försterstraße, Lousbergstraße, Ludwigsallee, Rütscher Straße, Theresienstraße, Weyhestraße, Kupferstraße und einen Bereich der Roermonder Straße, der bislang zu Zone K zählt, umfassen wird. Unterschieden wird in zwei Tarifzonen.

Die Tarifzone I gilt innerhalb des Alleenrings sowie auf der Zollamt-, Hackländer-, Friedland- und der unteren Burtscheider Straße. Dort muss montags bis samstags von 9 bis 21 Uhr gezahlt werden – und zwar 30 Cent für die ersten 20 Minuten, dann 20 Cent pro 10 Minuten bis 60 Minuten Parkdauer und dann noch einmal 30 Cent pro 10 Minuten bis 90 Minuten Parkdauer. Anschließend kosten 15 Minuten immer 50 Cent. Die Tarifzone II gilt außerhalb des Alleenrings. Gezahlt werden muss montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr – und zwar 25 Cent für die ersten 30 Minuten, dann 15 Cent pro 10 Minuten bis 90 Minuten Parkzeit und anschließend 20 Cent pro 10 Minuten. Diese Tarifzone würde dann auch für das Frankenberger Viertel gelten.

Dort wurde bei städtischen Begehungen – um 6, 9, 17, 20 und 23 Uhr – eine „überwiegend hohe Parkraumauslastung“ festgestellt. Bisweilen zu 100 Prozent. Es gab also nicht einen einzigen freien Parkplatz. Allerdings wurde auch festgestellt, dass viele Autos nicht im Viertel gemeldet waren. In der Zone V waren es beispielsweise nur 23,3 Prozent, vormittags sogar nur 13,9 Prozent. In der Zone Z sind die Ergebnisse noch deutlicher mit 5,7 Prozent und morgens um 9 Uhr sogar nur 3,6 Prozent. Die neuen Zonen sollen den Bewohnern Platz schaffen. Und alle anderen Pkw-Piloten müssen zahlen und – bislang – nach zwei Stunden die sprichwörtliche Biege machen.

Für den nahe gelegenen Bereich Ost 2 will die Stadt ein Tagesticket für 5 Euro einführen. In Ost 2, J1, K, O und T gilt auch nicht die ansonsten vorgegebene Höchstparkdauer von zwei Stunden. Mehr Parkzeit geben die Automaten nicht her. 259 davon stehen in Aachener Bewohnerparkzonen. Die meisten, nämlich 29, gibt es in der Zone G/L (Großkölnstraße/Lindenplatz), die wenigsten, nämlich sieben, in F ((Franzstraße). Alle zusammen sorgten 2012 für städtische Einnahmen in Höhe von 3,3 Millionen Euro.

Die erste Bewohnerparkzone wurde in Aachen am 31. Juli 1982 eingerichtet. Es war die Zone R – wie Rosstraße. Mittlerweile stehen dort 13 Parkscheinautomaten. Zeitgleich wurde übrigens auch eine Zone M eingerichtet, die wurde dann aber am 1. Januar 1992 erweitert und in H (Hein-richsallee) umbenannt. Am 1. April 1984 folgte die Zone S (Suermondtviertel), in der mittlerweile 18 Automaten stehen, dann die Zone A (Aureliusstraße) am 1. März 1986 mit nun 19 Automaten. Noch im Mai soll eine Bürgerinformation rund um alle drei neuen Zonen auf die Beine gestellt werden – damit die Bewohner wissen, was Z, V und C für sie und ihr Auto bedeuten. Im September könnten die Schilder und Automaten dann aufgestellt werden, und der Blick der Verwaltung geht Richtung Elsa-Brändström-Straße. Dort soll Zone E den Bewohnern Vorfahrt schaffen.

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