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Neue Nutzung für das „Kármán“ gesucht

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
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Riesiger Leerstand in bester Innenstadtlage: Mit der Eröffnung des neuen Hörsaalzentrums „Carl“ wird das Kármán-Auditorium nicht mehr benötigt. Nur die Trakte, in denen Institute untergebracht sind (linker Bildrand), werden noch genutzt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es ist ein ausgesprochen augenfälliger, prominenter und vor allem großer Leerstand – und das mitten in bester Innenstadtlage: Mit der Eröffnung des neuen Hörsaalzentrums „Carl“ an der Claßenstraße hat das zwischen Templergraben, Kármán-Straße, Annuntiatenbach und Eilfschornsteinstraße gelegene Kármán-Auditorium die Schotten dicht gemacht.

Die acht großen Hörsäle mit knapp 2000 Plätzen und die 14 Seminarräume werden seit Beginn des Sommersemesters an der RWTH Aachen Anfang dieser Woche nicht mehr belegt und sind größtenteils auch nicht mehr zugänglich. Auch die große Cafeteria ist seit Anfang April dicht. Einzig die Trakte zum Annuntiatenbach hin, die Institutsräume und Bibliotheken der Germanisten, Soziologen und Kommunikationswissenschaftler beherbergen, werden noch weiter genutzt.

Größter Leerstand in der City?

Ein Grund für den womöglich größten Leerstand in der City liegt nur ein paar hundert Meter entfernt. Weil das „Carl“ jetzt mehr als 4000 hochmoderne Lernplätze bietet, wird das Kármán-Auditorium schlicht nicht mehr gebraucht.

Außerdem ist das Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts errichtete Bauwerk aus Beton und roten Backsteinziegeln, in dem über mehr als vier Jahrzehnte hinweg Generationen von Studenten lernten, nicht nur technisch veraltet, sondern auch baufällig. Hätte das „Carl“ während seiner 64-monatigen Bauzeit nicht eine solche Pleiten-, Pech- und Pannen-Geschichte hingelegt, wären die Lichter im „Kármán“, wie es unter Studenten immer hieß, schon viel früher ausgegangen.

Denn schon im Jahr 2011 – damals wurde der erste Spatenstich für das „Carl“ ins Erdreich an der Claßenstraße gesetzt – machte man sich beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW und der RWTH Gedanken, was künftig aus dem „Kármán“ werden solle. Damals war auch ein Abriss Thema, aber daran wird laut BLB aktuell nicht gedacht, was auch daran liegen dürfte, dass Teile des Auditoriums und das gesamte Kármán-Forum – also die Platzanlage – unter Denkmalschutz stehen.

Doch was macht man mit einem großen Hörsaalkomplex, den die Hochschule nicht mehr braucht, der aber architektonisch doch recht eindeutig auf eine Hochschulnutzung ausgerichtet ist? „Für eine Folgenutzung loten wir zurzeit in Absprache mit der RWTH verschiedene Konzepte unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes aus“, sagt BLB-Sprecher Bernd Klass. Details dazu könne man aber in solch einer frühen Abstimmungsphase noch nicht nennen.

Klar ist jedoch, dass erst einmal Bauarbeiter das Gebäude in Beschlag nehmen werden, bevor neue Mieter einziehen. Eine weitere Nutzung der Hörsäle und Seminargebäude sei in der jetzigen Form aufgrund des Gebäudezustands ohne umfassende Sanierungsmaßnahmen nicht mehr möglich, heißt es beim BLB. Dies gelte allerdings nicht für die Trakte, die weiterhin von den Instituten genutzt werden.

„Dieses Gebäude ist in einem besseren Zustand, weil wir hier bereits Sanierungsmaßnahmen an Fassade und Dach durchführen konnten“, sagt Klass. Solch lärm- und staubintensive Arbeiten seien im Auditorium wegen der durchgehenden Belegung bisher nicht möglich gewesen.

Was dort alles marode ist, weiß man im Übrigen noch gar nicht genau. „Wir beginnen erst jetzt mit den Untersuchungen“, sagt der BLB-Sprecher. Es dürfte also noch einige Zeit dauern, bis der riesige Leerstand in bester Lage wieder mit Leben gefüllt wird.

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