Neue Mehrheit bei Wahlen zum Studierendenparlament

Von: Mischa Wyboris
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Aachen. Daniel George wippt unruhig mit dem Fuß. Er weiß nicht so ganz wohin mit seinem Ärger.

„Für den AStA in der jetzigen Konstellation ist das eine Katastrophe”, quittiert der Politikwissenschaftler und AStA-Projektleiter das Ergebnis der Wahlen zum 58. Studierendenparlament.

Nach zuletzt zwei erfolgreichen Jahren gibt es künftig neue Mehrheitsverhältnisse, denn die bisherige Koalition der Listen „Studium”, Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und Liberale Hochschulgruppe (LHG), hat ganze sieben Sitze verloren, während die Allgemeine Fachschaftsliste (AlFa) vier zugelegt hat und so auf zehn Sitze kommt.

Ursachenforschung. Das Wahlergebnis könne Ausdruck des „längst überholten Streits” und der „Schlammschlacht” zwischen eher linksgerichteten und sogenannten Verbindungsstudenten im Vorfeld gewesen sein - „an der Arbeit des AStA kann es jedenfalls nicht liegen”, zeigt sich Daniel George jedenfalls ratlos: „Wir haben wichtige Projekte vorangebracht und uns deshalb nichts vorzuwerfen.”

So habe man „ein gut angenommenes Kulturprogramm geleistet” und die seit Jahren vorbereitete „UniCard” - den in einer Chipkarte vereinten Studierenden- und Bibliotheksausweis - jetzt endlich auf den Weg gebracht.

Zu solch buchstäblich bahnbrechenden Neuerungen gehört auch das 2008 an der RWTH etablierte „NRW-Ticket”. Urabstimmungen wie diejenige über die Einführung des Semester-Tickets seien dafür verantwortlich gewesen, dass die Wahlbeteiligung bei den parallel stattfindenden Parlamentswahlen in den vergangenen Jahren über 30 Prozent gelegen habe, sagt George. In der Regel pendle die Quote der abgegebenen Stimmen bei Wahlen zum Studierendenparlament in NRW nur zwischen vier und zehn Prozent.

Umso erstaunlicher, dass die Wahlbeteiligung in diesem Jahr - ohne eine gleichzeitige Urabstimmung - immerhin noch bei rund 27 Prozent gelegen hat: „Das ist für Aachener Verhältnisse relativ hoch”, sagt George. „Vor allem widerlegt das die Behauptung, dass Studierende von heute unpolitisch seien.”

Das sind die Wahlergebnisse zum 58. Parlament:

Die Sitzverteilung im 58. Studierendenparlament sieht aus wie folgt: Allgemeine Fachschaftsliste (AlFa): 10 Sitze; „Studium”: 9; Liberale Hochschulgruppe (LHG): 5; Juso-Hochschulgruppe Aachen: 5; Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS): 4; Grüne Hochschulgruppe (GHG): 3; Asia Connection (AC): 2; Internationale Liste (IL): 1; Linke Liste (LiLi): 1; „Knallhart, neu und tierlieb” (KNUT): 1.

Die Gesamtwahlbeteiligung lag nach Auszählung aller Stimmen bei 26,79 Prozent.
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