Neue Leitstelle: Zwischen den Feuerwehren knistert es gewaltig

Von: Jutta Geese
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Auf der Baustelle der neuen Fe
Auf der Baustelle der neuen Feuerwehr-Leitstelle an der Stolberger Straße geht es voran, aber zwischen den Wehren der Stadt einerseits und der Städteregion andererseits knistert es gewaltig. Knackpunkt ist der zähe Informationsfluss von der einen zur anderen Seite. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der Grundstein für den Bau der städteregionalen Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst ist gelegt. Doch die Diskussionen darüber, wie Stadt und ehemaliger Kreis Aachen sowie die neun Kommunen zwischen Baesweiler und Monschau künftig zusammenarbeiten, sind noch längst nicht beendet.

Hauptknackpunkt: Die Feuerwehren im Altkreis fühlen sich bei den Planungen von der Stadt Aachen, die für die gemeinsame Leitstelle zuständig ist, mit ihren Interessen und Bedürfnissen nicht ausreichend berücksichtigt. Und auch die Städteregion - die Verwaltung ebenso wie die Politik - klagt über unzureichende Information seitens der Verantwortlichen bei der Stadt Aachen. Deren Vertreter, der zuständige Beigeordnete Heinz Lindgens und Feuerwehrchef Jürgen Wolff mussten sich jetzt im städteregionalen Ausschuss für Rettungswesen zum Teil harsche Kritik anhören.

„Offen und transparent”

Zwar erklärte Lindgens mehrfach, „wir sind in einem offenen und transparenten Verfahren unterwegs”. Das scheint aber, so der Eindruck von Städteregionstagsabgeordnetem Franz Körlings (CDU), „vor einem Jahr aufgehört zu haben”. So hatten mehrere Wehrführer zuvor beklagt, der eigens eingerichtete Arbeitskreis Technik, in dem die Ausstattung der Leitstelle und die erforderlichen Anpassungen in den kommunalen Wehren abgestimmt werden sollten, habe seit April 2010 nicht mehr getagt. Niemand von ihnen wisse, was von den Wünschen berücksichtigt werde, welche Software eingesetzt werden soll und was jetzt von der Stadt Aachen in das Leistungsverzeichnis aufgenommen werde, das Grundlage für die Ausschreibung der Technik sei.

Das bestätigte auch Marlis Cremer, Leiterin des zuständigen städteregionalen Amtes. „Im April 2010 haben wir ein technisches Anforderungsprofil aufgelegt. Wir haben das als Wunschliste verstanden, wobei klar war, dass nicht alles verwirklicht werden kann. Aber eine Rückmeldung haben wir bis heute nicht bekommen.” Zudem, so Cremer: „Das Leistungsverzeichnis sollte Mitte Mai vorliegen, jetzt heißt es: Anfang Juli. Wir sind also noch Monate entfernt von der konkreten Ausschreibung. Das macht mir Sorge.” Tatsächlich, das ist Ausschussvorlagen zu entnehmen, sollte das Leistungsverzeichnis sogar schon im Oktober vergangenen Jahres vorliegen.

Gespräche wieder aufnehmen

Querbeet durch alle Fraktionen stellten die Politiker fest, dass es offensichtlich ein Kommunikationsproblem bei der Stadt Aachen gebe und forderten Lindgens und Wolff auf, möglichst bald die Gespräche mit allen Beteiligten wieder aufzunehmen. „Sie haben es in diesem Bereich nicht nur mit der Städteregion zu tun, sondern auch mit den neun anderen Kommunen”, betonte Marc Peters (Grüne). „Vielleicht ist das ja neu für Sie. Binden Sie die Kollegen ein, stellen Sie ihnen das Leistungsverzeichnis vor.” Und zwar bevor die Ausschreibung erfolgt, so die Forderung der Politiker.

Das sagten Wolff und Lindgens letztlich auch zu. Wobei offenblieb, in welcher Form das geschehen wird. Regelmäßige Treffen aller für den Schutz der Bevölkerung Zuständigen, wie sie im früheren Kreis üblich waren und noch sind, gibt es derzeit nicht. Trotz Einladung habe bislang noch nie ein Vertreter der Stadt Aachen daran teilgenommen, bedauerte Marlis Cremer. Aber: „Gute Kommunikation könnte viele Probleme lösen”, ist sie überzeugt. Und auch Gregor Jansen, für Rettungswesen zuständiger Dezernent der Städteregion, sagt: „Lieber einmal zuviel treffen als einmal zu wenig.”

Zu wenig informiert sehen sich die Politiker und Amtsleiterin Cremer auch in der Frage, wie ab dem kommenden Jahr der Neubau der Leitstelle in Aachen genutzt wird und welche Kosten auf die Städteregion zukommen, für die Leitstelle und für die mögliche Unterbringung der städteregionalen Einsatzleitung dort. Letzteres bedarf einer politischen Entscheidung, weshalb Jansen im Mai vergangenen Jahres um eine Kostenschätzung gebeten hatte, die er den entsprechenden Gremien vorlegen wollte. Erhalten hat er sie nicht. Erst jetzt im Ausschuss teilte Aachens Feuerwehrchef Wolff mit, dass 239 Quadratmeter für die Einsatzleitung vorgesehen seien, zum Mietpreis von 11,94 Euro je Quadratmeter. „Ich hätte mir gewünscht, dass unsere Gremien vorher darüber beschließen können”, sagte Cremer.
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