Neue Kooperation soll Kindern helfen

Von: Peter Schopp
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Bei der Präsentation der Rahmenvereinbarung: Horst Hütten, Fachberater für den Kinderschutz der Stadt Aachen, Raimund Lanser vom Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung in der StädteRegion Aachen, Alexianer-Regionalgeschäftsführerin Birgit Boy und Dr. med. Claus Wolff-Menzler, Ärztlicher Direktor Alexianer Krankenhaus Aachen. Foto: Wetzel

Aachen. Die Teilnehmerzahl der Runde war ähnlich groß wie die Bedeutung der Vereinbarung: Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe und die Alexianer Aachen GmbH unterzeichneten einen Kooperationsvertrag zur Stärkung des aktiven Schutzes von Kindern und Jugendlichen, deren Eltern an psychischen Erkrankungen leiden.

Vertreter der Jugendämter aus Aachen, Alsdorf, Eschweiler, Herzogenrath, Stolberg und Würselen sowie des Amtes für Kinder, Jugend und Familienberatung der Städteregion – sie alle untermauerten in ihren Begrüßungsworten die Wichtigkeit der Aufgabe und die positive Atmosphäre der Zusammenarbeit mit dem „Alexianer“.

Zwar habe es schon immer eine gut funktionierende Unterstützung durch das Fachkrankenhaus für psychische Erkrankungen gegeben, doch der öffentliche Auftrag, das Wohl der Kinder auch in Familien mit psychisch kranken Elternteilen aufrecht zu erhalten, könne nun noch besser erfüllt werden. „Wir haben uns mit den Jugendämtern überlegt, wie wir noch effektiver möglichen Beeinträchtigungen der Kinder durch die familiäre Situation vorbeugen können“, zeichnete Raimund Lanser von der Städteregion den Weg der Kooperation nach.

Offenstehende Türen eingerannt

Im Folgenden habe man bei den Verantwortlichen des Alexianers weit offen stehende Türen eingerannt. Hier war man bereits seit langem mit der Problematik der Kinder im Umfeld kranker Eltern konfrontiert. Jutta Weber, themenbeauftragte Fachbereichsleiterin im Alexianer, schilderte den konkreten Ablauf. „Wir sehen uns bei den Patienten immer auch den familiären und sozialen Hintergrund an. Da ist in vielen Punkten Hilfe nötig und möglich“, erläutert sie ihren Arbeitsalltag.

Bei Alleinerziehenden beispielsweise sei im Krankheitsfall oft schnell die Grenze der Belastungsmöglichkeit erreicht. Hier können Haushaltshilfen oder eine Kinderbetreuung bis hin zu einem vorübergehenden Aufenthalt der Kinder in Pflegefamilien für eine wertvolle Entlastung sorgen, wenn die Eltern beispielsweise einen stationären Aufenthalt absolvieren müssten.

Gegen Stigmatisierung

Bei Patienten, die nach überstandener Krankheit wieder in den Alltag integriert werden können, würden ähnliche ambulante Hilfen für einen sanften Wiedereinstieg sorgen.

Dr. Claus Wolff-Menzler, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Allgemeinpsychiatrie des Alexianer, ist voll des Lobes für den Weg der Verantwortlichen. „In Zeiten, in denen die Zahlen der psychischen Erkrankungen dramatisch zunehmen ist klar, dass auch die Zahl betroffener Kinder ansteigt, zumal die große Verantwortung von Eltern heutzutage schnell als zu große Aufgabe wahrgenommen wird“, weiß er um die reale Situation in vielen Familien. Dabei war ihm wichtig, die gute Vorarbeit seiner Kolleginnen Antje Trauzeddel, leitende Oberärztin der Allgemeinpsychiatrie und Jutta Weber herauszuheben.

Alle Protagonisten haben außerdem noch ein weiteres Ziel. Sie möchten der Krankheit und der damit verbundenen Hilfestellung den Stempel der Bedürftigkeit nehmen, die betroffenen Menschen sollen die vorhandenen Möglichkeiten ausschöpfen dürfen, ohne sich stigmatisiert zu fühlen. Man weiß in der Runde um die immer noch vorherrschenden Vorurteile einer psychischen Erkrankung gegenüber.

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