Aachen - Neue Kolumne: Öcher-Platt-Kenner Manfred Birmans zu Mundart-Finessen

Neue Kolumne: Öcher-Platt-Kenner Manfred Birmans zu Mundart-Finessen

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
manfred birmans
Weiß genau, dass der Einsatz fürs Platt ein mühevolles, aber lohnenswertes Geschäft ist: Manfred Birmans. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Manche Dinge kann man nur fühlen. Sie lassen sich nicht bis ins Detail erklären, weil ihre Feinheiten in den Zwischentönen versteckt und doch erkennbar sind. Und so schön und charmant. Im Öcher Platt ist das so – wie jeder Freund unseres Dialektes weiß. Ein Beispiel. „Nu bekick dich ens die au Beschoetriv!“ – auf Hochdeutsch: „Nun sieh‘ dir einmal die Muskatnussreibe an!“

Was für eine eher zänkische, leicht verbitterte ältere Dame nicht unbedingt als Kompliment zu verstehen ist und dennoch in einem Wort eine komplette Charakterisierung einer Person zusammenfasst und zugleich ein Bild im Kopf des Lesers erzeugt. Das kann nur die Mundart.

Einer, der das ganz genau weiß, fördert und populär in die Öcher-Platt-Szene trägt, ist Dr. Manfred Birmans. Der frühere Gymnasialdirektor ist Germanist und von daher schon sprachverliebt im besten Sinne. Hinzu kommt, dass er mit Leib und Seele Öcher ist, die Stadt und ihre Sprache liebt. Beide profitieren schon länger enorm von Birmans‘ Leidenschaften. So ist er seit 2016 Präsident des Vereins Öcher Platt, seit Oktober desselben Jahres stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Thouet-Mundartpreis der Stadt Aachen“. In beiden Funktionen geht es Birmans darum, über Preisverleihungen und offizielle Veranstaltungen hinaus etwas für das Öcher Platt zu tun.

Dazu hat der Förderer unserer Mundart seit der Ausgabe in einer neuen Platt-Kolumne Platz und Gelegenheit. In dieser Kolumne werden die Feinheiten des Platt beleuchtet, typische Eigenheiten und das Unverwechselbare auf feine Art und Weise herausgearbeitet. Dies geschieht in loser Reihenfolge, mal aus gegebenem Anlass, mal aus Freude an os Modderesproech.

Diese Kolumne passt ins Gesamtkonzept des Autors und seiner Mitstreiter, die Mundart viel stärker in ihren Bezug zum Alltag zu stellen. Dies macht Birmans zum Beispiel, wenn er zu aktuellen Ausstellungen oder historischen Phänomenen Aachens ergänzende Führungen auf Öcher Platt anbietet, so wie er dies beispielsweise zu den Rethelfresken oder zur Bier-Ausstellung im Centre Charlemagne bereits gemacht hat.

„Das Interesse muss altersadäquat aufgebaut werden“, lautet eine Devise Birmans‘, mit der er zum Beispiel auch auf die Kinder zugeht. Nicht so sehr über Schulbesuche, sondern zum Beispiel über eine Öcher-Platt-Werkstatt, in der Kinder etwas über Aachens Geschichte und Platt lernen und das direkt umsetzen können.

In der Auftaktfolge macht sich Manfred Birmans „Jedanke övver Öcher Maniere“, also typische Verhaltensweisen und deren Beschreibung auf Öcher Platt. Zitat: „Wie sagte Hölderlin: Unterschiedenes ist gut. Wie sätt d’r Öcher: Jed- derenge es jeck op sing Maniere.“ So schneidet der Aachener zum Beispiel – passend zur Fastenzeit – nicht die Heringe in Stücke. Nein: „Härregge weäde jerejße.“ Das ist feine Öcher Art. Aber dazu mehr in der neuen Platt-Kolumne.

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