Aachen - Neue Internet-Technik stellt zuweilen raffinierte Fallen

Neue Internet-Technik stellt zuweilen raffinierte Fallen

Von: Kathrin Albrecht
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Aachen. Finanzen, Telekommunikation, Energie. Das waren 2013 die Kernthemen, bei denen insgesamt 14 497 Verbraucher die Beratungsstelle der Aachener Verbraucherzentrale am Aachen-Münchener-Platz aufsuchten.

Rund ein Drittel ließen sich zum Thema Finanzen beraten, sowohl in Fragen zur Altersvorsorge und Versicherungen als auch in der Schuldner- und Insolvenzberatung. 300 solcher Fälle sowie rund 100 Fälle von Privatinsolvenz hat Beraterin Jutta Wedrich bearbeitet.

Zwei Tendenzen hat sie dabei beobachtet. „Die Schuldensummen werden höher, und die Zahl der Schuldner über 50 nimmt zu.“ Etwa 20 Prozent mache der Anteil der über 50-Jährigen aus, weil die Alterssicherung oft nicht ausreiche. „Es kommt ein Pflegefall dazu, oder der Partner stirbt. Das ist oft der Beginn der Schuldenspirale“, so Wedrich.

Große Schatten wirft die Reform des Verbraucherinsolvenzrechts voraus, die zum 1. Juli in Kraft treten soll. Viele Nachfragen bezogen sich auf die angekündigte Möglichkeit, das auf sechs Jahre angelegte Verfahren auf fünf beziehungsweise drei Jahre zu verkürzen. „Für die Mehrzahl ist eine Verkürzung auf drei Jahre illusorisch. Das kann nur, wer 35 Prozent der Schuldensumme zurückzahlen sowie die Gerichts-, Treuhand- und Verfahrenskosten selbst tragen kann“, erklärt Wedrich.

Oft eng mit der Schuldnerberatung verbunden ist der Bereich von Martina Wagner. Zu ihr kommen Verbraucher, die die Abschläge für die Energieversorger nicht mehr bedienen können. Geprüft werden die Rechnungen, aber auch Einsparpotenziale. „Die Mitarbeit des Verbrauchers ist wichtig, um zu einer Einigung mit dem Versorger zu kommen“, so Wagner. In 76 Prozent der 152 Fälle konnte Martina Wagner erfolgreich vermitteln.

Ein weiterer Schwerpunkt ist immer wieder der auftretende Ärger mit Telefon- und Internetanbietern. Immer wieder geben schlechter Service und falsche Beratung Anlass zur Beschwerde, so Ulrich Isfort. Ein Phänomen, das in den vergangenen Jahren zugenommen hat, ist das Versenden sogenannter Phishing-Mails, die vertrauliche Kundendaten abzufangen versuchen. „Diese Fälschungen werden immer besser“, so Isfort. Auf der Internetseite hat die Verbraucherzentrale daher ein „Phishing-Radar“ eingerichtet, das täglich über die neuesten Täuschungsversuche informiert.

Viel gefragt war 2013 auch die Energieberatung. Vor allem die im November 2012 gestartete Thermografie-Aktion, bei der der Wärmeverlust über die Hausfassade erfasst wird, komme bei den Verbrauchern gut an, berichtet Maria Feldhaus. 72 solcher Beratungen wurden im Winter 2013 durchgeführt. Vor allem private Eigentümer nutzen das Angebot.

Im Stadtteil Aachen-Nord, in dem die Aktion im Rahmen des Förderprojektes „Soziale Stadt“ kostenlos angeboten wird, nutzten auch vermehrt Vermieter die Beratung. „Diese Zielgruppe zu erreichen, ist uns besonders wichtig im Hinblick auf die Umsetzung der Energiewende“, so Feldhaus.

Erfreulich auch: Laut einer Umfrage von TNS-Emnid kennen über 96 Prozent die Verbraucherzentrale NRW. 90 Prozent waren mit der Beratung zufrieden. „Das ist für uns eine positive Bestätigung unserer Arbeit“, freut sich Jutta Reimnitz, Leiterin der Verbraucherzentrale.

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