Neue Inklusionsagentur „Wir alle“ an den Start gegangen

Von: Marie Eckert
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Nicht über, sondern mit Menschen sprechen – so lautet das Motto der neuen Inklusionsagentur „Wir alle“: (v.l.) Rebecca Dufke (Projektleiterin), Gerd Voigt (Geschäftsführer VKM), Jürgen Amberg (Wohnbereichsleiter Alexianer GmbH) und Maike Beckers (Projekt Alexianer) stellten nun die Ziele und Ideen des neuen Projekts vor. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Nicht über, sondern mit Menschen sprechen – das ist eine der Grundideen von gelebter Inklusion. Bei der Aachener Inklusionsagentur „Wir alle“ sind das keine leeren Worthülsen, sondern das grundlegende Konzept. Bevor die Agentur nun seit Februar mit verschiedenen Seminaren und Aktionen für Menschen mit Behinderung durchstartet, wurde alles sorgfältig vorbereitet und mithilfe eines Teams herausgefunden, welche Seminarthemen interessant und relevant sind.

„Team Bunt“ heißt diese Gruppe, die aus zehn Menschen mit Behinderung besteht. Die Gruppe ist offen, jeder kann mitmachen. Nach einer breit angelegten Umfrage des Teams entwickelte die Inklusionsagentur das Kursprogramm, das optimal auf die möglichen Teilnehmer zugeschnitten ist. Da gibt es zum Beispiel eine Erkundungstour durch das Jakobsviertel, Kurse, um Kommunikation besser zu lernen und das Selbstbewusstsein zu stärken und ein Seminar rund um Computer, Internet und Smartphone.

„Wir konnten in früheren Projekten zwar die Strukturen in den verschiedenen Sozialräumen stärken, aber oft sind die Leute dann gar nicht zu den Seminaren gekommen“, erklärte Rebecca Dufke, Projektleiterin der Inklusionsagentur. Dem sollte die Umfrage entgegenwirken – mit Erfolg. Beim ersten Kurs zum Thema „Leichte Sprache“ war die Warteliste ebenso voll wie die Teilnehmerliste.

Bei den Seminaren werden die unterschiedlichen Kenntnisstände der Teilnehmer berücksichtigt, denn während eine Person mit Sehbehinderung beispielsweise schon lange Mails bekommt, die der PC dann vorliest, hat ein anderer Teilnehmer womöglich noch nie einen digitalen Brief verschickt. Das breit gefächerte Angebot bildet zugleich das Hauptziel ab: Menschen mit Behinderung mutig zu machen und zu stärken.

Das Besondere: Die Kurse werden von Fachleuten zum jeweiligen Seminarthema geleitet, oftmals Dozenten aus der Aachener Region, nicht unbedingt von Menschen aus dem Feld der Behindertenhilfe. „Gerade der Blick von außen ist uns im Zusammenhang mit dem Thema ‚Inklusion‘ sehr wichtig“, betonte Dufke. Wichtig ist den Verantwortlichen auch, dass jeder mitmachen kann und willkommen ist, wenn ihn das Thema des Kurses anspricht – egal, ob mit oder ohne Behinderung.

Die Inklusionsagentur ist ein gemeinsames Projekt des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen und der Alexianer Aachen. Seit gut einem Jahr gibt es sie, für insgesamt drei Jahre wird das Projekt durch die Aktion Mensch gefördert. Die Agentur ist nach einer Reihe von Projekten aus den vergangenen Jahren entstanden, mithilfe derer die Inklusion vorangetrieben werden sollte.

Nach den drei Jahren soll das Modellprojekt aber keinesfalls im Sande verlaufen: Schon jetzt überlegen die Köpfe hinter der Inklusionsagentur, wie das Projekt nachhaltig gesichert werden kann. Das Kursprogramm, das aus kleinen, separaten Postkarten besteht, liegt unter anderem bei den beiden Trägern, in der Stadtbibliothek, im Welthaus und bei der Inklusionsagentur in der Vaalser Straße 40 aus. Dort finden auch alle Seminare statt.

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