Aachen - Neue Ideen zur Stärkung der NRW-Kunstsammlung

Neue Ideen zur Stärkung der NRW-Kunstsammlung

Von: Berthold Strauch
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Kultur-Initiative Kornelimünster (KIK) lässt nicht locker: Sie kämpft weiter vehement für den Erhalt der Kunstsammlung aus Nordrhein-Westfalen in der ehemaligen Reichsabtei dieses historischen Ortes.

Deren Zukunft steht in Zweifel, seit Überlegungen des Landes laut geworden waren, den hochkarätig bestückten „Kunstberg”, zu dem Werke berühmter Künstler gehören, in die Abtei nach Pulheim-Brauweiler bei Köln zu verlagern.

Um ein unübersehbares Zeichen in ihrem Kampf um die Abtei zu setzen, hatte die KIK jüngst eine Podiumsdiskussion organisiert, in der sich unter anderem Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp für den Erhalt dieses Kunstortes eingesetzt hatte. Auch NRW-Integrationsminister Armin Laschet hatte an seinem Engagement für den Erhalt der Sammlung keinen Zweifel gelassen.

Bei ihrer Mitgliederversammlung - natürlich in den Räumen der Abtei - informierte die KIK-Vorsitzende Hannah Schmidt-Kuner über den Stand der Debatte. Angesichts der Unsicherheiten um die künftige NRW-Regierungsbildung sei es schwer, konkrete Aussagen von kompetenten Beteiligten in Düsseldorf zu bekommen. Die KIK werde aber vehement am Ball bleiben. Erstes Resultat: Nach den Sommerferien will sich die KIK, die einen neuen Kreis der Freunde der Reichsabtei ins Leben rufen möchte, mit Olaf Müller, dem Leiter des Kulturbetriebs der Stadt Aachen und seinem Team zusammensetzen, um das weitere Vorgehen abzustimmen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Atelier und Stipendium

In der Versammlung meldete sich auch Maria Engels, die Kuratorin der NRW-Kunstsammlung, energisch und mit konstruktiven Vorschlägen zu Wort. Sie hat diesen einzigartigen Kristallisationspunkt für Gegenwartskunst aufgebaut und betreut ihn bereits seit 30 Jahren. Sie sprach sogar von einer Ausweitung der Sammlung in Kornelimünster. So schlägt sie konkret vor, die sanierungsbedürftige Turnhalle im Eingangsbereich des attraktiven Ensembles am Abteigarten in ein Künstleratelier umzuwandeln. Zudem könnte eine Wohnung für einen - vom Land finanzierten - Kunststipendiaten eingerichtet werden.

Überdies sollte geprüft werden, ob - Richtung Haupteingang betrachtet - der „rechte” Flügel, wo das Wehrmachtsarchiv untergebracht war und der von der RWTH Aachen gemietet ist, der Kunstsammlung zugeschlagen werden könnte. Dies böte nicht nur Platz zur Präsentation von Werken, die im Magazin schlummern, sondern auch für eine Kooperation mit den Kollegen in Brauweiler, die sich auf Nachlass-Sammlungen konzentrieren. Aus diesem Fundus könnten Objekte in Kornelimünster ausgestellt werden, sagte Maria Engels. Zudem ließen sich darin „euregionale Akzente” durch Künstler von jenseits der Grenze setzen, fügte die Kuratorin an.

Solch ein Expansionskurs gehe aber nicht ohne eine spürbare personelle Aufstockung ihres Miniteams, das neben ihr nur noch aus einer einzigen Kollegin besteht. Doch all diese Aufwendungen seien „nur Peanuts” im Vergleich zu den Summen, die in die Abtei Brauweiler investiert würden. „Ich bitte hierfür um Rückendeckung.”

Die KIK ist dabei jedenfalls an ihrer Seite, versprach die Vorsitzende Hannah Schmidt-Kuner: „Wir dürfen nicht nachlassen!”
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