Neue Ideen gegen wilden Müll

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
Wilder Müll muss nicht sein:
Wilder Müll muss nicht sein: CDU und Grüne wollen das Bewusstsein der Verursacher mit einer groß angelegten Werbekampagne, mehr Angeboten und letztlich auch mehr Repressalien schärfen. Foto: Jaspers

Aachen. In der österreichischen Hauptstadt sieht man gelegentlich streunende Hunde, die sichtlich verdutzt an wahrlich unappetitlichen Hinterlassenschaften vermeintlicher Artgenossen schnuppern, deren zweibeinige Freunde weniger gut erzogen scheinen. Nichts Besonderes?

Wohl wahr - nur dass die fiesen Haufen gigantisch, nämlich etwa so groß wie eine Autogarage sind und entsprechend unübersehbar zum Himmel stinken. Etwas in der Art hätten CDU und Grüne in Aachen auch gern - womit natürlich die Plakatkampagne unter dem vielsagenden Titel „Keine Kleinigkeit” gemeint ist, welche in Wien seit rund zwei Jahren ziemlich erfolgreich läuft.

Plakate, Spots, besserer Service

„Wir könnten uns sehr gut vorstellen, eine solche Aktion spätestens zum nächsten großen Frühjahrsputz mit dem Oberbürgermeister zu starten”, erklärte Harald Baal, CDU-Fraktionschef im Rat, am Montag. Mit Ulla Griepentrog, Fraktionssprecherin der Grünen, hat Baal nun einen entsprechenden Antrag eingebracht. Das Ziel liegt ebenso auf der Hand wie der wilde Müll allenthalben auf dem städtischen Pflaster: „Wir sind überzeugt, dass wir das Bewusstsein der Aachener noch besser schärfen können und müssen, um das Abfallproblem besser in den Griff zu kriegen”, sagt Griepentrog.

Um das zu erreichen, soll die „Aktion saubere Stadt” mit Kinospots, auf städtischen Plakattafeln und über Internet- und Presseanzeigen in großem Stil und über längere Zeit hinweg ans Gewissen der Müllverursacher appellieren (in Wien läuft die Kampagne seit rund zwei Jahren). Zugleich soll der Stadtbetrieb neuralgische Stellen wie Bushaltestellen und Brücken noch intensiver in den Blick nehmen und das „Service-Angebot” in Sachen Abfallvermeidung weiter verbessern.

So könnten Abgabestellen eingerichtet werden, in denen Entsorgungsbeutel für Hundekot bereitgehalten werden. Ebenso sei zu prüfen, ob konventionelle Müllbehälter mit Metallringen ausgestattet werden können, in denen man geleerte Pfandflaschen bequem entsorgen kann. Zudem müssten zumindest in besonders „abfallanfälligen” Jahreszeiten erheblich mehr Mülleimer und große Ascheimer zum Beispiel in städtischen Gärten platziert werden. „Allein im Westpark”, weiß Baal, „müssen nach schönen Sommerabenden rund 1000 Kilogramm mehr Altlasten von Grillpartys und ähnlichem entsorgt werden.”

Selbstverständlich sollen die Bürger mit Ideen und Anregungen eingebunden - und schließlich Zeitgenossen, die weniger Lernfähigkeit an den Tag legen, ganz real zur Kasse gebeten werden. „Theoretisch ist das ja längst möglich”, weiß Griepentrog, „aber in der Regel sprechen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes zunächst eine Verwarnung aus - leider oft genug ohne den erwünschten Erfolg.” Deshalb sollen künftig verstärkt sogenannte „Waste Watchers” ausschwärmen, die - nach einer entsprechenden „Vorwarnphase” - durchaus empfindliche Bußgelder gegen Umweltsünder verhängen.

„Wir sind sicher, dass die Aktion funktionieren wird, wenn die Bürger selbst ein wenig mehr Verantwortung übernehmen”, resümiert Baal. Die Investitionen für die Kampagne - überschlägig geht der Christdemokrat von rund 50.000 Euro aus - rechne sich in jedem Fall: „In Wien konnte der wilde Müll durch die Kampagne um rund 30 Prozent reduziert werden.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert