Aachen - Neue Eiszeit startet mit heißen Konzerten

Neue Eiszeit startet mit heißen Konzerten

Von: Thorsten Karbach
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Hohe Ziele: Die Betreiber woll
Hohe Ziele: Die Betreiber wollen die Eissporthalle am Tivoli als Konzertstätte ins rechte Licht Foto: Michael Jaspers, Archiv

Aachen. Nicht nur die neuen Deckenfenster lassen die Eissporthalle in neuem Licht erstrahlen. 100.000 Euro hat die „TEB Tivoli Eissporthalle Betreibergesellschaft mbH” in der Sommerpause investiert, die Lichtkuppeln einbauen lassen, Notausgänge verbreitert, die Fassade neu gestrichen.

TEB-Geschäftsführer Sascha Koullen schaut durch eine dieser Lichtkuppeln in den Aachener Himmel. Wenn er in die Zukunft blickt, dann sieht er unter dem Hallendach nicht nur Eisläufer sondern tausende Musikfreunde. Denn die Betreiber gründen in diesen Tagen eine Veranstaltungsgesellschaft und wollen zehn Konzerte und Ähnliches im Jahr an der Krefelder Straße ausrichten - und zehn weitere von Partnern organisieren lassen.

Der Anfang ist dabei längst gemacht, im Mai stand Reggae-Musiker Gentleman auf der Bühne, am 7. Oktober wird die britische Popband „Hurts” vom Radiosender „Einslive” (als Mieter) auf die Eissporthallenbühne geschickt. Am 4. November folgt dann die erste eigene Veranstaltung. Dann wird Schlagerstar Matthias Reim auftreten. Und für den 23. März 2012 hat sich bereits „Scooter” angesagt.

Auch oder gerade deswegen ist in der Eissporthalle in den vergangenen Wochen viel passiert. Ausreichend Notausgänge habe es laut Koullen zwar immer schon gegeben, aber die Verbreitung auf 1,20 Meter sei ein wichtiger Baustein im Sicherheitskonzept, und das ein wichtiges Argument, wenn es darum gilt, große Veranstaltungen ausrichten zu können und zu dürfen.

Und genau das wollen die Eissporthallenbetreiber - und das eben nicht nur sporadisch, wie es in der Vergangenheit immer mal wieder der Fall war. Platz haben sie dabei zunächst einmal für 2200 Menschen. Zum Vergleich: Der Aachener Eurogress bietet bei Konzerten bestuhlt Platz für 1700, unbestuhlt für 1800 Musikfreunde. Damit ist die Eissporthalle Aachens größte überdachte Konzertstätte.

Eine zehn Mal 15 Meter große Bühne soll nun also rund 20 Mal im Jahr auf der Kopfseite Richtung Tivoli errichtet werden. Sie wird über der Bande der Eisfläche montiert. Das Konzept steht und verspricht raschen Auf- und vor allem Abbau. „Wenn Freitagabend hier ein Konzert über die Bühne geht, können wir Samstagmorgen um 10 Uhr wieder die Eisfläche öffnen”, erklärt Koullen. Die muss nämlich keineswegs abgetaut werden. Sie wird mit einer speziellen Plane, wie sie beispielsweise auch in der Köln-Arena eingesetzt wird abgedeckt. „Auf der bekommt keiner kalte Füße”, verspricht Koullen.

Überhaupt wurde an der Isolierung gearbeitet. Auch oder vor allem für die Eislauffreunde - denn um die dreht es sich auch weiterhin auf der ovalen Eissportfläche (mit neuen Bandentoren). Heute wird mit dem Eisaufbau in der Halle begonnen, nächsten Samstag, 3. September, wird mit einer Eislaufdisco nach er Sommerpause wieder eröffnet.

Die Öffnungszeiten bleiben fast unverändert (montags von 9 bis 13 Uhr, dienstags bis freitags von 9 bis 17.45 Uhr, samstags von 10 bis 23 und sonntags von 10 bis 18 Uhr), nur der Mittwochabend wurde gestrichen. „Wir brauchen mehr Zeit für den Vereinssport”, berichtet Koullen. Die Eishockeyspieler der Grizzlies sind aufgestiegen und brauchen mehr Trainingszeiten.

Keine Abgase mehr in der Halle

Rund 300 Besucher - vor allem Familien - werden an den Wochenenden im Winter durchschnittlich auf der Eisfläche gezählt. An guten Tagen sind es laut Koullen doppelt so viele. Für sie gibt es an der Ausleihstelle neue Schlittschuhe, eine überholte Kälteanlage und vor allem eine neue Elektroeismaschine. Die alte mit Benzinmotor wurde stillgelegt - und damit werden keine Abgase mehr in die Halle gepustet, wenn das Eis aufgefrischt wird. „Die Eishalle ist damit technisch auf einem Standard der höher ist als je zuvor”, sagt TEB-Mann Koullen.

„Alle Maßnahme haben wir dabei in Zusammenarbeit mit dem Bauordnungsamt ergriffen. Die Kommunikation lief sehr gut”, lobt er und zeigt die Wärme-Kälte-Schleusen an den Türen und erzählt, wie die Lichtkuppeln als Rauchabzug arbeiten, zur Klimatisierung und nicht zuletzt Beleuchtung beitragen. Tagsüber könne nun sogar die Deckenbeleuchtung ausgeschaltet bleiben. Koullens Blick geht noch einmal nach oben, wo letzte Scheinwerfer und Boxen montiert werden und dabei direkt in die Zukunft der Eislauf- und Konzerthalle.

Aachener Eissporthalle im Jahr 1982 eröffnet

Die Aachener Eissporthalle wurde 1982 am heutigen Ort an der Krefelder Straße ihrer Bestimmung übergeben. Nicht viel später kamen noch Squash-Hallen zum Angebot dazu.

Über die Jahre wurden in der Halle nicht nur die Schlittschuhe geschnürt, es fanden auch Großveranstaltungen statt. Das reichte von Konzerten über Boxkämpfe bis zu Erotikmessen. Das bestbesuchte Event ist seit Jahren der Uni-Cup, der diesmal am 8. Dezember stattfindet, während die neue Eislaufsaison am 3. September startet.

Mehrfach haben seit der Eröffnung vor 29 Jahren die Betreiber gewechselt. In der Saison 2009/10 haben neue Eigentümer mit der Gesellschaft „TEB Tivoli Eissporthalle Betreibergesellschaft mbH” das Ruder übernommen.

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