Aachen - Neue App ermöglicht virtuellen Rundgang durchs Rathaus

Neue App ermöglicht virtuellen Rundgang durchs Rathaus

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Mit einem Wisch durchs Rathaus: Am Dienstag stellten (hinten v.l.) Christoph Grosswardt (regio it), Fotograf Andreas Herrmann, Ralf Wagemann (Projektleiter des Rathausvereins), Hendrik Hackmann (AKV-Sammlung Crous), Dr. Judith Ley (RWTH-Institut Denkmalpflege) und Oberbürgermsieter Marcel Philipp die neue App „Rathaus Aachen“ vor. Foto: Michael Jaspers
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Ganz neue Einblicke in das historische Gebäude: Ralf Wagemann und Marcel Philipp sind mit dem Ergebnis zufrieden.

Aachen. Einfach mal beim Oberbürgermeister ins Büro reinspazieren. . . Zwar gibt sich Marcel Phi-lipp gerne bürgernah, aber ganz so einfach klappt‘s für den gemeinen Öcher in der Realität dann meist doch nicht, wenn er Aachens ersten Bürger besuchen möchte. Das ist nun anders: 24 Stunden am Tag steht die Tür zum OB-Büro offen – zumindest virtuell.

Die App „Rathaus Aachen“ macht‘s möglich, die nun an den Start geht. Und die Applikation kann sich sehen lassen: Ein Jahr lang tüftelten Mitglieder des Rathausvereins – allen voran Projektleiter Ralf Wagemann und Georg Helg als Verantwortlicher für die Text-Inhalte – gemeinsam mit dem technischen Partner „regio it“ in Person von Programmierer Christoph Grosswardt und seiner Azubi-Gruppe sowie Hendrik Hackmann (AKV-Sammlung Crous) und Dr. Judith Ley vom RWTH-Institut für Denkmalpflege an der digitalen Präsentation des historischen Gebäudes.

Ein Klick ins Gemälde

Ein Wisch und schon ist man mittendrin im virtuellen Rundgang. Denn diese 3D-Tour durchs Rathaus ist sicherlich ein Highlight der App. Aufwendige 360-Grad-Fotografien machen‘s möglich: Vom Foyer geht es nach rechts in den Weißen Saal, hoch in den Krönungssaal oder halt nach links in das Büro des Oberbürgermeisters. „Die Entstehung der App hatte einen netten Nebeneffekt“, erklärte Philipp am Dienstag bei der Präsentation. „Ich habe mal meinen Schreibtisch aufgeräumt, als die Fotos hierfür in meinem Dienstzimmer gemacht wurden.“

Doch die App bietet viel mehr: Denn vor allem gewährt sie all jenen, die es vielleicht nicht mehr so mit dem klassischen Medium Buch haben, spannende Einblicke in die geschichtliche Entwicklung des Rathauses. Es gibt kurze Texthappen und hochauflösende Bilder, die geschickt miteinander verbunden sind. Wer ist auf Gemälden im Ratsaal zu sehen? Ein Klick aufs Bild beim virtuellen Spaziergang und schon öffnet sich ein Fenster, das mehr Details preisgibt.

Die App eignet sich so nicht nur als Spielerei, die man auf dem heimischen Sofa einmal ausprobiert, sondern auch vor Ort als multimedialer Führer durch das Gebäude. „Damit spielen wir in der Oberliga“, findet OB Philipp. Denn Aachen ist die erste Stadt, die mit einer eigenen App zum Rathaus aufwarten kann.

Bisher, so Ralf Wagemann, gibt es die App in deutscher Sprache. Versionen auf Englisch und Französisch seien aber zumindest bereits angedacht. So könnten dann auch ausländische Touristen von dem Software-Paket profitieren.

Schon jetzt kann der Nutzer das Glockenspiel „Urbs Aquensis“ abspielen oder mit Hilfe eines digitalen Schiebers sozusagen durch die Zeit reisen und sich die bauliche Entwicklung des Gebäudes von Karls Königshalle um das Jahr 800 bis zur Zerstörung des Rathauses im Zweiten Weltkrieg und dessen Wiederaufbau anschauen. „Einsichten, die Besucher in der Realität nicht haben“, findet Wagemann.

Mit dem Download unterstützen User zudem die Arbeit des Aachener Rathausvereins. Auch ist direkt in der App eine Spendenfunktion aufrufbar. Denn die Software made in Aachen soll nicht nur informieren und unterhalten, sondern auch Werbung für den Verein machen, der sich seit vielen Jahren für das markante gotische Bauwerk im Kern der Stadt einsetzt und dessen Erhalt mit zahlreichen Aktionen unterstützt.

Als OB ist Marcel Philipp geborener Vorsitzender des Vereins. Auch wenn er, wie er verrät, fast nie ein Handy dabei hat, so gehört das iPad doch seit Jahren zur Standard-Ausstattung von Philipp. Und so stieß Wagemann mit der Idee einer App vor zwei Jahren auf offene Ohren beim technikbegeisterten OB und Rathausverein-Vorsitzenden. Zwar dauerte die Umsetzung länger als zunächst vermutet, doch am Dienstag zeigten sich alle Akteure rundum zufrieden mit dem (Zwischen-)Ergebnis.

Denn Schluss sein soll in Sachen Rathaus-App mit der Veröffentlichung noch nicht, wie Wagemann versicherte. So plane man zum Beispiel, die Fresken im Krönungssaal im virtuellen Raum ähnlich detailliert in Szene zu setzen wie im Rahmen der Karlsausstellung in diesem Jahr.

Doch es gibt auch Grenzen beim 3D-Rundang via App. An wenige verschlossene Türen stößt der Besucher beim digitalen Schlendern durchs Rathaus, wie Marcel Philipp zugibt. „Der Putzraum kann virtuell nicht betreten werden.“

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