Neubaugebiet schlägt vielen auf den Magen

Von: André Schaefer
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Droht das Verkehrschaos? 136 weitere Einfamilien- und vier Mehrfamilienhäuser sollen im Baugebiet Kornelimünster-West entstehen. Über die Frage, wie das Areal erschlossen werden soll, herrscht Unstimmigkeit. Foto: Michael Jaspers

Kornelimünster. Dieses Thema beschäftigt den ganzen Ort. Wie groß der Diskussionsbedarf zum Bebauungsplan Kornelimünster-West ist, hat einmal mehr die jüngste Sondersitzung der Bezirksvertretung Kornelimünster/Walheim gezeigt. An Anregungen, Einwänden und Bedenken zum geplanten Neubaugebiet mangelte es jedenfalls nicht – weder seitens der Anwohner noch der Fraktionsmitglieder.

Seit 2006 wurden in einem ersten Schritt des Bebauungsplans 90 Einfamilienhäuser im neuen Anwohnergebiet an der Schleckheimer Straße errichtet. Weitere 136 Einfamilien- und vier Mehrfamilienhäuser sollen nun auf der rund 9,7 Hektar großen Fläche südwestlich der Oberforstbacher Straße und der Benediktiner Abtei folgen. Im Flächennutzungsplan ist ein großer Teil des Plangebietes als Wohnbauflächen dargestellt. Ziel des Bebauungsplanes ist es hingegen, nicht nur die vorgesehenen Wohnbauflächen, sondern auch die angrenzenden Landwirtschaftsflächen zu nutzen. Mit der Bezirksregierung ist die Änderung abgesprochen, Bauchschmerzen hat der ein oder andere angesichts der Planungen dennoch.

Und das liegt im Wesentlichen an der Frage, wie im neuen Wohngebiet Kornelimünster-West die Verkehrsführung erfolgen soll. Zu dem bereits bestehenden Neubaugebiet, das durch die neuerrichtete August-Macke-Straße an die Schleckheimer Straße angebunden ist, sollen durch den Bebauungsplan zwei Teilbereiche entstehen: der erste nördlich unterhalb der Benediktiner Abtei, der zweite Teilabschnitt südwestlich der Oberforstbacher Straße. Drei Verkehrsvarianten stellt der Bebauungsplan, der der Öffentlichkeit im Herbst 2011 vorgestellt wurde, zur Wahl.

Drei Varianten

Variante A sieht vor, dass alle drei Teilbereiche getrennt voneinander über nur eine Straße an das überörtliche Straßennetz angebunden werden. Variante B und C beschäftigen sich mit einer kompletten oder teilweisen Verbindung der drei Gebiete untereinander. „Ergebnis der Bürgerbefragung ist, dass rund 95 Prozent die Variante präferieren, bei der jeder Bereich nur über eine Zuwegung mit dem Auto erreichbar ist“, verriet Angelika Hildersperger vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen.

Exakt diese Variante empfiehlt auch die Verwaltung – anders die CDU-Fraktion: „Wir fordern mehr Verbindungsmöglichkeiten, als Variante A bietet. Der Verkehr wird sich unserer Meinung nach besser regeln bei einer Vernetzung der drei Teilbereiche“, betonte Fraktionsmitglied Jakob von Thenen. Die Christdemokraten fürchten ein erhebliches Verkehrsaufkommen in der ohnehin schon stark befahrenen August-Macke-Straße, die laut Bebauungsplan bis zur Oberforstbacher Straße verlängert werden soll. Dem Antrag der CDU, eine Variante mit einer teilweisen Verbindung der drei Wohnbereiche dem Planungsausschuss zu empfehlen, wurde trotz Nichtzustimmung seitens der SPD mehrheitlich beschlossen.

Mit dem Auto zur Kita?

Fest steht: Ein hohes Verkehrsaufkommen wird im neuen Wohnbaugebiet Kornelimünster-West nicht zu vermeiden sein – unabhängig der drei verschiedenen Varianten. Grund ist die eigens für das Wohnbaugeiet geplante Kita im Zentrum des Neubaugebietes. Spekuliert wird seitens der Verwaltung, dass die räumliche Nähe zur Kita viele Eltern dazu führen könnte, ihre Kinder zu Fuß zum Kindergarten zu bringen. „Wir halten das für eine falsche Denkweise. Am Ende wird der Großteil die Kinder bequem mit dem Auto zur Kita fahren, um sich von da aus auf den Weg zur Arbeit zu machen“, mahnte SPD-Fraktionsmitglied Bernd Krott. Das drohende Verkehrschaos ist den Anwohnern rund um das geplante Neubaugebiet ohnehin ein Dorn im Auge – unabhängig von der Kita. Schließlich ist Kornelimünster in Sachen Nahversorgung weiterhin kein lukrativer Wohnort. Nach einem Supermarkt sucht man im Ort weiterhin vergebens, den Anwohnern bleibt die Fahrt nach Brand oder Walheim nicht erspart. Diesbezüglich müsse sich dringend etwas tun, sonst führe die Planung eines neuen Wohnbaugebietes zu noch chaotischeren Verhältnissen als jetzt, so der Tenor der Besucher. Die Bauchschmerzen dürften also noch etwas anhalten.

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