Neubau soll das Wasser noch sauberer machen

Von: Andreas Cichowski
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Riesiges Areal zur Wasserreinigung: Direkt neben der Aachener Kläranlage soll ein Neubau des RWTH-Instituts für Siedlungswasserwirtschaft entstehen. Jetzt trafen sich die Verantwortlichen des Projekts zum Spatenstich. Foto: Andreas Cichowski

Aachen. Wenn es RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg an einem Montagmorgen schon voller Freude in die eisige Kälte zieht, muss es einen triftigen Grund dafür geben: Es ist der Spatenstich für einen Neubau des Instituts für Siedlungswasserwirtschaft (ISA) mit der Vision, für sauberes Wasser zu sorgen. Wasser, das jeder von uns täglich benötigt.

Seit 1913 existiert die Kläranlage in der Soers und gilt mittlerweile als Europas modernste Kläranlage. Dennoch hat auch sie noch nicht alle Probleme lösen können. „Schmutzstoffe kommen aus allen möglichen Quellen“, erläutert Professor Johannes Pinnekamp, Leiter des Instituts für Siedlungswasserwirtschaft der RWTH. Arzneimittel, Kosmetik, Industriechemikalien – Hunderttausende von Stoffen sind es, für die neue Verfahren entwickelt werden müssen, denn nur ein Bruchteil davon sei bereits erkundet. „Kommunale Kläranlagen wie diese hier können diese Stoffe nicht abbauen, so dass diese im Gewässer zu finden sind und in geringen Konzentrationen auch im Trinkwasser“.

Wie schädlich diese Substanzen sind, könne man pauschal nicht sagen. Aus diesem Grund bedarf es hochfeiner Analyse-Geräte. Eine entsprechende Anlage sei wichtig für die Siedlungswasserwirtschaft, doch „die alte Halle war nicht mehr nutzbar und wurde abgerissen“. So entsteht nun an eben dieser Stelle auf dem Gelände der Kläranlage ein moderner zweigeschossiger Neubau mit Laboratorium, Studierendenlabor, Büroräumen sowie einer Versuchshalle.

Als Kooperationspartner für den Bau und Betrieb konnte die Aachener „Nesseler Grünzig“-Gruppe als Investor gewonnen werden. Die Nesseler Projektidee (NP Labor Soers Gmbh) vermietet im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung das Labor- und Seminargebäude langfristig an die RWTH.

„Seit mehr als 40 Jahren ist die Hochschule auf der Kläranlage präsent. Wir sind froh, dass ein geeigneter Investor gefunden wurde“, berichtet Wolfgang Firk, Vorstand des Wasserverbands Eifel-Rur. Denn seit jeher bemüht sich die Hochschule mit ihrer Forschung darum, Prozesse und technische Anlagen zu verbessern. Und tatsächlich steht in nächster Zeit eine große Neuerung mit der einzuführenden „Reinigungsstufe 4“ an, die sich genau mit den besagten Stoffen befasst – quasi ein Pilotprojekt in Sachen Wasserreinigung.

„Für die Kommunen ist die Beitragsstabilität beim Wasserverband sehr wichtig. Deswegen freuen wir uns, dass das Labor der ISA die Effizienz der Reinigungsstufe 4 testet, bevor diese teure Maßnahme überall eingeführt wird“, so Bürgermeisterin Dr. Margrethe Schmeer. Dass diese vierte Reinigungsstufe die Stoffe herausholt, daran bestünde laut dem Institutsleiter kein Zweifel. Doch kann man dies in der Wurm auch nachweisen? „Wir nehmen jetzt die Wasserqualität des Gewässers auf“, erläutert Pinnekamp, „und ebenso im Jahr 2018“. Denn dann sei die Anlage fertiggestellt.

Doch zunächst muss die eigene Einrichtung fertiggestellt werden. Das Richtfest für das Projekt mit einem Volumen von sieben Millionen Euro sei für März geplant. „Da könnte es also immer noch kalt sein“ – und der Rektor müsse sich nochmal warm anziehen, scherzte Pinnekamp und meinte weiter: „Wir wollen verhindern, dass Schadstoffe über den Wasserkreislauf bis in das Trinkwasser gelangen.“

Zwar seien die Gewässer optisch sauber, das heißt klar und mit ausreichend Sauerstoff versorgt, doch sind die Spurenstoffe problematisch, wie beispielsweise eine Belastung mit Keimen. „Da ist noch viel zu tun, das nehmen wir in Angriff“.

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