Neubau der Kita Talbotstraße

Von: Thorsten Karbach
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Schreckliches Bild: Nach der Überflutung der Kita Talbotstraße hatten Fäkalien schlimme Spuren im Haus hinterlassen. Es muss abgerissen werden und wird nun definitiv neu gebaut. Offen ist noch, wie viel Geld die Versicherung beiträgt. Das Rechtsamt ist eingeschaltet. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Es ist Land in Sicht für die überflutete Kita. Unvergessen sind die Bilder von jenem Freitag, 19. August 2011, der für die integrative Kindertagesstätte des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte (VKM) in der Talbotstraße ein gefühlter Freitag, der 13., war.

Ein Unwetter wütete über Aachen, an der Wetterstation Wingertsberg wurden 69,1 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Aus der Kanalisation schoss das Wasser in die Kindertagesstätte. Voller Fäkalien stand es 60 Zentimeter hoch. Ein Drama. Der Schaden am Flachbau war derart hoch, dass das Gebäude – so viel ist längst klar – nur noch abgerissen werden kann.

Neubau mit vierter Gruppe

Und genau diese Perspektive mitsamt eines eingeschossigen Ersatzbaus, der sich an den Grundrissen der alten Kita orientiert, haben die Politiker im Kinder- und Jugendausschuss am Dienstag und im Stadtrat gestern dem VKM gegeben, der seitdem die 45 Kinder aus der Talbotstraße – darunter 16 für Kinder mit Behinderung und acht unter drei Jahren – als Mieter in einem Bürohaus an der Krantzstraße betreut. 2,495 Millionen Euro soll ein Neubau für vier statt der bisherigen drei Gruppen an der Talbot-straße kosten. So sollen zusätzliche U3-Plätze eingerichtet werden können. Die Politik hat dafür den Planungsauftrag erteilt, der Baubeschluss soll möglichst rasch folgen, die Finanzierung wird erst einmal über Haushaltsmittel erfolgen, die für den Bau Offener Ganztagsgrundschulen bereit liegen. Denn offen ist noch, wie viel Geld die Stadt letztlich von der Versicherung gezahlt bekommt. Denn der Wasserschaden war durchaus ein Versicherungsfall.

Die Differenz zwischen dem Gutachten der Versicherung und dem des VKM ist allerdings gewaltig. Während das VKM-Gutachten eine fällige Versicherungssumme von 1,2 Millionen Euro ausweist, haben die Gutachter des Versicherers kaum mehr als ein Drittel dieser Summe errechnet: 440 000 Euro. „Empört“ ist die Vorsitzende des Kinder- und Jugendausschusses, CDU-Ratsfrau Ruth Wilms darüber – wie auch viele andere Politiker. Das Rechtsamt ist eingeschaltet worden. „Gegebenenfalls kommt es zum Prozess. Es ist schon schlimm, dass diese ganzen Gutachten so unheimlich viel Zeit in Anspruch genommen haben“, erklärt Wilms.

Trotz dieser Fragezeichen in der Finanzierung wird gebaut. „So schnell wie möglich wollen wir für den VKM ein gutes Ende finden“, betont Wilms. Die Räume an der Krantzstraße waren zwar eine kurzfristige Hilfe, aber allein mangels Barrierefreiheit keine langfristige Lösung. Bis zum 31. Juli hat die Stadt nach einem Beschluss des Kinder- und Jugendausschusses dort dann auch die Mietkosten übernommen. Für die Zeit vom 1. August bis zur Eröffnung des neuen Hauses fehlt ein solcher Beschluss noch – er ist aber zu erwarten. Ohnehin liegt für die Krantzstraße nur eine befristete Betriebserlaubnis vor. Der Blick geht mehr denn je wieder auf die andere Seite der Jülicher Straße. An der Talbot-straße wartet ein neues Haus in der alten Heimat.

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