Neuanfang der CDU verläuft fast, aber nicht ganz reibungslos

Von: Stefan Herrmann
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Ein schwieriger Abend: Beim Kreisparteitag der CDU ging es nach den Querelen der Vergangenheit um einen Neuanfang. Foto: Ralf Roeger
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Wiederge wählt – allerdings mit einem deutlich schlechteren Ergebnis als zuletzt: Ulla Thönnissen.

Aachen. Von Personalquerelen hatte Ulla Thönnissen nach den vergangenen Monaten eigentlich mehr als genug. Zwar ist die 50-jährige Kreisparteivorsitzende der CDU am Montag von 90 der 127 wahlberechtigten Delegierten für zwei Jahre wiedergewählt worden. Doch der Kurs der Versöhnung, den die alte und neue Aachener CDU-Chefin für den Kommunalwahlkampf ausrufen wollte, ist direkt wieder ins Schlingern geraten.

Grund dafür war Ex-Fraktionschef Rolf Einmahl, derzeit Mitglied des Städteregionstags, der Montagabend beim Kreisparteitag in den Kurparkterrassen unerwartet zur Kampfkandidatur gegen den 53-jährigen Dieter Claßen um das Amt des Schatzmeisters antrat. Und damit kurzfristig für neuen Wirbel bei der leidgeplagten Aachener CDU sorgte. Am Ende setzte sich Thönnissens Favorit Claßen mit 75 (60,5 Prozent) zu 49 (39,5 Prozent) der Stimmen gegen Einmahl durch. Applaus für den Neuling, fairer Glückwunsch vom Unterlegenen. Und auch die CDU-Chefin atmete innerlich durch.

Thönnissens Wiederwahl hatte jedoch einen Schönheitsfehler: Mit knapp 73 Prozent lag die Zustimmung für sie deutlich unter den 93 Prozent, mit denen sie vor einem guten Jahr an die Spitze der Kreispartei gewählt wurde. Als neue Stellvertreter stehen der CDU-Vorsitzenden Bürgermeisterin Dr. Margarethe Schmeer, Holger Brantin und Michael Kirsch zur Seite. Schmeer erhielt 121 Stimmen (96 Prozent Ja-Stimmen), Brantin 118 (93,7 Prozent) und Kirsch 74 Stimmen (58,7 Prozent). Fraktionschefin Maike Schlick und der CDU-Bundestagsabgeordnete Rudolf Henke waren nicht mehr angetreten. Beide gehören aber qua Amt dem Kreisvorstand an. Auch der bisherige Stellvertreter Heinz Lindgens ist ausgeschieden.

Thönnissens Team stand im Vorfeld fest. Alles sei parteiintern und einvernehmlich geklärt worden, hieß es vor wenigen Tagen. Ex-Schatzmeister Michael Mahr hatte Dieter Claßen vorgeschlagen. Den nennt die Kreisparteivorsitzende „ausgezeichnet vernetzt“ und „völlig unbelastet“. Thönnissen beschreibt den Betreiber von bundesweit über 120 Waschsalons als jemanden, der „weiß, wie man mit Geld umgeht und wo Finanzmittel sinnvoll eingesetzt oder aber gespart werden müssen“.

Thönnissen lobte die Anstrengungen der Partei, sich in kurzer Zeit wieder als eine „geschlossene und einsatzbereite Gemeinschaft“ zu präsentieren. „Wir haben die Möglichkeit, dazu heute Abend das Fundament zu legen – gemeinsam. Und ich nehme wahr, dass alle – oder zumindest die allermeisten – ein großes Bedürfnis nach Frieden und Geschlossenheit haben.“ Dies sei umso wichtiger, da man nur so mit Blick auf Kommunal- und auch Europawahl das Vertrauen der Aachener zurückgewinnen könne. Auch wenn an diesem Abend nicht alles reibungslos für Thönnissen und ihre Truppe lief: Am Ende konnte sie doch einigermaßen zufrieden sein. Eine erneute Palastrevolution bei der CDU ist ausgeblieben.

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