Aachen - Netzwerk in Sachen Jugendkultur

Netzwerk in Sachen Jugendkultur

Von: Julia Gröbbels
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Kleine Könner am Billardtisch: Im D-Hof finden Kinder und Jugendliche ausreichend Raum zum Spielen. Foto: Andreas Steindl
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Auch pädagogisch ausgerichtetes Boxtraining gehört zum Angebot der OT: Anti-Aggressionsübungen gehören zum freiwilligen Tagesprogramm. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „D-Hof“ – das steht für den Stadtteil Driescher Hof, nur wenige Kilometer von der Innenstadt entfernt. Es ist ein Ort der Gegensätze, geprägt von Menschen unterschiedlicher Herkunft, mit verschiedensten sozialen Voraussetzungen und vielfältigen Bedürfnissen und Wünschen. Mitten drin die OT Driescher Hof.

Neben vielen anderen Kindern und Jugendlichen bietet „D-Hof“ auch denen zwischen 6 und 27 Jahren, die unter erschwerten Lebensbedingungen aufwachsen, von Armut oder Benachteiligung betroffen sind, jeden Tag eine Anlaufstelle. Neben der „Offenen Tür“, die täglich von mittags bis in den späten Abend hinein geöffnet ist, zählt auch die Betreuung in der Offenen Ganztagsschule Driescher Hof und in der OGS am Rödgerbach zu den zahlreichen Angeboten des D-Hof.

„Wir richten unser Angebot nach drei wichtigen Faktoren aus: Freizeit, Bildung und Hilfe“, sagt die Leiterin des D-Hof, Sandra Jansen. „Das reicht von Sportangeboten wie Zumba oder Boxen über das gemeinsame Kochen oder Bewerbungssprechstunden, bis hin zum Projekt ‚Kindersparkasse‘, in dem Kinder spielerisch den Umgang mit Geld erlernen“, erklärt die stellvertretende Leiterin Simone Jansen. „Unser Ziel ist es, dass die Kinder die besten Voraussetzungen für ein eigenständiges Leben haben“, so sagt sie.

Die verschiedenen Angebote richten sich dabei nach den besonderen Bedürfnissen der Kinder. „Das Boxtraining ist damals aus einem Anti-Gewalttraining entstanden, mittlerweile ist die Nachfrage so groß, dass wir es drei Mal in der Woche anbieten“, sagt Sandra Jansen. Auch beim gemeinsamen Kochen lernen die Kinder und Jugendlichen nicht nur den Umgang mit Lebensmitteln, sie erleben auch Gemeinschaft und Gemeinsamkeit. Ganz nebenbei findet also soziales Lernen statt.

Aber der D-Hof ist nicht nur ein Ort für Spiel, Sport und Bildung. Es soll auch ein Rückzugsort für diejenigen Kinder und Jugendlichen sein, die zu Hause unter sehr beengten Verhältnissen leben. „Zudem verbringen die Kinder immer mehr Zeit im System Schule. Da ist es besonders wichtig, dass wir ihnen Räume bieten, in denen sie sich bewegen können, ohne bewertet zu werden“, sagt Jansen. Aus diesem Grund gibt es im D-Hof einen „Toberaum“ mit Turnmatten auf dem Boden und einem liebevoll gestalteten Kletterturm aus Holz, der jedes Kinderherz höher schlagen lässt.

Die Kinder haben den Raum selbst nach ihren Vorstellungen zu einem farbenfrohen „Dschungel-Raum“ umgestaltet. Dieser Tobe-Dschungel ist ein Beispiel für die Raumplanung. Grundsätzlich versuchen die Verantwortlichen, durch eine möglichst attraktive kind- und jugendgerechte Raumgestaltung und eine abwechslungsreiche Angebotspalette viele junge Menschen anzusprechen.

Die zwölfjährige Nathalie Tuzolana- Kianzuaku ist früh mit ihrer Schwester im D-Hof gewesen, heute hilft sie ehrenamtlich mit und beschäftigt sich mit jüngeren Kindern. „Es macht mir sehr viel Spaß, mich mit den Kindern zu befassen“, sagt sie. Auch der 16-jährige Özgür Cora ist früh zum D-Hof gegangen. Auch er engagiert sich gerne für die Jüngeren: „Ich habe mehrere Kurse zum Thema Kunst und Graffiti angeboten“, sagt er eher bescheiden. Grundsätzlich steht die Einrichtung Kindern ab dem Grundschulalter offen.

„Wenn wir sehen, wie sich viele der Kinder und Jugendlichen füreinander einsetzen, dann sehen wir, dass unsere Arbeit Früchte trägt“, sagt Sandra Jansen. Es wird klar, wie unverzichtbar der D-Hof für die täglich rund 200 Kinder und Jugendlichen – und nicht zuletzt auch für ihre Familien – geworden ist, die regelmäßig die Angebote in Anspruch nehmen. Denn: „Hier werden sie als Menschen geschätzt und respektiert; hier finden sie immer einen Ansprechpartner, der ein offenes Ohr für sie und ihre Sorgen hat“, so sagt sie.

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