Nelson Mandela zieht am Alten Klinikum ein

Von: David Grzeschik
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Eingeschworener Kreis: Politiker und Freunde des Partnerschaftsvereins „Aachen – Kapstadt“ – links neben dem Schild OB Marcel Philipp und Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt – feierten die Umbenennung des Parks am Alten Klinikum in „Nelson-Mandela-Park“. Foto: Andreas Steindl
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Noch nicht vollendet: Künstler Urban Stark schafft gerade eine Baumskulptur im Nelson-Mandela-Park. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn wir uns schon im Juni getroffen hätten“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp zur Einweihungsfeier des Nelson-Mandela-Parks. Tatsächlich hätte das Wetter bedeutend besser sein können.

Dabei war der Beschluss der Bezirksvertretung Aachen-Mitte, nach dem die Parkfläche zwischen Goethestraße, Schillerstraße, Maria-Theresia-Allee und Anton Kurze-Alle in Zukunft Nelson-Mandela-Park heißen soll, bereits im Juni gefallen. Die Anwesenden, vorrangig Vertreter von Stadt, Verwaltung und des Vereins „Agenda 21 – Partnerschaft Aachen-Kapstadt“, nahmen Oktober-Regen und -Sturm gelassen hin.

Früher Park des Klinikums

Das Parkgelände gehörte in früheren Zeiten zum „Alten Klinikum“ der Stadt; zwischenzeitlich wurden dort Hundeauslaufflächen und auch Grillflächen hinter teils ziemlich zugewachsenen und erheblich verwilderten Bereichen etabliert. Vor Jahren hatte es hier großen politischen Streit gegeben, da die AachenMünchener Versicherung den Park zu großen Teilen bebauen wollte. Aber die ist ja bekanntlich längst auf dem Rückzug aus Aachen.

Eingesetzt für die Einweihung des Parks inklusive entsprechender Neubenennung hatte sich eben jener Verein „Agenda 21 – Partnerschaft Aachen-Kapstadt“, der schon seit knapp zwei Jahrzehnten enge Verbindungen zur südafrikanischen Millionenmetropole Kapstadt pflegt. In der Partnerschaft, die „Agenda 21“ mitträgt, arbeiten Politik, Verwaltung, Nicht-Regierungsorganisationen und Unternehmen gleichberechtigt zusammen. Seit vergangenem Jahr ist Kapstadt auch offizielle Partnerstadt von Aachen.

Große Persönlichkeit

Im Rahmen der Einweihungsfeier betonte Oberbürgermeister Philipp, dass Nelson Mandela zu den großen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zählt. Er stellte ihn in eine Reihe mit Mahatma Gandhi und Martin Luther King und lobte seine „eindrucksvolle Haltung“. Der Südafrikaner Mandela verbrachte 27 Jahre als politischer Gefangener in Haft.

Jahrelang war er zugleich der führende Aktivist und Politiker im Kampf gegen die Apartheid in Südafrika. 1993 bekam er dafür den Friedensnobelpreis, ein Jahr später wurde er zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt. Und wenngleich Mandela vor knapp vier Jahren starb: Sein politisches Erbe wirkt bis heute nach.

Deutliche Worte zur Eröffnung fand Marianne Conradt, Bezirksbürgermeisterin Aachen-Mitte. Sie erkenne in der Würdigung der Person Mandela zugleich auch eine Mahnung. „Gedanken von Ab- und Ausgrenzung“ seinen in unserer heutigen Zeit wieder aktuell - dabei seien genau dies „der Bazillus, der Gesellschaften von innen heraus zerstört“.

Dankbar über die Einweihung des Nelson-Mandela-Parks zeigte sich unter anderem die Vorstandsvorsitzende von „Agenda 21“, Veronika Stützel. Seit 15 Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich für den Verein und war seitdem mehrmals in Südafrika. Norbert Kuntz, der selbst sogar drei Jahre seines Lebens in einem Projekt in Kapstadt gearbeitet hat, hob das große Maß an Vergebung hervor, das Mandela nach seinem erfolgreichen Kampf gegen die Apartheid aufzubringen wusste. „Wir haben dem Mann viel zu verdanken“, sagte er.

Für die Zukunft soll es aber nicht nur bei der einfachen Umbenennung des Parks bleiben. Oberbürgermeister Philipp regte bereits an, den Park im kommenden Jahr – zum 100. Geburtstag Mandelas – als Veranstaltungsort zu nutzen. Veronika Stützel betonte, dass ihr Verein den Park mittelfristig mit Zitaten und Aussprüchen Nelson Mandelas ausschmücken wolle.

Und der Künstler Urban Stark arbeitet im Park schon jetzt an einem Kunstwerk, das er aus einer abgestorbenen Kastanie anfertigt. Es soll im Rahmen des Kunstprojektes „Pillars of Freedom“ im November offiziell eingeweiht werden. Es ist also zweifellos einiges in Bewegung im neuen Nelson-Mandela-Park.

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