„Necronomicon“ veröffentlicht Live-Mitschnitt aus dem Jahr 1973

Von: Gerd Simons
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Starten durch: Fistus Dickmann, Prof. Dr. Walter Sturm, Harald Bernhard, Dr. Norbert Breuer und Bernhard Hocks alias „Necrnomicon“ veröffentlichen einen Live-Mitschnitt aus 1973. Foto: Rolf Sturm/Thomas Mac Millan
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Damals entstand ein Stereo-Mitschnitt des Konzertes, der in Vergessenheit geriet. Foto: Rolf Sturm/Thomas Mac Millan

Aachen. Die Aachener Prog-Rock-Band Necronomicon ist der beste Beweis dafür, dass Musik jung hält. Auch 44 Jahre nach ihrer legendären LP „Tipps zum Selbstmord“, in der Necronomicon schon damals in ihren zeitkritischen Texten vor der Zerstörung der Welt durch den Menschen warnte.

Jetzt präsentiert sich eine der Ikonen der Aachener Musikszene – in der aktuellen Besetzung Prof. Dr. Walter Sturm (Gitarre/Gesang), Dr. Norbert Breuer (Gitarre/Gesang), Gerd Libber (Bass), Harald Bernhard (Schlagzeug) und „Neuzugang“ Helmut Herzog (Keyboard) – frisch, fit sowie sehr engagiert und fungiert als Nachlassverwalter in eigener Sache.

„Necronomicon ist eine für uns alle eine Herzensangelegenheit“, doziert Walter Sturm. „Nach beruflicher Karriere haben wir uns 2009 wieder zusammengefunden und den Grundstein für unseren zweiten musikalischen Frühling gelegt“, schmunzelt der Endsechziger. Die Musiker hatten sich in den vergangenen Dekaden nie aus den Augen verloren.

Als Pensionäre könne man wieder Zeit und Engagement in die Band investieren, so Sturm weiter. Schon lange steht das begehrte Album, dass damals in einer Auflage von 500 Stück erschienen war, ganz oben auf der Liste von Vinyl-Sammlern, die bereit sind, dafür vierstellige Liebhaberpreise zu zahlen.

Nach der Reunion von Necronomicon veröffentlichte das Quartett 2012 in alter Vinyl-Tradition das Album „Haifische“ mit Neuaufnahmen alter Songs, die aus der Zeit von „Tipps zum Selbstmord“ stammen. Sie wurden neu aufgenommen, weil die Qualität der gefundenen Originalbänder für eine Veröffentlichung nicht reichte.

Einmal auf der Suche nach verschollenem Material, ließ Walter Sturm nichts unversucht, eine Aufnahme von „Stadt II“ zu beschaffen. Lange Zeit vergeblich, bis er sich daran erinnerte, dass die Musiker diesen Song bei einer Ausstellungseröffnung in der „Neuen Galerie – Sammlung Ludwig“ im Ballsaal des Kurhauses anno 1973 gespielt hatten.

Damals entstand ein Stereo-Mitschnitt des Konzertes, der in Vergessenheit geriet. Bei der Recherche hörte sich Walter Sturm durch zehn große Tonbandspulen, die sich im Archiv der Sammlung befanden. Dort fand er auf einer falsch beschrifteten Spule das Objekt der Begierde: ein Mitschnitt von „Stadt II“. „Nicht nur das“, kann es der Gitarrist immer noch nicht fassen.

„Ich fand außerdem den Mitschnitt unseres kompletten Konzertes – die einzige erhaltene Live-Aufnahme eines Auftritts von Necronomicon in der Besetzung der ersten LP-Aufnahme“, so Sturm. Weil das einzigartige Tondokument aus der Frühzeit der Band in guter Stereo-Qualität erhalten war, entschloss sich Necronomicon zur Veröffentlichung – auf Bitte der zahlreichen Fans aber nur als Vinyl-Album in einer limitierten Auflage von 500 Stück (zusätzlich werden die Songs zum Download bereitgestellt).

Die Doppel-Live-LP „Necronomicon – Live in Concert 1973“ wird am Samstag, 23. Januar, im Rahmen eines Live-Konzertes im Space des Ludwig Forums, Jülicher Straße, veröffentlicht. Grandios auch, dass für zwei Stücke die Original-Besetzung von 1972 nach vier Jahrzehnten Abstinenz für einen Kurzauftritt wieder zusammenfindet: mit Bernhard Hocks am Bass und Fistus Dickmann an den Keyboards.

„Dieses Live-Album hat für uns und unsere Weggefährten nostalgischen Wert, weil wir uns bei Live-Auftritten immer die Freiheit der Improvisation genommen haben und die Songs härter klingen als auf dem Album“, freut sich Walter Sturm mit seinen Mitstreitern auf die Live-Vorstellung der neuen Doppel-Live-LP. Beginn ist um 20 Uhr und der Eintritt beträgt 5 Euro.

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