Naturschützern engagieren sich bei der Krötenwanderung

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Kröte
Nachts wandern sie wieder: Kröten, Frösche und Molche. Foto: ddp

Aachen. Nun sind es nur noch wenige Nachzügler, die in diesen Tagen während der Dämmerung und nachts Aachens Straßen überqueren müssen - Amphibien auf dem Weg zu ihren Laichgewässern. „Die meisten Erdkröten, Grasfrösche, Berg- und Teichmolche haben ihr Ziel schon erreicht”, meint Thomas Kirchübel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Aachen.

Er ist einer von rund zwanzig ehrenamtlichen Kräften, die abends und morgens den Amphibien helfen, die Straße zu überqueren - und sie damit vor dem Tod bewahren.

Die Stadt Aachen hat jetzt den vielen Freiwilligen Dank ausgesprochen für ihr Engagement im Dienste des Naturschutzes. „Wir sind sehr froh über diese Hilfe”, betont Dr. Winfried Engels vom Umweltamt, „personell und finanziell könnten wir diesen unermüdlichen Einsatz gar nicht leisten.” Die Stadt Aachen unterstützt die alljährlichen Aktionen zum Schutz der Amphibien durch materielle Hilfe: Die Zäune und Eimer werden gestellt, die durch die Jugendberufshilfe und Spectrum, einem Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt des Rheinischen Vereins für Katholische Arbeiterkolonien e.V., zum Anfang des Jahres an den Stellen mit starken Amphibienwanderungen installiert werden.

Am Dienstagabend waren es zwei Kröten, die auf ihrem Weg zum Schlossweiher am Kasteel Lemiers durch den Zaun an der Straße Lemierser Berg gestoppt worden sind, anschließend daran entlang liefen, bis sie in einen Eimer fielen. Dort wurden sie von Alfred Stenten, einem der ehrenamtlichen Helfer, eingesammelt und auf die andere Straßenseite gebracht. Ein- bis zweimal pro Tag schaut er nach neuen Amphibien.

Ab Ende Februar, bei entsprechender Witterung, wenn es mindestens acht Grad warm und feucht ist, sind es an dieser Stelle bis zu 150 Tiere pro Tag. Sie halten sich etwa zwei Wochen in den Laichgewässern auf und treten dann die Rückreise an. Sechs bis acht Wochen später krabbelt der Nachwuchs an Land und sucht sich dort einen Platz. Die daumnagelgroßen Amphibien sind jedoch so klein, dass man ihnen dabei kaum behilflich sein kann. In diesem Jahr war die Zahl der Tiere geringer, so der Eindruck der Naturschützer.

Dieter Formen, Vorstandsmitglied beim BUND, betonte, dass die Amphibien in der Nahrungskette und für das ökologische Gleichgewicht der Natur sehr wichtig seien. Für das nächste Jahr werden wieder ehrenamtliche Mitstreiter gesucht, die den Kröten bei ihrer Wanderung helfen, die Straßen zu überqueren. Sie können sich zum Beispiel beim BUND unter bund.aachen-stadt@bund.net melden.
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