NAK ehrt zwei junge Künstler: Die kreative Kraft des Windes

Von: Kristina Toussaint
Letzte Aktualisierung:
12979545.jpg
Stellen ab heute ihre Werke beim Neuen Aachener Kunstverein aus: die beiden Preisträger Carolin Lange (Malen) und Johann Arens ( Skulptur). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Sich eine bestehende Technik zu Nutze machen, die Gestaltung aus der Hand geben und dem Material überlassen und den Ausstellungsraum zu einem Teil der Ausstellung machen – das sind einige der gemeinsamen Aspekte der Werke von Carolin Lange und Johann Arens.

Die diesjährigen Preisträger des Preises für junge Kunst stellen ab diesem Wochenende im Neuen Aachener Kunstverein (NAK) aus.

Bei Carolin Langes Werkreihe „open office landscape“ ist die verwandte Methode die Cyanotypie, eine fotografische Technik, bei der mithilfe von Eisenlösungen blaue Aufnahmen erzeugt werden. Von einer biologischen Forschungsstation in Finnland aus hat Lange faszinierende Lichtstudien des arktischen Sommers geschaffen. Durch Spektren gebrochen ließ sie das Sonnenlicht auf die emulsionsgetränkte Leinwand fallen und so situative Lichtaufnahmen entstehen.

Beim Betrachter wecken die Aufnahmen Assoziationen zu abstrakten Gemälden, Abbildern von Grotten in die das Licht fällt. Die konkrete Gestaltung der Leinwand gibt sie teils aus der Hand. Nicht nur Luft- und Lichtverhältnisse spielten dabei eine Rolle, sondern mitunter auch die raue arktische Witterung: „Teilweise hat auch der Wind die Gestaltung übernommen“, so die in Rotterdam und Aachen lebende Künstlerin.

Der gebürtige Aachener Johann Arens will im NAK die Distanz zum Kunstobjekt herunterbrechen. Als Äußerung der Frustration über die unbenutzbare und unberührbare Kunst, als Kritik am eigenen Metier ist die Wahl der für die Objekte verwandten Materialen und des integrativen Ausstellungsaufbaus zu verstehen. Lange benutzt eindeutig gebrauchte Schaukästen, spielt mit Tee-Flecken. Bereits im Eingangsbereich stellt er „dem Besucher Skulpturen in den Weg“, hinter dem Empfangstresen finden sich einige seiner skulptural aufgebauten Stativ-Installationen. Auch im Hauptraum sind die Skulpturen auf „saloppe Art“ positioniert.

Zum dritten Mal vergibt der NAK in diesem Jahr gemeinsam mit der Stawag den mit einem Preisgeld dotierten sowie mit der Finanzierung einer Publikation verbundenen Preis für Junge Kunst.

Unter 70 Bewerbern aus der Städteregion und der Euregio hat eine Fachjury die Preisträger ausgewählt, deren Werke bis nun zum 16. Oktober im NAK zu sehen sind.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert