Aachen - NAK: 86 Werke landen bei Benefizauktion unterm Hammer

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NAK: 86 Werke landen bei Benefizauktion unterm Hammer

Von: Kathrin Albrecht
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Wer bietet mehr? Rund 100 Kunstinteressierte kamen zur Benefizauktion des Neuen Aachener Kunstvereins. Am Ende brachte die Versteigerung von 86 Werken rund 80.000 Euro ein. Weitere Positionen sind bis 20. Dezember in „stiller“ Auktion zu ersteigern. Foto: Andreras Herrmann

Aachen. „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten – verkauft!“ Diese Worte fielen bei der Benefizauktion des Neuen Aachener Kunstvereins am vergangenen Samstag erfreulich oft. Die Hoffnung von Anna-Lena Uibel, Mitorganisatorin der Auktion, dass viele Besucher kommen und mitbieten würden, hatte sich erfüllt.

Rund 100 Bieter und Kunstinteressierte aus dem Aachener Raum hatten sich beim NAK im Kurpark eingefunden, auch per Telefon ließen sich einige Sammler zur Auktion dazuschalten. Insgesamt kamen in der sogenannten lauten Versteigerung 86 Werke unter den Hammer, in der „stillen“ Auktion stehen bis zum 20. Dezember weitere 39 Werke zum Gebot. Ein erstes Bild konnten sich Besucher in der Auktionsausstellung machen. Führungen übernahmen dabei so ausgewiesene Kunstexperten wie Daniel Hug, Direktor der Art Cologne, oder Alexander Markschies, Professor am Institut für Kunstgeschichte der RWTH.

Seine Aussage, in der Ausstellung könne man Aachen und die ganze Welt sehen, zitierte Dr. Werner Dohmen, Vorstandsvorsitzender des Neuen Aachener Kunstvereins, bei der Eröffnung. Künstler aus dem Aachener Raum wie Karl von Monschau, Vera Sous oder Tim Berresheim stifteten ebenso Werke wie Michael E. Smith, der in diesem Jahr schon mit einer Ausstellung im Aachener Ludwig Forum zu sehen war, und Turner-Preisträger Martin Creed. Für NAK-Direktor Ben Kaufmann allemal ein „Zeichen, dass unserer Auktion und dem Verein auch international wachsende Bedeutung zukommt“.

Auktionator des Abends war wie seit zwölf Jahren auch diesmal Professor Hendrik Hanstein vom Kölner Kunst- und Auktionshaus Lempertz. Neulingen empfahl er mit einem Augenzwinkern, sämtliche Hemmungen und vor allem Freundschaften zu vergessen und möglichst den Blickkontakt mit dem anwesenden Ehepartner zu vermeiden. Dann konnte der Bieterreigen beginnen. Vor allem die Aachener Künstler erzielten dabei gute Preise. Ein Aquarell von Joachim Bandau, dessen Startgebot bei 1700 Euro gelegen hatte, ging für 3000 Euro an seinen neuen Besitzer.

Eine kleine Sensation war das Bild der Künstlerin Johanna Roderburg. Mit 2300 Euro erreichte sie fast den Schätzpreis von 2400 Euro. Ihr Bild „French Connection“ thematisiert ein Stück abendländischer Kunstraub-Geschichte. Zu sehen ist eine Frau, die, das Porträt der Mona Lisa betrachtend, eine Bronzeskulptur aus dem chinesischen Sommerpalast in den Händen hält, die die europäischen Kolonialherren während des Boxeraufstandes mitgehen ließen. Neben Gemälden wurden auch Skulpturen und Fotografien versteigert, darunter 16 Fotografien von keinem Geringeren als René Magritte.

Für Hanstein ist die Aachener Benefizauktion etwas Besonderes, weil hier „absolut zeitgenössische Kunst“ angeboten werde. Im Gegensatz zu klassischen Auktionen, wo Künstler und ihre Werke meist schon lange einen großen Namen haben, stünden die hier angebotenen Werke und deren Schöpfer mitten in der Diskussion. „Es ist ein Wagnis, weil man ja nicht weiß, welche Entwicklung der Künstler nehmen wird.“ Hanstein lobte die Qualität der Arbeit des Kunstvereins. „Was der NAK macht, wird bundesweit genau beobachtet.“

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