Aachen - Närrischer Rat: Politik findet Konzept gar nicht lustig

Närrischer Rat: Politik findet Konzept gar nicht lustig

Von: Stephan Mohne
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Aachen. „Jeck together” sollte das Motto lauten. Und die närrische Ratssitzung sollte unter diesem Titel nach Plänen des OB-Büros in ein ganz neues Kostüm gepackt werden.

Erst normale Ratssitzung, dann führen die Fraktionen im Ratssaal - verkleidet - ein paar Nummern auf. Die werden via TV ins Penn-Zelt auf den Katschhof übertragen, wo sich die Bürger zur Party versammelt haben. Schließlich marschieren die Ratsleute just in dieses Zelt ein, wo dann auch noch die Fastelovvendsprofis ein Programm auf die Bühne stellen. Das aber finden besagte Politiker unisono überhaupt nicht lustig. Auf diese Weise wolle man sich nicht vorführen lassen, heißt es hinter den Kulissen verärgert. Und schon gar nicht vor laufenden Fernsehkameras. Dann lieber gar keinen närrischen Rat.

Dumm ist nur: Die Plakate mit der Ankündigung für diese Doppelveranstaltung sind bereits gedruckt und teils ausgeliefert. Sie sind ein Fall fürs Altpapier. Die Fraktionen haben dem OB klargemacht: Nicht mit uns.

Nach der Ratssitzung am Mittwoch gab es deshalb einen wenig jecken Krisengipfel. Den Politikern schwebt das vor, was die närrische Ratssitzung früher ausmachte: Amateurkarneval, bei dem sich die Politiker gerne auch selbst durch den Kakao ziehen und bei dem die Bürger im Ratssaal feiern und schunkeln.

OB Marcel Philipp räumte nach dem Gespräch auf Anfrage ein, „dass Teile des Konzepts in sich zusammengefallen sind”. Jetzt solle ein neues Konzept her. „Es läuft darauf hinaus, die närrische Ratssitzung mal wieder ein Stück zurückzufahren hinsichtlich der professionellen Nummern”, so Philipp. Das Ganze solle einen „interneren Charakter ohne große Party” bekommen. Und Philipp gestand ein, dass man „zu weit vorgeprescht” sei. Er habe angenommen, dass nach Vorgesprächen eigentlich alles wie geplant über die Bühne gehen könne.

Philipp bekundete auf Anfrage, dass es ihm insbesondere um den Schutz des für viel Geld renovierten Ratssaals inklusive der dort installierten Technik gehe. Einfach ausräumen könne man das ganze neue Ensemble nicht so ohne weiteres.

Jetzt sollen Lösungen her, die möglicherweise das Foyer miteinbeziehen. Bis Anfang kommender Woche sollen Ideen auf den Tisch. Die Zeit drängt jetzt jedenfalls, denn die närrische Ratssitzung steht am 10. Februar auf dem Programm. Philipp: „Irgendetwas wird jedenfalls stattfinden.”
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