Näher dran an der Wirklichkeit: Neues Programm der Nadelfabrik

Von: Leon Kirschgens
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Wollen unterhalten und „zum Nachdenken anregen“: Walter Köth (rechts), Leiter der Nadelfabrik), und Schriftsteller Suleman Taufiq (links).

Aachen. Dass diesmal nur Frauen zum Literaturaufgebot in der Nadelfabrik angehören, sei bloß Zufall, sagt der Suleman Taufiq. „Wir haben nach hochkarätigen Autorinnen und Autoren gesucht, die nicht jedem bekannt sind“, sagt der Aachener Schriftsteller, der die drei Literaturabende in der Nadelfabrik moderiert, bevor diese in die Open-Air-Saison im Kennedypark startet.

Die mehrfach ausgezeichnete Autorin Safiye Can beginnt am kommenden Donnerstag, 20. April, um 19 Uhr mit der ersten Lesung. Am Dienstag, 25. April, liest die iranische Dichterin und Literaturkritikerin Pegah Ahmadi. Drei Tage später ist die in Saudi-Arabien aufgewachsene Autorin Rasha Khayat zu Gast. Wie die Namen bereits verraten, legt die Literaturwoche den Fokus auf Integration und Migration. „Auch wenn die Werke der Autorinnen eine fiktive Geschichte erzählen, spiegeln sie den oftmals verspürten Konflikt zweier Kulturen wider“, sagt Taufiq. „Für manche ist das eine immense Bereicherung, andere fühlen sich gefangen zwischen Tradition und Moderne.“

Taufiq schätzt, dass die zum Teil deutschen Autorinnen mit ausländischen Wurzeln mit anderen Augen auf Deutschland blickten. Überhaupt könne die Literatur, angesichts der Aktualität des Themas Migration, einen authentischeren Blick als die Politik auf das Leben von Migranten werfen, sagt Walter Köth, Leiter der Nadelfabrik. „Im Gegensatz zur Politik muss die Literatur keine Rücksicht auf die richtige Wortwahl legen, sie ist näher dran an der Wirklichkeit.“ Taufiq wird die Lesung mit der Iranerin Pegah Ahmadi auf Deutsch und Persisch moderieren. In anschließenden Diskussionen können sich die Gäste mit der jeweiligen Autorin austauschen.

Ab dem 27. Mai startet die Nadelfabrik dann in die Open-Air-Saison im Kennedypark. Um 14.30 Uhr zeigt das „DAS DA“-Theater das Kinderstück „Petterson und Findus“, um 16.30 Uhr geht es mit dem Kinderstück „An der Arche um Acht“ weiter. Das Stück ist für Kinder ab sechs Jahren geeignet. „Eine Sommernacht“ mit Musik von David Greig und Gordon McInyre beginnt dann um 20 Uhr. Walter Köth baut dabei auf die guten Erfahrungen im vorigen Jahr: „Ich habe von vielen Menschen gehört, wie gut ihnen das Open-Air-Theater gefallen hat.“ Das sei auch auf das familienfreundliche Nebenprogramm mit Kaffee, Kuchen, Hüpfburg und Flohmarkt zurückzuführen.

Der Spätsommer im Kennedypark wird dagegen musikalisch. Am ersten Augustwochenende möchte die Nadelfabrik etwas „komplett Neues und Frisches“ nach Aachen holen. So malt am 5. August ab 20 Uhr der Livemaler „pinx.“ zu der musikalischen Begleitung von „Guts Pie Earshot“ auf acht Großleinwänden etwa 50 Bilder zur Livemusik, bei der „für jeden etwas dabei“ sei, sagt Köth. Am 6. August tritt ab 20 Uhr die Band „Too Many Zooz“ auf, die aus der New Yorker U-Bahn-Szene kommt und eine Mischung aus Jazz, Funk, Brass und Techno spielt. Am 9. September, wenn die Reggae-Band „Marley Ghost“ in den Kennedypark kommt, könnten die Besucher auch zur Musik tanzen.

Vom 25. August bis zum 2. September findet wieder das Open-Air-Kino „Park Flimmern 2017“ statt. Auch hier ist Köth überzeugt, viele Menschen aus der ganzen Stadt in das Ostviertel zu bewegen. Bisher stehen die Filme „Toni Erdmann“ und „tschik“ auf der Agenda, zwei kommen noch hinzu. „Wir zeigen zwar keine Mainstream-Filme, haben aber immer eine familiäre Atmosphäre“, sagt Köth. So verbrächten viele Menschen den ganzen Nachmittag und Abend mit Picknick im Kennedypark. Das Jahresprogramm endet mit einem musikalischen Auftritt des Aachener Kabarettisten Thomas Becker am 25. November und dem Ensemble „Anlatan“ am 2. Dezember.

Die Nadelfabrik, sagt Köth, wolle mit dem Programm nicht nur unterhalten. „Wir möchten das Ostviertel wieder näher an die Innenstadt rücken und auch zum Nachdenken anregen“, sagt Köth. Deshalb habe man auch das Thema Migration und Integration aufgegriffen. „Ich bin mir sicher, dass wir mit dem Programm etwas Neues für Aachen kreieren und so die unterschiedlichen Kulturen zusammenbringen können.“

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