Nägel im Kunstrasen: Jugendliche legen Geständnis ab

Von: Albrecht Peltzer
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Mitte März hatten die Täter auf dem Kunstrasenplatz von Raspo Brand eine Vielzahl von Stahlnägeln verteilt. Foto: Roeger

Brand. Der Fall hat nicht nur in Brand großes Aufsehen erregt, jetzt sind die Täter ermittelt: Vier Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren haben laut Polizeibericht gestanden, rund 100 Stahlnägel auf dem Platz von Rasensport Brand auf der Sportanlage Wolferskaul in den Rasen gesteckt zu haben.

Das „Nagelbett“ war von Spielern der ersten Herrenmannschaft vor dem Training entdeckt worden. Verletzt wurde niemand. Ein Glücksfall, wenn man bedenkt, dass rund 500 aktive Fußballbegeisterte von Raspo, davon zwei Drittel Kinder und Jugendliche, die Anlage täglich nutzen. Der Verein stellte Strafanzeige wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Bei einer Reinigung des Platzes wenige Tage später wurden weitere Nägel entdeckt. Die Stadt rückte danach noch mit Metalldetektoren an, Zentimeter für Zentimeter wurde die Anlage genauestens unter die Lupe genommen. Verein und Sportverwaltung wollten keinerlei Risiko eingehen, dass sich doch noch ein Sportler Verletzungen zuziehen könnte.

Die Verunsicherung in Brand war nach der Entdeckung des Anschlags groß. Häufiger habe man bereits Probleme vor allem mit Jugendlichen gehabt, die unerlaubt über Zäune geklettert seien, um so auf den Sportplatz zu gelangen, hieß es. Drei Videokameras hängen bereits seit Einweihung der Anlage 2006 an Flutlichtmasten. Doch eine Sichtung des Materials ergab keine Hinweise. Die Kameras decken nicht den gesamten Bereich des Platzes ab. Zudem besitzen sie keine Nachtsichtfunktion.

Jetzt konnte die Kriminalpolizei die Täter nach umfangreichen Ermittlungen, auch mit Hilfe multimedialer Medien und sozialer Netzwerke, überführen. Die Jugendlichen beteuerten laut gestrigem Polizeibericht, dass sie, ohne sich der weitreichenden Konsequenzen für alle Beteiligten bewusst gewesen zu sein, „aus einer Laune heraus“ gehandelt hätten. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob ein Strafverfahren eingeleitet wird. Nach Ermittlungen der Polizei gibt es zurzeit keinen Zusammenhang zwischen diesem Delikt und dem Einbruch ins Vereinsheim von Raspo Brand am 5. April.

Mit großer Erleichterung reagierte der Verein auf die Ergreifung der Täter. „Jetzt können wir endlich zur Ruhe kommen“, sagte Vorsitzende Walburga Decker. Die Spieler könnten wieder ohne Angst auf den Platz gehen, ohne diesen vorher nach gefährlichen Gegenständen absuchen zu müssen. Decker: „Wir bleiben aber weiter wachsam.“ Außerdem hofft man in Brand nun, dass die Staatsanwaltschaft ein Verfahren eröffnet. „Das war kein Dumme-Jungen-Streich. Den Täter musste klar sein, wie gefährlich ihr Treiben war“, so Walburga Decker.

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