Nächtliche Diebe erbeuten bloß Schmuck-„Dummys“

Von: os
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Brachiale Gewalt: Von der Eingangstür des Geschäfts in der Kleinmarschierstraße ist nur ein Haufen Splitter übrig. Foto: Lock
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Aufräumarbeiten: Juwelier Jens Lock fegt letzte Spuren des Einbruchs zusammen. Foto: Schmitter

Aachen. Wenn ein Juwelier am Montagmorgen mit einem Besen in der Hand in seinem Geschäft steht und Glassplitter zusammenfegt, ist das kein gutes Zeichen. Und das Bild trügt nicht: In der „Trauringschmiede“ in der Kleinmarschierstraße, einem auf Hochzeits- und Verlobungsringe spezialisierten Juweliergeschäft, haben am Wochenende Einbrecher zugeschlagen.

Und Geschäftsführer Jens Lock hat an diesem Vormittag noch alle Hände voll damit zu tun, in seinem Laden wieder für Ordnung zu sorgen.

Alles wertlose Imitate

Denn „zugeschlagen“ haben die Täter tatsächlich. Von der gläsernen Eingangstüre ist nur noch ein großer Haufen Splitter übrig, und auch mehrere Glasvitrinen im Innern des Geschäfts sind zertrümmert worden. Dass Jens Lock das Ganze dennoch relativ gelassen und – wie er sagt – „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“ betrachtet, liegt daran, dass sich die Folgen für ihn abgesehen vom augenfälligen Glasbruch in Grenzen halten.

„Das waren wohl keine Profis“, sagt der Juwelier, der das Geschäft erst vor einem Dreivierteljahr eröffnet hat. „Sonst hätten sie vermutlich nicht bloß Dummys geklaut.“ Soll heißen: Was die Diebe aus dem Schaufenster und den Vitrinen räumten, nachdem sie sich so brachial Zugang zum Verkaufsraum verschafft hatten, waren ausschließlich Imitate, also wertlose Musterware.

„Die echten Stücke werden über Nacht sicher verschlossen“, sagt Lock. Eigentlich sei dies in der Branche – und auch bei den kriminellen Profis – seit Jahren allseits bekannt, „aber diese Diebe wussten das wohl nicht“.

Keiner hat etwas gehört

Ereignet hat sich der Einbruch in der Nacht von Samstag auf Sonntag, nähere Hinweise auf die Tatzeit gibt es nicht. Entdeckt wurde die Tat am Sonntagmorgen um 6.30 Uhr von einer Passantin, die auf dem Weg zur Arbeit war. Den Einbruch selber, der relativ laut gewesen sein muss, hat mitten im Stadtzentrum offenbar niemand mitbekommen. „Eigentlich komisch, dass keiner etwas gehört hat“, meint auch Polizeisprecher Paul Kemen.

Trotz des glimpflichen Ausgangs ist der Vorfall für Jens Lock „ärgerlich“ – zumal sich der Geschäftsmann nun Gedanken über zusätzliche Sicherungsmaßnahmen macht. Wahrscheinlich wird er Abschied nehmen von seiner nachts dezent beleuchteten Glasfront und künftig Rollläden herunterlassen – „auch wenn das wahrscheinlich andere Täter anlockt“. Doch damit meint der Juwelier keine Langfinger, sondern Schmierfinken.

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