Aachen - Nächstes 100-Millionen-Projekt in den Startlöchern

Nächstes 100-Millionen-Projekt in den Startlöchern

Von: Stephan Mohne
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Dreh- und Angelpunkt der Internationalen Gartenbauausstellung 2017? Der Lousberg soll bei der möglichen Bewerbung der Städteregion um das Mega-Projekt eine zentrale Rolle spielen. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Mit Projekten oberhalb der 100-Millionen-Euro Grenze kennt man sich in Aachen und Umgebung mittlerweile aus. Die Euregionale ist schließlich ein solches - wenn auch mit bislang durchwachsener Bilanz. Jetzt will die Stadt - laut Oberbürgermeister Jürgen Linden unter der Flagge der Städteregion - noch eins oben drauf setzen.

Die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) soll an Land gezogen werden. Diese findet nur alle zehn Jahre statt und ist vergleichbar mit der Bundesgartenschau (Buga), die sie im Veranstaltungsjahr ersetzt. Eigentlich war die IGA 2017 schon an die Bodenseeregion vergeben, wurde dort aber wegen eines Streits abgesagt.

Die Chance für die Städteregion Aachen? Linden bestätigte auf Anfrage: „Die Verwaltung befürwortet eine Bewerbung.” Eine Machbarkeitsstudie liegt zwischenzeitlich vor, die Anfang kommende Woche der Politik vorgestellt wird.

Und dann muss es ruckzuck gehen: Am 25. Januar soll der Hauptausschuss grünes Licht geben, im Februar der Rat. Dasselbe gilt für den Kreisausschuss. Denn bis 13. März muss die Bewerbung auf dem Tisch der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft in Bonn liegen.

Noch dieses Jahr soll dann der Zuschlag erteilt werden. Wobei Aachen starke Konkurrenz aus dem Feld schlagen muss - so zum Beispiel Berlin, wo die IGA auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof stattfinden soll.

Ein Thema ist jedenfalls schon im Fokus: „Postfossile Energien” nennt es der OB. Anders ausgedrückt: Alles, was nach Kohle oder auch Erdöl kommt. Zentrum des Ganzen sollen Lous- und Salvatorberg sein.

Nicht zuletzt deswegen, weil es dort schon steinzeitliche Feuerstein-Bergwerke gab. Von dort aus soll der Bogen Richtung Westbahnhof und Melaten - Stichwort RWTH-Campus - geschlagen werden, bevor es in den Nordkreis Richtung Haldenlandschaften Herzogenrath, Alsdorf und Baesweiler geht.

Allerdings sind aus dem Kreis kritische Stimmen zu vernehmen, die eine Fixierung auf Aachen befürchten. Dass Aachen den Mittelpunkt der IGA bilden wird, daran lässt Linden denn auch keinen Zweifel: „Die IGA konzentriert sich auf Aachen. Wir sind das Oberzentrum und ziehen die Besucher an. Davon profitieren die Nachbarn, deren fossile Situation ja bis zur Braunkohle im Dürener Raum eine Rolle spielen wird.” Natürlich soll es auch um die regenerativen Energien gehen.

Und das Geld? Wer muss was bezahlen? In die letzte IGA in Rostock wurden insgesamt 94 Millionen Euro investiert, davon 62 ins IGA-Gelände und 32 in ein Messezentrum. Finanziert wurde das im Wesentlichen durch die Stadt Rostock mit 50 Millionen - ein hoher Eigenanteil also - sowie Bund und Land mit 38 Millionen Euro.

„Wenn die politischen Gremien Ja sagen, dann werden Landrat Carl Meulenbergh und ich noch vor der Bewerbung bei den zuständigen Landesministerien Gespräche führen”, erklärt Linden.

Ein Ziel: Auch die Gelder der Landesgartenschau 2017 sollen nach Aachen fließen. Bei der Organisation ist dann wieder eine Gesellschaft denkbar, in der zunächst die Städteregion sitzt, aber auch alle Nachbarn dies- und jenseits der Grenzen willkommen sind.

An die Euregionale soll die IGA nicht anknüpfen, auch wenn es an einigen Stellen sicher Parallelen gibt. Linden mag zwischen beiden Großprojekten „keinen kausalen Zusammenhang” herstellen. Vielmehr soll die IGA wieder ein ganz eigenes Mega-Projekt werden.
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